Linux-Smartphone Motorola A780 im Test
Große Klappe
von Stefan Schmidt, Mirko Dölle
Erschienen im Linux-Magazin
2006/06
Selbst beim Handy muss niemand mehr auf Linux verzichten: Motorola liefert das aufklappbare Smartphone A780 mit Montavista Linux aus, für das es neben einem SDK und Crosscompilern auch angepasste Kernel gibt. Seine Alltagstauglichkeit musste das A780 in diesem Test beweisen.
Das ausgesprochen gut ausgestattete Smartphone Motorola A780 [1] lässt kaum Wünsche offen: Quad-Band-GSM mit GPRS, Display mit Touchscreen, außen liegende Zifferntasten, virtuelle Tastatur und Handschrifterkennung, Digitalkamera, Flashkarte, Browser, Mailclient, GPS-gestütztes Navigationssystem und Linux als werkseitig vorinstalliertes Betriebssystem gehören zum Lieferumfang des 300-Euro-Geräts.
Motorola hat das A780 im Stil eines "Star Trek"-Kommunikators entworfen, die Zifferntasten befinden sich aber außen auf dem Deckel. Die Verarbeitung ist gut, der aufklappbare Deckel macht nicht den Eindruck, bei der kleinsten Belastung abzubrechen. Ein Problem ist die Bedienung im geschlossenen Zustand: Motorola hat kein zweites Display auf der Außenseite des Deckels vorgesehen, sondern nur ein kleines Fenster eingebaut, durch das das Display im Inneren recht schlecht durchscheint.
Glänzender Touchscreen
Das A780 glänzt mit dem im offenen Zustand recht gut ablesbaren Display mit 2,5 Zoll Bilddiagonale und 240 mal 320 Pixeln. Allerdings hat Motorola offenbar die Entspiegelung vergessen, was im Auto zum Problem werden kann, wenn etwa die tiefstehende Sonne durch die Fenster scheint. Unter normalen Umständen ist die Hintergrundbeleuchtung aber stark genug für den mobilen Einsatz, wie eine Testfahrt bewies.
Der Touchscreen des Testgeräts war präzise kalibriert, je nach Systemauslastung dauerte es jedoch ein bis zwei Sekunden, bis die Anwendung auf die Eingabe reagierte. Für Texteingaben sind eine virtuelle Tastatur und eine Handschrifterkennung vorgesehen, die die untere Hälfte des Bildschirms einnehmen. In der Auswahlliste mit den Straßennamen des Zielorts sind zum Beispiel nur zwei bis drei Einträge sichtbar, bevor der Benutzer per Stift scrollen muss.
Die GSM-Antenne des Quad-Band-Moduls (850, 900, 1800 und 1900 MHz) und der GPS-Empfänger sind ins Gerät integriert, externe Antennenanschlüsse gibt es allerdings nicht - unverständlich bei einem Gerät, dass durch seine Ausstattung mit GPS und Navigationsprogramm für den Einsatz im Auto prädestiniert ist. Immerhin liefert Motorola einen passenden KFZ-Halter mit Saugfuß für die Windschutzscheibe mit, sodass der GSM- und GPS-Empfang in den meisten Fahrzeugen funktioniert.
Gute Kontakte
Die Schnittstellen des Smartphone, ein herkömmlicher Mini-USB-Anschluss, ei- ne 2,5-mm-Klinkenbuchse und ein Micro-SD-Kartenschacht, schützt Motorola mit zwei Gummiabdeckungen gegen Staub und Fremdkörper. Die Abdeckungen sind fest mit dem Gerät verbunden, sodass sie nicht verloren gehen. Der USB-Anschluss dient nicht nur zum Datenaustausch mit dem PC, über ihn lädt das Smartphone auch seinen Akku. Damit reichen ein herkömmliches Mini-USB-Kabel und ein PC oder Notebook aus, um den Akku nachzuladen. Die Klinkenbuchse dient zum Anschluss eines Stereokopfhörers und der im Lieferumfang enthaltene Headset-Kopfhörer-Kombination.
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Hersteller: Motorola [1]
Prozessoren: Freescale Neptune LTE, Intel PXA270 (ARMv5TE mit iWMMX)
RAM: 48 MByte
Flash-ROM: 48 MByte
Display: 240x320 Pixel mit Touchscreen
Kamera: Omnitivion OV9640, 1,3 Megapixel
Bluetooth-Chip: Broadcom BCM2035
GPS-Empfänger: Motorola MG4100
Schnittstellen: USB, Bluetooth, GSM (850/900/1800/1900), GPRS
Flashkarten: Micro-SD (alias Transflash)
Akku-Laufzeit: 130 bis 180 Stunden standby, 3 bis 6 Stunden Gespräch
Gewicht: 130 Gramm
Lieferumfang: Netzadapter, 12-Volt-Ladekabel, KFZ-Halterung, Micro-SD-Karte 256 MByte, USB-Kabel, Headset, Ersatzstift
Preis: ca. 300 Euro (ohne Vertrag)
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