Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 10/2008
© klicker@pixelio.de

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Perl-Skript katalogisiert Bücher und CDs dank Barcodes

Kein Etikettenschwindel

Jeder kennt es aus dem Supermarkt: Die Kassiererinnen scannen Barcodes ein. Diese Technik hat aber noch ganz andere Anwendungsmöglichkeiten, jeder kann davon profitieren: Mit einem Lesegerät für 25 Euro lässt sich auch die hauseigene Bibliothek, CD- oder DVD-Sammlung erfassen.

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Die Hongkonger Firma Dealextreme bietet allerhand Artikel aus chinesischer Billigproduktion zu, wie ich finde, absoluten Schlagerpreisen an. Der Kunde zahlt per Paypal, der Versand ist kostenlos. Soll\'s ein Laserpointer für anderthalb Dollar sein oder ein SATA/IDE-Adapter für nur acht Dollar? Wer es nicht eilig hat (der Versand dauert bis zu zwei Wochen), der wird bei Dealextreme gut bedient. Auf den CCD-Barcodeleser für 42 Dollar (etwa 25 Euro, eines der teuersten Produkte dort, [2]) hatte ich schon geraume Zeit ein Auge geworfen und eines Tages drückte ich gut gelaunt den »Buy«-Button.

Post aus Hongkong

Als der Postbote dann endlich das Paket brachte, gab es kein Halten mehr: Was lag näher, als eine Applikation zu schreiben, die die Barcodes aller Ausgaben meiner umfangreichen Fachbuchsammlung erfasst und in einer Datenbank ablegt? Die Barcodes sind dort - je nach Herkunft des Buches - im Format UPC (Universal Product Number) oder EAN (Europäische Artikelnummer) aufgedruckt und Amazon bietet einen kostenlosen Webservice, der detaillierte Produktinformationen liefert, sobald man ihm die Nummer aus einem solchen Barcode übergibt. Ein Perl-Skript kann so Autor und Titel eines Buches bestimmen oder den Interpreten einer gerade eingescannten CD herausfinden. Auch Bilddateien der CD- und Buchcover gehören zum Lieferumfang. Läuft die Applikation als grafische Oberfläche, kann sie die Buchdeckel und die Hüllen eingescannter CDs sofort farbig auf dem Bildschirm anzeigen.

Als zweite Tastatur

Das Lesegerät verfügt über einen USB-Stecker, Linux erkennt es sofort als zweite Tastatur. Wer den Lesekopf wie ein Kassierer über den Barcode auf einem Fachbuch, einer CD oder DVD hält und den Knopf drückt, der schaltet das rote Licht ein, aktiviert den CCD-Sensor - und der eingebaute Kleinstcomputer versucht anhand der verschieden dicken Striche den dargestellten Barcode zu erkennen (Abbildungen 1 und 2).

Abbildung 1: Der Barcode-Scanner erfasst den UPC- oder EAN-Code eines Buchs. Die Software fragt Amazon anhand der Nummer nach weiteren Informationen.

Abbildung 2: Der Scanner arbeitet mit einem CCD-Sensor und schaltet auf Knopfdruck ein Rotlicht der Leuchtdioden an.

Der Barcode-Leser arbeitet sehr zuverlässig, piept, wenn er fertig ist, und sendet die Ziffernfolge per USB an den Rechner, ganz so, als hätte der User jede Ziffer einzeln über die Tastatur eingegeben und anschließend [Return] gedrückt. Sollte der Leser einen Barcode einmal nicht erkennen, was bei meinen Versuchen nicht vorkam, dann kann der Benutzer die Nummern auch in das Eingabefeld der unten vorgestellten Applikation tippen - der Effekt wäre der gleiche.

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