Ingo Molnar testet neuen Brain Fuck Scheduler
Kernel-Entwickler Ingo Molnar vergleicht in Benchmark-Tests den von ihm geschriebenen Completely Fair Scheduler (CFS) mit dem kürzlich vorgestellten Brain Fuck Scheduler (BFS) des Australiers Con Kolivas.
Ingo Molnar lässt die Behauptung der schlechten Performance seines Schedulers, der derzeit im Kernel Dienst tut, nicht auf sich sitzen und stellt die beiden Programme in einem Benchmark gegenüber. Er schickt in seinem Posting voraus, ihm sei bewusst, dass BFS noch in einem frühen Entwicklungsstadium ist. Den Colivas-Code findet er spannend: "BFS ist ein interessanter und wagemutiger neuer Ansatz, der eine Menge Code aus kernel/sched*.c herauswirft. Das hat meine Neugier und mein Interesse geweckt."
Weil Kolivas die Obergrenze auf 16 CPUs festlegte, hat er den BFS auf einem Rechner mit Dual Quad Core und Hyperthreading getestet. Das Ergebnis: "Ich kann keine Performance-Vorteile von BFS auf diesem Rechner erkennen." Er bescheinigt seinem Wettbewerber in nahezu allen getesteten Teilbereichen schlechtere Leistungen. Zum Kernel-Build heißt es beispielsweise: "Im Kbuild-Test zeigt BFS signifikante Schwächen bis zu 16 CPUs. Auf 8 benutzten CPUs (halbe Leistung) ist er um 27,6 Prozent langsamer."
Der CFS-Entwickler lässt aber auch ein gutes Haar an BFS: "Die generelle Interaktivität von BFS scheint mir gut zu sein – außer im Pipe Test, als es eine signifikate Verzögerung von mehr als einer Minute gab." Er meint jedoch, dass dies ein Bug sei, und er würde dies mit einem entsprechenden Fix gern erneut testen. Er hofft, dass auch andere die Scheduler auf die Probe stellen.
In seinem Posting beschreibt Molnar die Testumgebung ausführlich, listet die Links zu seinen Tests sowie ausführliche Testergebnisse. Neben der Leidenschaft für Scheduler-Entwicklung sieht er weitere Gemeinsamkeiten mit dem Australier: "Ich möchte betonen, dass ich mit deinen grundsätzlichen Zielen übereinstimme, die du in der BFS-Ankündigung beschrieben hast - kleine Desktop-Systeme sind wichtiger als große." Er bietet Kolivas deshalb an, mit ihm zusammen zu arbeiten und schließt seine Mail mit: "Wir werden BFS bei guten Ideen und Code folgen und diese in den Hauptzweig übernehmen."
Der bei Red Hat angestellte ungarische Entwickler Ingo Molnar hat den aktuell im Linux-Kernel genutzten Completely Fair Scheduler programmiert. Vor kurzem lieferte der Australier Con Kolivas nach zwei Jahren Linux-Abstinenz mit dem Brain Fuck Scheduler einen Gegenentwurf zum CFS: Der CFS laste die CPU nicht voll aus.





