"Gphone": Googles Mobiltelefon heißt Android
Das Google-Mobiltelefon heißt Android und ist eine Open-Source-Plattform samt Betriebssystem und Applikationen.
Nach monatelangen Spekulationen um das "Gphone" hat der Suchmaschinenbetreiber konkrete Informationen über sein Projekt veröffentlicht. Statt des eierlegenden Wollmilch-Handys handelt es sich bei dem Mobil-Projekt um eine Betriebssystemplattform namens Android, die über ein Projekt mit Namen Open Handset Alliance vorangetrieben werden soll. "Das ist bedeutsamer und ehrgeiziger als ein einzelnes Telefon", behauptet Andy Rubin, Googles Director für Mobile Plattformen in seinem Blog.
Mit dem Begriff Android umschreibt Google ein Linux-Betriebssystem, eine Bedieneroberfläche und Applikationen. Die Basis für die Software hatte Google im August 2007 in Form der Firma Android von Gründer Andy Rubin gekauft. Nun fungiert Andy Rubin als Leiter des Teams Mobile Plattformen in Googles Entwicklungsabteilung und stellt das Gphone alias Android gemeinsam mit Projektmitarbeitern in einem Youtube-Video vor. Rubin schreibt, die aktuelle Version von Android sei aus Googles Zusammenarbeit mit der Open Handset Alliance entstanden. Unter den mehr als 30 Partnerunternehmen der Alliance erwähnt Rubin neben anderen Motorola, Qualcomm und T-Mobile.
In seiner Verlautbarung bezeichnet das Unternehmen Android als die "erste wirklich offene und umfassende Plattform für Mobilgeräte" und verspricht "alles an Software, was ein Mobiltelefon benötigt, aber ohne die proprietären Hindernisse, die mobile Innovation behindert haben." Durch die offene Plattform erhofft sich Google schnellere Entwicklungszyklen und eine breitere Auswahl. Das Unternehmen bezeichnet Android als einen wichtigen Teil ihrer Strategie, plattformunabhängig Informationen zu liefern.
Für Entwickler will Google in rund einer Woche ein Software Development Kit (SDK) zur Verfügung stellen. Geräte für Endanwender auf Android-Basis sollen in der zweiten Jahreshälfte 2008 auf den Markt kommen. Auch Sun-Chef Jonathan Schwartz hat schon Unterstützung angekündigt: Auf der Basis seiner Java-Entwicklungswerkzeuge Netbeans will das Unternehmen die passende Entwicklungsumgebung zur Verfügung stellen.
Mit seiner Ankündigung reiht sich Google ein in das Wettrennen derer, die Mobilplattformen auf Linux-Basis liefern wollen und dafür Verbündete suchen. Der britische Prozessorhersteller ARM arbeitet an einem ähnlichen Projekt mit sechs Partnerunternehmen, darunter Montavista, Hersteller von Embedded-Linux-Systemen. Der Konkurrent Intel hat unter dem Begriff Mobile Internet Devices MID im April 2007 ein Linux-Betriebssystem auf Basis von Ubuntu für x86-basierte Mini-PCs angekündigt.





