Debian ist frei und seine Entwickler sind Kosmopoliten. Das Linux-Magazin berichtet regelmäßig Interna aus der Debian-Entwicklerszene und angrenzenden Projekten.
Debian fiebert der Veröffentlichung von Etch entgegen. Das Security-Team und die Desktop-Entwickler sind in Startposition, an anderen Ecken klemmt es noch.
Frostiges Etch
Andreas Barth verkündete symbolträchtig am Heiligabend die frohe Botschaft für die Entwickler: Etch ist offiziell “eingefroren”. Die übliche Automatik, nach der Pakete vom Unstable-Zweig nach Testing wandern, ist unterbrochen. Sämtliche Änderungen in Etch bedürfen jetzt der ausdrücklichen Genehmigung der Release-Manager.
Sorgen bereitet Andreas Barth und Steve Langasek aber die Zahl der Release-kritischen Fehler. Statt kontinuierlich gegen Null zu wandern, dümpelt deren Zahl auf konstantem und beunruhigend hohem Niveau. Es wird dieser Wert sein, der letztendlich über das Release-Datum von Etch entscheidet. Guten Erfolg vermeldeten unterdessen die Entwickler von Debian-Installer: Sie schickten im Dezember den Release-Candidate 3 (RC 3) auf die Mirrors. RC 3 soll später in Etch landen.
Erfreuliches ist auch vom Debian-Security-Team zu vernehmen, das bereits vor einigen Wochen erklärte, dass aus sicherheitstechnischer Sicht Etch nichts mehr im Wege steht – die Release-Manager haben ein Problem weniger.
Debconf-7-Deadline
Die Deadline für Beiträge zur jährlichen Debian-Konferenz ist am 31. Januar abgelaufen. Bis zu diesem Tag waren die Debian-Entwickler und alle anderen Interessierten aufgefordert, Vorschläge für Vorträge und Workshops einzutragen. Gleichzeitig endete am 31. Januar wie angekündigt [1] auch die Meldefrist für alle, die für den Trip nach Edinburgh auf Mittel aus dem Topf der Debconf-Sponsoren angewiesen sind.
Insgesamt funktionieren die Vorbereitungen für das Treffen planmäßig. Auf der Debconf-7-Webseite [2] finden sich bereits viele Informationen mit Blick auf dieses Ereignis. Zum Redaktionsschluss war zwar noch keine Liste der Vortragsvorschläge erhältlich, es dürfte sich aber auch in diesem Jahr wieder vieles um die zentralen Themen wie Debian auf dem Desktop oder den Debian-Installer drehen.
Frischluft für den Desktop
Gustavo Franco übernahm 2006 die Führung des Debian-Desktop-Projekts [3] und sorgte für neue Motivation: Viele Baustellen, etwa die teilweise miserable Integration verschiedener Programme in die Gnom- und KDE-Desktops, sind in den letzten Monaten verschwunden. Nicht zuletzt hat Gustavo Franco auch die Rolle eines Ombudsmanns für Desktop-Themen und -Probleme auf sich genommen und versteht sich als Anlaufstelle für Benutzer, die ihre Vorschläge zur Verbesserung von Debian am Desktop loswerden möchten.
Viele Previews von Etch zeigen inzwischen die Fortschritte und die Arbeit am Debian-Desktop (Abbildung 1). So landet der Benutzer nach der Debian-Installation nicht mehr notgedrungen auf der Konsole, sondern erblickt eine grafische Oberfläche, die bei entsprechender Auswahl der Pakete gleich mitinstalliert wird. Nach der Installation findet er sich dann in einem aufgeräumten Gnome-Desktop wieder.
Erfreulich ist, dass auf der Debian-Desktop-Mailingliste mittlerweile reges Treiben zu beobachten ist. Beifall fand ein Vorschlag auf der Debian-Devel-Liste, ein Screenshot-Verzeichnis anzulegen. Benutzer bekommen so vermittelt, wie die Programme aussehen, und erhalten Einblick in die Funktionen des Desktops. Fehlt nur noch eins: Etch. (uba)
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Infos |
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[1] E-Mail von Jörg Jaspert: [http://lists.debian.org/debian-devel-announce/2007/01/msg00001.html] [2] Debconf-7-Website: [http://debconf7.debconf.org] [3] Debian am Desktop: [http://www.debian.org/devel/debian-desktop/index.de.html] |
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Der Autor |
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Martin Loschwitz ist Debian-GNU/Linux-Entwickler und studiert zurzeit in Wien. |
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