Der programmierbare Editor, der Mail und News lesen kann und für viele Sprachen als Entwicklungsumgebung einsetzbar ist, kannte bisher noch keine geglättete Schriften. Einige Anwender setzten allein wegen des Anti-Aliasing bereits Snapshots der nun veröffentlichten Version ein. Daneben bietet die jüngste Emacs-Release neue Wege, um die gewünschte Schriftart einzustellen.

Eine weitere Modernisierung: Emacs 23.1 arbeitet mit D-Bus zusammen, einem Kommunikationssystem für Desktop-Anwendungen. So lässt sich beispielsweise der Text der markierten Region an eine andere Anwendung schicken. Dank Unterstützung für Zero configuration networking (zeroconf) kann Emacs andere Geräte im Netzwerk finden, etwa alle zeroconf-fähigen Drucker.

Neu ist auch ein unsichtbarer Daemon-Modus: "emacs --daemon" startet den Editor nun um Hintergrund ohne Fenster. Mit dem Kommando "emacsclient" lassen sich Fenster zum Bearbeiten von Dateien rasch öffnen. Das ist insbesondere interessant für Emacs-Installationen mit vielen Erweiterungen und Anpassungen, die ansonsten einige Zeit für den Startvorgang benötigen.

Dank Xembed lässt sich Emacs nun als Editor-Komponente in andere X-Anwendungen einbetten, der Editor kann ebenfalls Widgets aufnehmen. Mehr hierzu gibt es im Emacswiki. Außerdem haben die Entwickler den Zeichenvorrat des Emacs noch weiter vergrößert: Er ist nun rund viermal so groß wie Unicode. Neue Zeichensätze sind unter anderem Chinese-GB18030, Khmer, Bengali, Punjabi, Gujarati und TaiViet. Daneben gibt es neue Modi für Ruby, XML und zum Anzeigen von PDF- und Postscript-Dateien.

Weitere Änderungen, die in der zweijährigen Entwicklungsphase vorgenommen wurden, finden sich auf der GNU-Emacs-Homepage, in der Datei "NEWS", im installierten Emacs mit der Tastenkombination [Ctrl][h] - [n] zu öffnen.

Emacs 23.1 ist unter GPLv3 lizenziert und steht im Quelltext auf den Mirror-Servern des GNU-Projekts zum Download bereit.