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Institut: PCs vom (Windows-)Betriebssystem entkoppeln

Mehr Konkurrenzkampf im Bereich der Betriebssysteme wünscht sich das Brüsseler Globalisierungsinstitut. Innovationen, Weiterentwicklungen und Standards können sich ihrer Meinung nach nur entwickeln, wenn Hardware und Betriebssystem nicht mehr gebündelt verkauft werden.

Warum sollen sich Betriebssysteme aus dem Hause Microsoft nicht den gleichen Bedingungen im Wettbewerb stellen, wie es Produkte von Herstellern tagtäglich müssen? Diese Frage stellt sich das Globalization Institute mit Sitz in Brüssel. Anlässlich des jüngsten Urteil im Prozess um die marktbeherrschende Stellung der Redmonder hat das Globalisierungsinstitut einen Bericht bei der Europäischen Kommission eingereicht. Darin setzen sich die Vordenker mit den Möglichkeiten auseinander, Computer vom mitgelieferten Betriebssystem zu entkoppeln.

Nur eine praktikable Möglichkeit zur Umsetzung der Entkopplung sieht das Institut: Die Rechner müssten ganz ohne vorinstalliertes Betriebssystem ausgeliefert werden. Kunden sollten gezwungen sein, es sich zusätzlich zu kaufen. Dazu müssten die Software-Hersteller die Installationsroutinen so weit vereinfachen, dass die Installation problemlos und ohne spezielle Kenntnisse ablaufe. Ängste vor Softwarepiraterie, die oft als Argument für die Bündelung von Seiten Microsofts genannt werden, zerstreuen die Autoren des Berichts mit einem Vergleich zu Adobe. Der Softwarehersteller schaffe es auch ohne Bindung an Hardware seine Produkte erfolgreich zu vermarkten.

Andere Vertriebsmöglichkeiten sieht das Institut nur für Onlinehändler wie Dell. Dort könne der Kunde bereits bei der Bestellung sein Wunschsystem angeben, dass dann vorinstalliert wäre. Einzelhändler könnten so allerdings nicht handeln, da zumeist Lagerkapazitäten für Computer in verschiedenen Konfigurationen fehlen würden.

Zur Begründung des Vorstoßes nennt das Globalization Institute neben dem Brüsseler Urteil weitere Gründe. So hätte Microsoft gut zwei Jahrzehnte lang von der Monopolstellung am Markt profitieren können. Nun jedoch sei die Zeit reif für neuen Wettbewerb. Dieser würde nach Ansicht des Instituts auch zur Entwicklung neuer offener Standards und neuer Innovationen führen. Als Beispiel wird der Hardwaremarkt angeführt. Dort hätten Standards wie USB, S-ATA und viele weitere zu einem gesunden Wettbewerb zwischen den Hardwareherstellern geführt.

Als Ergebnis wünscht sich das Globalization Institute mehr Auswahl und günstigere Preise sowie mehr Entscheidungsfreiheit für Konsumenten und Wirtschaft. Schließlich hätten Studien gezeigt, dass die Wartungskosten für Windows-Systeme in vielen Fällen deutlich höher liegen, als bei vergleichbaren Systemen. In einem Absatz gehen die Autoren des Berichts auch auf Apple ein. Den als ähnlich restriktiv bekannten Hersteller von Hard- und Software bezeichnen sie lediglich als Nischenanbieter.

(Jan Rähm)
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