Open Source im professionellen Einsatz

Con Kolivas meldet sich mit neuem Scheduler zurück

02.09.2009

Nach zwei Jahren in der Linux-Versenkung meldet sich der Australier Con Kolivas mit einem neuen Scheduler zurück, der vor allem auf Zwei- und Vierkern-Prozessoren für deutlich mehr Leistung sorgen soll.

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Wer in der letzten Zeit keinen echten Grund fand, um selbst einen Kernel zu übersetzen, sollte sich mal den neuen Patch von Con Kolivas anschauen. Sein "Brain Fuck Scheduler" soll unter anderem beim Kompilieren auf einem Quadcore-Rechner deutlich mehr Leistung gegenüber dem aktuellen CFS (Completely Fair Scheduler) von Ingo Molnar bringen.

Wie Con im FAQ zum BFS schreibt, hängt das damit zusammen, dass die aktuellen Scheduler gar nicht in der Lage sind, die CPU komplett auszulasten:

"Über Jahre hinweg haben wir Belastungen so gelöst, dass wir mehr Arbeit in Auftrag gaben, als wir CPUs hatten, weil wir dachten, dass die Jobservers nicht genug effizient sind, um die Prozessoren effizient zu nutzen." Kolivas führt als Beispiel make -j6 auf einem Vierkern-System an. "Dieser Scheduler beweist, dass die Jobserver nichts dafür konnten, denn make -j4 mit dem BFS arbeitet schneller als jede andere Zahl mit dem CFS."

Den Namen "Brain Fuck Scheduler" hat Con Kolivas bewusst provokativ gewählt. Er steht einerseits dafür, dass es mit einfachen Mitteln und gradlinigem Denken möglich ist, einen guten Scheduler zu schreiben. Zudem möchte er damit darauf hinweisen, dass es seiner Meinung nach unbefriedigend ist, einen Scheduler zu haben, der zwar 4096 Prozessoren unterstützt, aber nicht fähig ist, auf einem gewöhnlichen System ein Flash-Video ruckelfrei abzuspielen.

Dieser xkcd-Comic hat Con Kolivas dazu inspiriert, einen neuen Scheduler zu schreiben.

Con Kolivas macht sich denn auch keine Hoffnungen, dass sein allerneuester Scheduler je in den offiziellen Kernel aufgenommen wird, da er zwar auf Systemen mit bis zu 16 CPUs schneller arbeitet als jeder bisherige Scheduler, aber nicht bis zu 4096 Prozessoren skaliert. Zudem arbeitet er auf NUMA-Systemen nicht zufriedenstellend.

Der Patch, einige Benchmark-Diagramme sowie eine ausführliche Beschreibung finden sich auf ck.kolivas.org. Warum Kolivas vor zwei Jahren der Kernelentwicklung den Rücken kehrte, lesen Sie in einem Interview des Linux-Magazins.

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