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Gartner: Lotus Symphony keine Konkurrenz für Microsoft Office

IBMs Lotus Symphony kann die Dominanz von Microsofts Office-Paket laut US-Marktforscher Gartner nicht schwächen. Zudem habe Open Office für Unternehmen noch zu viele Defizite. Zukunftsweisend seien dagegen webbasierte Büro- und Kollaborationsanwendungen.

In einer Analyse geht Gartner davon aus, dass IBM mit Lotus Symphony an Microsofts Quasi-Monopol für Büroanwendungen rütteln will. Microsoft Office ist weit verbreitet und Unternehmen brauchen volle Kompatibilität, die Open Office nach dem Befund der Marktforscher nicht gewährt. Langfristig hält das Institut Web-2.0-Anwendungen als Microsoft-Konkurrenz für wahrscheinlicher. Es werde zu lange dauern, bis das Open-Office-Projekt signifikant von IBMs Beitrag profitiert.

Microsoft generiert durch den zehnjährigen Support seiner Office-Produkte ein Trägheitsmoment, das den breiten Einsatz von Open-Document-Lösungen in Unternehmen behindert. Auch einige nur in MS Office verfügbare Funktionen und die mangelhafte Kompatibilität zwischen den Dokumentenformaten tragen zur Beharrlichkeit von MS Office bei. Lotus Symphony enthält die Text-, Tabellen- und Präsentationssoftware von Open Office, wir berichteten. IBM setzt also mit seiner freien Office-Suite Lotus Symphony auf das freie ODF-Dokumentenformat.

Zwar könnte das Interesse an dem offenen Dokumentenstandard ODF stark ansteigen, wofür Gartners IT-Strategen den gefloppten OOXML-Standard anführen - wir berichteten. Das vom IBM versprochene Barrierefreiheit-Feature könnte in Zukunft Behörden zum Wechsel auf Open Office bewegen, denn dieses Defizit war für sie bisher ein Hinderungsgrund. Und IBM verweist in einer Pressemitteilung stolz auf den guten Anklang, den die Symphonie-Suite in der ersten Woche gefunden hat.

Aber währenddessen schläft die Konkurrenz nicht: Einfachere Handhabung und die Möglichkeit zur gleichzeitigen Zusammenarbeit machen Web-Anwendungen zur dritten Alternative. Für Microsoft sei diese bedrohlicher, so die Gartner-Analyse, denn Lotus Symphony biete gegenüber Open Office zu wenig Vorteile.

(Anika Kehrer)
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