In einem offenen Brief anlässlich des Document Freedom Days hat die FSFE bei Institutionen der EU offene Standards eingefordert. Das scheint nun auch bei der EU auf fruchtbaren Boden zu stoßen: Erstmals gibt die Europäische Regierung zu, sich in einer schier ausweglosen Gefangenschaft bei dem Redmonder Konzern zu befinden.
Wie wichtig offene Standards sind, scheint sich die EU durchaus bewusst: In einem offenen Brief zitiert die FSFE aus einem Schreiben, das die schwedische Europaparlamentarierin Amelia Andersdotter (Piratenpartei) erhalten hat. In dem gibt die Europäische Union erstmals zu, sich “in einer ‘Gefangenschaft’ von Microsoft zu befinden”, beispielsweise was die Desktop-Betriebssysteme angehe.
FSFE-Präsident Karsten Gerloff begrüßt die “neue Offenheit”, mit der die Europäischen Institutionen offenbar die Problematik des Vendor-Lock-ins anzugehen bereit sind. Doch weist die FSFE darauf hin, dass das Problem durchaus dauerhaft sein werde, vor allem angesichts der anstehenden Wechsel auf Windows 7.
“Aber das zu erkennen ist immer der erste Schritt zur Lösung. Jetzt sollte die EU gemeinsam mit Bürgern und der auf dem Kontinent ansässigen Softwareindustrie loslegen und die Fesseln abschütteln.” Ein Anfang und ein einfaches Beispiel wäre es, schon die Live-Videos aus dem Europäischen Parlament auf freie Formate umzustellen. Die funktionieren derzeit nur mit proprietären Tools, ließen sich aber sehr schnell und kostengünstig mit freien Tools ersetzen. “Wir haben keinerlei Verständnis dafür, dass es gerade hier seit über sechs Jahren keinen Fortschritt gibt”, ärgert sich Gerloff.




