EMEA-Servermarkt bevorzugt gehobenes Mittelfeld

Auch in Europa beobachten die Marktforscher von IDC im ersten Quartal 2009 den größten Umsatzeinbruch seit Beginn ihrer Marktmessungen .

Jedoch haben anders als im weltweiten Vergleich mittelgroße Blade-Server und x86-Architekturen die geringeren Verluste, wohingegen Großrechner und Nicht-x86-Plattformen schlechter abschneiden als weltweit.

Im Vergleich zum ersten Quartal 2008 ging der Umsatz mit Servern in Europa, im mittleren Osten und Afrika (EMEA) um etwas mehr als ein Drittel auf rund drei Milliarden US-Dollar zurück. Die Zahl der verkauften Stück schrumpfte um knapp 30 Prozent und unterschritt damit die Marke von 500.000, berichtet IDC. Im Gegensatz zum weltweiten Servermarkt, wo Großrechner und Alternativplattformen am besten dastanden, führt in EMEA die Server-Mittelklasse den Markt mit einem Umsatzrückgang von nur 28 Prozent. Der Umsatz im Massenmarkt sank hingegen um 34 Prozent und im High-End-Bereich sogar um 40 Prozent.

Bei den Betriebssystemen ist IBMs Z/OS mit 38 Prozent Rückgang klarer Verlierer. Windows, Unix und Linux hielten zusammen und verloren jeweils nur ein Drittel. Beim genauen Hinsehen zeigt sich allerdings ein Entenmarsch: Linux führt das Trüppchen mit 32,7 Prozent Verlust, in der Mitte steht Unix mit 33 Prozent Verlust und am Ende Windows mit 33,9 Prozent. Alle drei haben kleine Krümel vom Marktanteil-Kuchen hinzugewonnen, Unix mit einem vollen Prozentpunkt den größten.

Auch bei der Marktführerschaft zeigt sich hierzulande ein etwas anderes Bild als im globalen Maßstab: Hewlett Packard führt mit gut 36 Prozent Marktanteil, dahinter folgt IBM mit 28 Prozent. Auf die Plätze verweisen sie Sun Microsystems mit gut elf Prozent und Dell mit knapp zehn Prozent. Sun zeigte sich laut IDC-Erkenntnissen am stabilsten, da das Unternehmen nur rund 31 Prozent Umsatz verlor (HP und IBM verloren um die 33 Prozent). Die 40 Prozent Umsatzrückgang von Dell sind nach IDC vor allem den stark eingebrochenen Märkten Osteuropa, Naher Osten und Afrika geschuldet.

Osteuropa muss 44 Prozent weniger Verkäufe verkraften. Das sei ungewöhnlich, so die Marktbeobachter, weil diese Region bisher stets schneller gewachsen sei als das restliche Europa. Nun ist es seit dem Jahr 2003 das erste Mal, dass der Markt stattdessen stärker schrumpft als im restlichen Europa. Stefanio Lorenz, bei IDC für die Entwicklungsmärkte Osteuropa, Naher Osten und Afrika zuständig, rechnet sogar damit, dass sich diese Märkte erst zum Ende 2010 erholen, während der Gesamtmarkt schon in der ersten Hälfte von 2010 langsam wieder Fahrt aufnehmen wird.

E-Mail Benachrichtigung
Benachrichtige mich zu:
0 Kommentare
Älteste
Neuste Beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Nach oben