Seit Version 2 enthält Open Office ein komfortabel zu bedienendes Datenbankmodul. Als Unterbau nahmen die Entwickler zunächst die kostenlose LiteSQL-Datenbank ins Visier, doch letztlich überzeugte der Funktionsumfang der ebenfalls freien HSQLDB [1] die Programmierer. Hinter dem kaum aussprechbaren Namen verbirgt sich eine in Java programmierte Open-Source-Datenbank, die auch im Applikationsserver JBoss ihren Dienst tut.
Teamfähig
Soll Open Office Base jedoch mit bereits vorliegenden Daten arbeiten, die beispielsweise in einer MySQL-, PostgreSQL-, DB2- oder Oracle-Datenbank liegen, bietet es sich an, die externe Engine einzubinden, statt die Daten über eine CSV-Datei oder ein anderes Austauschformat zu importieren. Andere Anwendungen können dann wie bisher auf die Daten zugreifen. Dem Anwender bleibt es erspart, sich mit den unterschiedlichen SQL-Dialekten der Datenbank-Engines zu beschäftigen. Wer mit der grafischen Anwendung Base ein Datenbankschema erstellt, kann außerdem auf Schemazeichnungen verzichten.
Standardschnittstellen
Bevor Open Office auf einen fremden Datenbestand zugreifen kann, ist allerdings Handarbeit angesagt. Denn von Haus aus versteht Base nur das veraltete Dbase-Format vollständig (vergleiche Kasten "Native Treiber"), von der Anwendung selbst angelegte Datenbankdateien mit der Endung ».odb«, Tabellendokumente aus Excel oder Calc sowie kommaseparierte Textdateien. An alle weiteren Datenbanken dockt Base über JDBC beziehungsweise ODBC an. Beide Abkürzungen stehen für standardisierte Programmierschnittstellen, über die ein Programm SQL-Befehle an die Datenbank verschickt.
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Unter [9] stehen für PostgreSQL-, Access- (MDB) und SQLite-Datenbanken native Open-Office-Treiber zur Verfügung. Mit ihrer Hilfe greift das Büropaket direkt auf die genannten Datenbanken zu. Leider sind diese nativen Treiber teilweise schon veraltet oder unterstützen nur einen Teil der von der Datenbank bereitgestellten Funktionen.
Die Installation läuft bei allen drei Treibern nach dem gleichen Schema ab, weshalb sie im Folgenden nur am Beispiel des PostgreSQL-Treibers vorgestellt werden soll. Zunächst lädt man den Treiber »postgresql-sdbc-x.y.z.zip« unter [10] herunter, startet anschließend Open Office und ruft den Menüpunkt »Extras | Package Manager...« auf. Weiter geht es über »Hinzufügen«. Im neuen Fenster ist die heruntergeladene Datei auszuwählen (nicht vorher entpacken). Der Treiber installiert sich nun selbstständig und erscheint anschließend mit dem Status »aktiviert« in der entsprechenden Liste (Abbildung 3).
Nach einem Neustart von Open Office ruft der Anwender den Einrichtungsassistenten von Base auf, aktiviert »Verbindung zu einer bestehenden Datenbank herstellen« und wählt in der Liste darunter den neuen Treiber »postgresql«. Über »Weiter« geht es zu dessen Konfiguration. In das Eingabefeld gehören der Name des Servers und der zu nutzenden Datenbank. Der Eintrag erfolgt dabei wie bei dem folgenden Beispiel: »dbankname=Buecherdatenbank host=Mein.server.de«. Weitere mögliche Optionen stehen auf der PostgreSQL-Seite unter [11]. Alle nachfolgenden Schritte entsprechen dem hier vorgestellten Vorgehen.
Abbildung 3: Der Package Manager listet alle in Open Office eingebundenen Treiber für externe Datenbanken (hier den PostgreSQL-Treiber) auf.
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Zwar existiert die ODBC-Schnittstelle in Open Office schon länger. Neben der etwas einfacheren Einrichtung spricht dennoch für JDBC, dass viele Datenbankhersteller diese Schnittstelle bevorzugt behandeln. Unter Linux gilt deshalb nach wie vor die Daumenregel: Wenn der Hersteller sowohl einen ODBC- als auch einen JDBC-Treiber anbietet, sollten Anwender dem letzteren zunächst den Vorzug geben.
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