Open Source im professionellen Einsatz

Cebit 2014: KDE, Tor, Bitcoin und Git gewinnen Preise

13.03.2014

Die Medialinx AG, Herausgeberin des Linux-Magazins, hat auf der Cebit die Linux New Media Awards 2014 vergeben. Die Preise zeichnen seit Jahren besondere Leistungen im Bereich Linux und Open Source aus.

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Der Publikumspreis, über den die Leser der deutschen und internationalen Publikationen abgestimmt haben, prämiert dieses Jahr das "Best Linux Desktop Environment". Für den Gewinner KDE SC nahm Cornelius Schumacher den Preis entgegen, langjähriger Projektmitarbeiter und Vorsitzender des KDE e.V. "KDE läuft mittlerweile auf vielen Geräten, etwa auf Tablets, doch der Desktop-PC steht immer noch im Zentrum," erklärte er. Die Desktopumgebung erhielt 46 Prozent der Stimmen und übertrumpfte damit deutlich die Konkurrenten Gnome (18 Prozent) und Xfce (13 Prozent).

Die Preisträger und Laudatoren der Linux New Media Awards 2014.

Ein aktuelles Thema griff die Veranstaltung mit der Kategorie "Best Open Source / Free Software Privacy Solution". Die Auszeichnung dafür vergab wie in den weiteren Kategorien eine internationale Jury aus der Open-Source-Branche und freien Projekten, die über 300 Mitglieder zählt. Sie wählte die Anonymisierungslösung Tor, die den Mail-Verschlüssler GnuPG auf den zweiten Platz verwies. Der Laudator Peter Ganten von Univention betonte die Bedeutung des Datenschutzes für Privatleute und Unternehmen. "Kaum jemand hätte gedacht, dass die Geheimdienste in diesem Umfang jenseits von Gesetz, Parlament und Öffentlichkeit Daten sammeln," sagte er in seinen einführenden Worten. Jens Kubieziel vom Tor-Projekt nahm die Auszeichnung freudig entgegen.

Einen weiteren Höhepunkt stellte die Auszeichnung "Outstanding Contribution to Open Source / Linux / Free Software" dar. Mit deutlichem Vorsprung vor Open Stack, Python und Ubuntu konnte sich das Versionskontrollsystem Git den Preis sichern, das unter anderem bei der Entwicklung des Linux-Kernels zum Einsatz kommt. Klaus Knopper beschäftigte sich in seiner Einführung mit dem Namen Git, der je nach Quelle von "Global Information Tracker" oder dem britischen Wort für einen "traurigen Eigenbrötler" stammt. Die drei Entwickler Richard Hartmann, Jens Lehmann und Heiko Voigt nahmen den Award stellvertretend für die Community an.

Als innovativstes Softwareprojekt zeichnete die Jury Bitcoin aus. In seiner Moderation würdigte der Open-Source-Experte Thomas Uhl die kontroverse Rolle der digitalen Krypto-Währung und zeigte sich dabei als Bitcoin-Anwender und -Fan. Er überreichte den Linux New Media Award an Oliver Flaskämper von der Bitcoin Deutschland GmbH, die den Handelsplatz Bitcoin.de betreibt. Dieser gab sich trotz der jüngsten schlechten Nachrichten im Zusammenhang mit Bitcoin zuversichtlich: "Bitcoin wird das weltweite Finanzsystem revolutionieren."

Den Preis für die beste Open-Source-Software zur Automatisierung erhielt Puppet. Bernd Erk vom Monitoring-Spezialisten Netways übergab den Preis an Amy Hoang von der britischen Niederlassung des Herstellers.

Als neue Kategorie wurde die beste Open-Source-Software für Android-Smartphones geehrt. Die Wahl fiel auf das alternative Firmware-Image CyanogenMod. Der Laudator Christoph Langner vom Magazin Android User lobte insbesondere, dass CyanogenMod aktuelle Software auch auf ältere Telefone bringt. Sven Dawitz, Entwickler, und Abhisek Devkota, Community Manager, nahmen die Trophäe stellvertretend für die rund 300 Projektmitglieder entgegen.

Zum besten Addon für den preiswerten Bastler-Computer Raspberry Pi wurde dessen Kameramodul gekürt. Jon "maddog" Hall hob zu Beginn seiner Lobesrede das kleine Bauteil samt Flachbandkabel in die Höhe: "Nicht viel," sagte er, "aber man kann es beispielsweise samt Raspberry Pi mit einem Ballon in die Lüfte schicken. Geht die Hardware verloren, sind nur 60 Dollar hin." Leider waren die Vertreter der Raspberry Pi Foundation verhindert und konnten den Preis nicht persönlich abholen.

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