Fallstudie: Standardkonformer Datentausch mit SDMX

Was haben UN und die EU mit der Weltbank und der europäischen Zentralbank gemeinsam? Sie möchten unkompliziert statistische Daten tauschen. So entstand der SDMX-Standard und entsprechende Tools, wie eine neue OSOR-Fallstudie berichtet.

Je höher die Ebene, desto länger die Ergebnisfindung: 2001 sagte man sich auf europäischer Ebene, man brauche ein einheitliches Informationsmanagement. Daraus erwuchs der Detail-Projektbereich für XML-Dateninteroperabilität in der Statistik (X-DIS), der den Standard für den Austausch statistischer Daten und Metadaten hervorbrachte (SDMX, Statistical Data and Metadata Interchange). 2005 bewilligte die EU die Anschubfinanzierung für ein europäisches Projekt zur XML-Daten-Interoperabilität in der Statistik, das Software hervorbringen sollte, die den Standard implementiert: das SODI-Projekt (SDMX Open Data Interchange).

SDMX ist als ISO-Standard 17369 anerkannt. Er beschreibt die Aufbereitung statistischer Daten mittels XML in Form von Tabellen und Graphen. Gesponsert wird der Standard von dem europäischen Projekt IDABC, aber auch etwa von der UN, der OECD oder der europäischen Zentralbank (EZB) sowie von der Entwicklungsländer unterstützenden Weltbank. Laut der Fallstudie geben die Organisationen die im SODI-Projekt entstehende Java-Software zum großen Teil unter der European Union Public Licence (EUPL) frei.

Unmittelbar zugänglich sind davon zumindest das SDMX-Framework und der SDMX-Converter. Der Webauftritt für SDMX stellt außerdem den Text des Standards bereit.

Der neunseitige Bericht ist online lesbar und steht im ODT- und im PDF-Format auf der OSOR-Webseite zum Download bereit. Sein Autor, Gregor Bierhals, arbeitet als Forscher an der gemeinsamen Forschungseinrichtung der Maastrichter Universität und der United Nations Universität (UNU-MERIT) in Maastricht.

Der europäische Informationsdienst OSOR (Open Source Observatory and Repository) hat zur Aufgabe, die Verbreitung von Open-Source-Software zu fördern. Seit einiger Zeit betreibt es eine eigene “Forge”-Seite als Pool für Open-Source-Projekte von öffentlichen Verwaltungen. Es ist Teil des europäischen IDABC-Programms, ein Programm der europäischen Kommission, das noch bis Ende 2009 Bürger und Unternehmen über grenzübergreifende öffentliche Dienste im Bereich E-Governance informieren will (IDABC, Interoperable Delivery of European eGovernment Services to public Administrations, Business and Citizens).

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