Bulgarien hat ein Gesetz verabschiedet, das Regierungsbehörden verpflichtet, den Quellcode für ausgeschriebene Software in öffentlich zugänglichen Repositories zu hosten.
Das schreibt der Entwickler Bozhidar Bozhanov in einem Blogeintrag. Er ist Berater des Vizepremierministers in Bulgarien und hat zu einem Gesetzentwurf beigetragen, der das Gesetz zur elektronischen Verwaltung ergänzt und nun vom bulgarischen Parlament abgesegnet wurde.
Artikel 58a des E-Government-Act bedeute laut Bozhanov nicht unbedingt, dass das ganze Land nun auf Linux und Libre Office setze, oder die Regierung von Microsoft und Co. verlangt, ihren Quellcode offen zu legen. Existierende Lösungen, die nach Lizenzen verlangen, betrifft das neue Gesetz nicht. Vielmehr gehe es laut Bozhanov um angepasste Software, welche eine Regierungsbehörde öffentlich ausschreibt. Sie soll nicht nur öffentlich sichtbar sein, sondern auch jedermann zugänglich.
Auf diesem Weg könne neben dem Steuerzahler auch die Sicherheit profitieren, denn der bisherige Ansatz der “Security through Obscurity” habe sich nicht bewährt, schreibt der Entwickler. So habe es in verschiedene Produkten jahrelang Sicherheitslücken gegeben, weil die Verträge mit den Entwicklern ausgelaufen seien. Dank offener Quellen lasse sich schlechte Security einfacher entdecken und patchen.
Eine neue Behörde soll sich nun darum kümmern, das Gesetze in die Praxis umzusetzen. Sie soll unter anderem ein Repository für die Software einrichten, das man dann auf Github spiegeln wolle. Ein Gesetz werde nicht automatisch in die Praxis umgesetzt, erklärt Bozhanov, die Entwickler-Community solle auf seine Durchsetzung bestehen. Er hofft, das es andere Länder Bulgarien nachtun.





