Open Source im professionellen Einsatz

Autodesk will Geodaten-Software freigeben

28.09.2007

Der amerikanische Softwareanbieter Autodesk will bis Jahresende Geodaten-Programm als Open-Source freigeben, mit dem sich geografische Daten in verschiedene Formate umwandeln lassen.

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Präzise geospatiale, also raumbezogene Analysen sollen mit der Software wesentlich einfacher werden, denn mit dem Programm lassen sich die Geodaten auf einfache Weise wandeln. Derzeit ist es Bestandteil von Autodesks hauseigenen Softwareprodukten wie AutoCAD Map3D und dem Unternehmensprodukt Autodesk MapEnterprise. Nachdem Autodesk-Mitarbeiter den Quellcode samt Dokumentation für die Freigabe vorbereitet haben, soll die Software als OSGeo-Projekt Ende 2007 unter der LGPL freigegeben werden. Frank Warmerdam, Präsident der Open Source Geospatial Foundation, lobt Autodesk für sein Open-Source-Engagement: "Der jetzt angekündigte Beitrag unterstützt Hochrechnungs- und Umwandlungsprozesse, die für über 3000 Koordinatensysteme weltweit nötig sind und liefert Funktionen, die der Open-Source-Gemeinde bislang nicht zur Verfügung standen."

Lisa Campbell, Vizepräsidentin von Autodesk Geospatial, verspricht sich von der Freigabe schnellere Entwicklungsprozesse mit kürzeren Releasezyklen und niedrigere Kosten. Autodesk hatte die Software vor kurzem von Mentor Software gekauft, und den Gründer Norm Olsen in ein Anstellungsverhältnis als Softwareentwickler übernommen. Olsen freut sich, dass er seine Software nicht mehr als Einzelkämpfer verantworten wird: "Vor dieser Freigabe war jede Verbesserung der Software einzig in meiner Verantwortung, jetzt kann die Technologie von vielen weiteren Entwicklern vorangetrieben werden." Einzelheiten zum Kauf wurden nicht bekanntgegeben.

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