
Auf allen drei EU-Webplattformen stellen ITler den größten Anteil der aktiven Nutzer. Grafik: Gartner, User Experience and Expectation Survey 2010
Die EU wappnet sich mittels diverser Online-Plattformen für die Zusammenarbeit und technische Interoperabilität im digitalen Zeitalter und ließ das Marktforschungsunternehmen Gartner deren Erfolg überprüfen. Jetzt sind die Ergebnisse zugänglich .
Gartner hat die Studie “Exchange Platforms Survey – User Experience and Expectations” erstellt und Ende Februar veröffentlicht. Darin untersucht das Unternehmen im Auftrag der Europäischen Kommission den Erfolg der drei europäischen Webportale Semic, Osor und E-Practice hinsichtlich der Bedürfnisse und Beteiligung ihrer Anwender.
Den Analysten diente unter anderem eine Umfrage als Datenlieferant, die von rund 800 Personen aus 65 Nationen ausgefüllt wurde. Davon sind über die Hälfte (etwa 500) Nutzer der E-Practice-Plattform, die als Community-Plattform im Vergleich auch die meisten aktiven Nutzer hat (3000 gegenüber 600 bei Semantic und knapp 500 bei Osor). Die restlichen Antwortenden teilen sich in etwa auf Semantic und Osor auf. Italiener waren am auskunftsfreudigsten (fast 100 Teilnehmer), gefolgt von Spaniern, dann kommen Deutschland und Belgien (60 Teilnehmer). Gartner ist der Ansicht, dass diese Länder demnach die größte Aktivistenquote der drei Plattformen stellen.

Auf allen drei EU-Webplattformen stellen ITler den größten Anteil der aktiven Nutzer. Grafik: Gartner, User Experience and Expectation Survey 2010
Den relativ größten Anteil stellen Nutzer aus dem Bereich der IT. Freuen kann sich die EU darüber, dass rund die Hälfte der antwortenden Nutzer ihre jeweilige Plattform oft und gern weiterempfehlen (“Ambassadors”) – während etwas weniger ihre jeweilige Plattform nur dann weiterempfehlen, wenn der Andere auch Interesse daran hat. Nützlichkeitempfinden und Sendungsbewusstsein sind bei den teilnehmenden Nutzer also recht hoch. Uneins sind sich die Antwortenden beispielsweise darin, ob die Plattformen zusammengeführt werden sollten. Die einen befürchten Informationsoverkill und Unübersichtlichkeit, die anderen Versprechen sich Zeit- und Reichweitengewinn. Da die Nutzerzahlen bei allen Plattformen hoch oder wachsend sind, gibt das Consulting-Unternehmen der EU lobend grünes Licht, mehr Werbung zu machen sowie die Inhalte, Usability und Web-2.0-Funktionalität auszuweiten.
Die ausführliche Ergebnispräsentation (75 Folien) von Gartner ist als PDF im News-Artikel bei Osor verlinkt.
Das EU-Programm ISA (Interoperability Solutions for European Public Administrations) läuft von 2010 bis 2015 und will Backoffice-Lösungen fördern, mittels derer europäische Verwaltungen besser zusammenarbeiten, oder die Community-Aktivitäten implementieren. Es ist das Nachfolgeprogramm von IDABC, das 2009 auslief und unter anderem den europäischen Informationsdienst Osor.eu (Open Source Observatory and Repository) ins Leben rief, der inzwischen zu einer einer Code-Sharing-Plattform für Verwaltungen gemausert hat. Semic.eu (Semantic Interoperability Center) ist eine Austauschplattform für interoperable Datenformate wie bestimmte XML-Schemata, die europäische Verwaltungen gemeinsam nutzen können. Der Webauftritt Epractice.eu ist eine weitere Errungenschaft, mit der die EU das digitale Zeitalter betreten hat. Es ist als professionelle Community-Seite für europäische Webaktivisten der Bereiche E-Government, E-Inclusion und E-Health gedacht.



