Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 12/2005

Vier Farblaser- und ein Festtintenstrahldrucker im Test

Gutenbergs Erben

Das papierlose Büro bleibt eine Vision: Seit Erfindung der Druckkunst gelangen immer mehr Texte und Grafiken auf Papier. Vier Farblaser- und ein Festtinten-Drucker mussten im Testlabor beweisen, dass sie diese Aufgabe nicht nur schnell, sondern auch gut und günstig erledigen.

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Trotz elektronischer Datenverarbeitung druckt der typische User längere Texte aus, statt sie am Monitor zu lesen. Im Büroalltag bleiben daher Laserdrucker etabliert, sie drucken nicht nur sehr viel schneller als Tintenstrahldrucker, sondern sind bei einem Druckvolumen von mehreren hundert bis tausend Seiten im Monat auch sehr viel günstiger.

Das Testfeld umfasst vier Farblaserdrucker von 800 bis 4300 Euro, die für den Einsatz in Kleingruppen oder Büros gedacht sind. Der Festtinten-Drucker Xerox Phaser 8550 DP wurde außer Konkurrenz getestet, da er zwar kein Laserdrucker ist, aber ähnliche Geschwindigkeiten und Leistungsdaten erreicht.

Druckkosten und -qualität

Soll ein Farblaser einen monochromen Kollegen ersetzen, spielen die Verbrauchskosten eine wesentliche Rolle. Um die Herstellerangaben bei der Reichweite zu überprüfen, druckten die Tester abwechselnd schwarze und dreifarbige Schachbrettmuster, bis die Drucker wegen Tonermangel aufgaben. Um Papier zu sparen, haben die Schachbrett-Dokumente von [1] eine Deckung von 33 Prozent für Schwarz und 10 Prozent für jede Farbe.

Die von den Herstellern angegebene Druckgeschwindigkeit bezieht sich stets nur auf einen als Ascii-Text übermittelten so genannten Grauert-Brief, was wenig praxisgerecht ist: Heutige Textverarbeitungsprogramme verwenden eigene Fonts oder drucken im Grafik-Modus. Der Grauert-Brief aus [1] ist daher eine mit Star Office exportierte, generische Postscript-Datei. Der Office-Test aus [1] druckt schwarze und farbige Texte mit eingebetteten Grafiken, auch dieses Dokument wurde als Postscript-Datei ohne Druckfilter per Internet Printing Protokoll an die Testdrucker übermittelt.

Abbildung 1: Die komplexen Farbverläufe und feinen Linien des Grafik-Tests helfen dabei, Auflösung, Sättigung und Tonerverteilung zu beurteilen.

Die grafischen Fähigkeiten der Drucker untersucht der Grafik-Test von [1] mit komplexen Verläufen und feinen Linien (Abbildung 1). So lässt sich die Farbsättigung des jeweiligen Druckers ablesen, feine Elemente wie der Siemensstern rechts oben oder die schwarzen Linien rechts unten helfen die Auflösung beurteilen. Den Abschluss bildet das Foto »bianca.ps« mit raffinierten Spiegelungen und Schatten, was bei den Bürodruckern aber nur gering gewichtet wurde.

Das Hauptaugenmerk lag auf den Verbrauchskosten, der Geschwindigkeit und der Qualität (siehe Fazit). Die ersten beiden Kriterien haben einen Anteil von 25 Prozent am Gesamtergebnis, die Qualität wird mit 20 Prozent gewichtet. Die einzelnen Ergebnisse und die Auswertung listet die Tabelle auf Seite 82 auf.

Geheime Zeichen

Außerhalb der Wertung untersuchte der Autor die Ausdrucke aller Testgeräte auf versteckte Markierungen, die die Electronic Frontier Foundation (EFF) in [2] beschreibt. Auf den Testausdrucken waren jedoch keine gelben Punkte oder andere Marken zu erkennen.

HP Color Laserjet
4700ph+


Der HP Color Laserjet 4700ph+ fällt mit einem Kaufpreis von knapp 4300 Euro, sechs Papierfächern, einem Druckerständer und einem Hefter mit Stapler bereits in die Kategorie der Großdrucker. Für den Test war ursprünglich der kleine Bruder 4700N für rund 1800 Euro vorgesehen, vor dem Verkaufsstart Mitte Oktober stand aber nur das Modell 4700ph+ zur Verfügung - da es sich bis auf die zusätzlichen Papierfächer und Ablagen um baugleiche Geräte handelt, sind die Messwerte direkt übertragbar.

Mit gemessenen 21 Seiten pro Minute bei Briefen druckt der Laserjet 4700 beeindruckend schnell, nur der Lexmark C760 war 0,3 Seiten pro Minute schneller - erreicht aber nicht die vorbildliche Druckqualität des Laserjet 4700. Der einzige Schwachpunkt des HP-Druckers sind graue Flächen, hier gibt es sichbare Streifen und der Toner ist sehr ungleichmäßig verteilt - Office-Dokumente, Grafiken und sogar Fotos druckt der Laserjet jedoch in guter bis sehr guter Qualität, lediglich der Festtinten-Drucker von Xerox konnte den Laserjet übertrumpfen.

Den Tonerstand zeigt der 4700 als Balkendiagramm im Wechsel mit Informationen zum Druckauftrag auf dem eingebauten Display an - so komfortabel hat dies kein Konkurrent gelöst. Das hintergrundbeleuchtete grafische Display selbst ist jedoch verbesserungsfähig, je nach Lichteinfall lässt es sich nur schwer ablesen.

Die Handhabung des Laserjet 4700 ist insgesamt nur befriedigend, weil das Gerät im Betrieb so laut ist, dass man es in einem eigenen Raum aufstellen müsste. Zudem ist der Tonerwechsel problematisch: Beim Herunterklappen des Transportbands und beim Wechseln der Kartuschen besteht die Gefahr, das Transportband auf der empfindlichen Oberflä-che zu berühren, was zu minderer Druckqualität führt, weil der Toner nicht mehr haftet.

Mit über 20 Seiten pro Minute bei sehr guter Qualität und einem Seitenpreis von 2,4 Cent im Vierfarben- und 1,5 Cent bei Schwarz-Weiß-Ausdrucken ist der HP Color Laserjet 4700ph+ der Sieger dieses Vergleichstest, auch wenn er gleichzeitig das lauteste Gerät ist.

Kyocera Ecosys
FS-C5020N


Als einziger Drucker im Test ist der Kyocera FS-C5020N mit einem echten Dauerdruckwerk ausgerüstet, bei dem nur der Toner nachzufüllen ist - Druckwalze, Fixierung und Transferband werden nur alle 200000 Seiten erneuert, wobei das Maintenance-Kit mit 680 Euro fast halb so viel wie der Drucker kostet.

Der Toner ist wie beim Oki C5450 direkt unter der Papierablage in einzelnen Tonerkartuschen untergebracht. Die unkodierten Kartuschen lassen sich allerdings problemlos auf die falsche Bildtrommel stecken - passiert dies in der Praxis, kommt das einem Totalschaden gleich, weil der Service das Druckwerk komplett zerlegen und reinigen muss, um etwa den Cyan-Toner aus dem Gelb-Druckwerk zu entfernen.

Auch der Verschluss der Tonerkartuschen über einen Hebel ist problematisch, weil immer eine gewisse Menge Toner an der Unterseite der Kartusche hängen bleibt und beim Auswechseln herunter fällt und den Drucker von innen verschmutzt, genau wie beim Oki C5450. Die gute Bewertung bei der Handhabung geht wesentlich auf den geringen Geräuschpegel des Kyocera FS-C5020n zurück, er war das mit Abstand leiseste Gerät im Test und lässt sich problemlos in einem normalen Büro betreiben.

Seine Druckgeschwindigkeit ist mit 14 Seiten pro Minute bei Briefen und 11 Seiten pro Minute bei Office-Dokumenten mit Grafiken etwas zu niedrig, die Qualität der Ausdrucke war jedoch nur geringfügig schlechter als beim HP Color Laserjet 4700ph+.

Bei den Druckkosten ist der FS-C5020n jedoch einsame Spitze, mit 0,82 Cent pro Seite im Schwarz-Weiß-Druck unterbietet er selbst den Festtinten-Drucker von Xerox. Beim Vierfarb-Druck ist der Abstand sogar noch größer, mit 1,76 Cent pro Seite sind Farbausdrucke des Kyocera kaum teurer als die Schwarz-Weiß-Ausdrucke von HP oder Lexmark - und das, obwohl der FS-C5020n nur rund hundert Euro mehr kostet als der Konkurrent Lexmark C762n.

Damit verdient der Kyocera Ecosys FS-C5020n die Empfehlung der Redaktion: Sehr niedrige Verbrauchskosten und wenig Lärm sind wesentliche Merkmale eines Druckers, der in kleinen oder mittleren Büros von mehreren Mitarbeitern benutzt werden soll. Einzig die Druckgeschwindigkeit ist nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit.

Ausstattung und
Ergebnisse

 

Platz

1

2

3

4

Außer Konkurrenz

Hersteller

Hewlett-Packard

Kyocera

Lexmark

OKI

Xerox

Modell

Color Laserjet
4700ph+

FS-C5020N

C762n

C5450n

Phaser 8550 DP

Webseite

[http://www.hewlett-packard.de]

[http://www.kyoceramita.de]

[http://www.lexmark.de]

[http://www.oki.de]

[http://www.xerox.de]

Preis

ca. 4300 Euro

ca. 1300 Euro

ca. 1200 Euro

ca. 800 Euro

ca. 1000 Euro

Ausstattung

 

 

 

 

 

Physikalische Auflösung

600 dpi

600 dpi

1200 dpi

1200 x 600 dpi

600 dpi

Geschwindigkeit laut Hersteller

30 Seiten/min

16 Seiten/min

23 Seiten/min

24 Seiten/min

30 Seiten/min

Speicher (Standard /maximal)

512 MByte / 512 MByte

128 MByte / 1 GByte

128 MByte / 512 MByte

128 MByte / 320 MByte

256 MByte / 1 GByte

Emulationen

PS 3, PCL 6, PDF

PS 3, PCL 6, PDF

PS 3, PCL 6, PDF

PS 3, PCL 6

PS 3, PCL 5

Schnittstellen

Parallel, USB 2.0,
Ethernet

Parallel, USB 2.0,
Ethernet

USB 2.0, Ethernet

Parallel, USB 2.0,
Ethernet

USB 2.0, Ethernet

Papierzuführungen (Standard /optional)

6 / 0

2 / 3

2 / 2

2 / 1

2 / 2

Gesamtkapazität Zuführungen (Standard /
optional)

2600 / - Seiten

600 / 1500 Seiten

600 / 2500 Seiten

400 / 530 Seiten

525 / 1050 Seiten

Duplex-Einheit

ja

optional

optional

optional

ja

Sortier-/Stapeleinheit

ja

nein

nein

nein

nein

Webinterface

ja

ja

ja

ja

ja

Maße (B x H x T)

630 x 1375 x 715 mm

345 x 385 x 470 mm

604 x 528 x 470 mm

425 x 342 x 528 mm

406 x 368 x 533 mm

Gewicht

130 kg

24 kg

48 kg

20 kg

28 kg

Verbrauchsmaterialien

 

 

 

 

 

Trommel separat austauschbar

nein

ja

nein

ja

nein

Preis Schwarz-Tonereinheit

170 Euro

80 Euro

150 Euro

100 Euro

17 Euro

Reichweite Schwarz-Toner1

11 000 Seiten

8000 Seiten

15 000 Seiten

5000 Seiten

1000 Seiten

Preis Farb-Tonersatz

730 Euro

375 Euro

930 Euro

300 Euro

77 Euro

Reichweite Farb-Tonersatz1

10 000 Seiten

8000 Seiten

15 000 Seiten

5000 Seiten

1000 Seiten

Preis Schwarz-Trommel

-

170 Euro

-

160 Euro

-

Reichweite Schwarz-Trommel1

-

200 000 Seiten

-

17 000 Seiten

-

Preis Farb-Trommelsatz

-

510 Euro

-

270 Euro

-

Reichweite Farb-Trommelsatz1

-

200 000 Seiten

-

17 000 Seiten

-

Messwerte

 

 

 

 

 

S/W-Seiten bei 5% Deckung

11 539 Seiten

10 905 Seiten

13 547 Seiten

6010 Seiten

1901 Seiten

Farb-Seiten bei 5% Deckung

10 127 Seiten

8290 Seiten

13 704 Seiten

5313 Seiten

1277 Seiten

Druckkosten pro S/W-Seite

1,48 Cent

0,82 Cent

1,11 Cent

2,60 Cent

0,88 Cent

Druckkosten pro 4-Farb-Seite

2,40 Cent

1,76 Cent

2,26 Cent

3,47 Cent

2,89 Cent

Qualität Office [Note]

1

1,5

2,5

1,5

1

Qualität Grafik [Note]

2

2

2

2

1,5

Qualität Foto [Note]

2

2

2,5

2

2

Qualität Fläche [Note]

4

1

3

2

1

Geschwindigkeit Briefe

21,1 Seiten/min

14,2 Seiten/min

21,4 Seiten/min

17,3 Seiten/min

14,4 Seiten/min

Geschwindigkeit Office

14,2 Seiten/min

11,3 Seiten/min

15,2 Seiten/min

10,2 Seiten/min

14,4 Seiten/min

Geschwindigkeit Grafik

2,0 Seiten/min

1,9 Seiten/min

2,0 Seiten/min

1,7 Seiten/min

2,6 Seiten/min

Geschwindigkeit Foto

1,5 Seiten/min

0,8 Seiten/min

1,4 Seiten/min

0,6 Seiten/min

0,6 Seiten/min

Ergebnisse

 

 

 

 

 

Druckqualität

sehr gut

gut

gut

gut

sehr gut

Druckgeschwindigkeit

sehr gut

befriedigend

sehr gut

gut

gut

Druckkosten

gut

sehr gut

sehr gut

befriedigend

gut

Ausstattung

gut

befriedigend

befriedigend

befriedigend

befriedigend

Handhabung

befriedigend

gut

ausreichend

befriedigend

gut

Service

befriedigend

gut

befriedigend

gut

befriedigend

Gesamtbewertung

gut

gut

gut

befriedigend

gut

1 Herstellerangaben

Lexmark C762n


Der Lexmark C762n ist eines der klobigsten Geräte mit zwei Papierschächten im Testfeld. Das Druckwerk liegt quer im Gerät, sodass es eine moderate Tiefe hat, dementsprechend wird auch das Papier quer zur Gerätefront eingelegt. Trotz einer Höhe von über einem halben Meter ist das Papierfach (zu) klein - je nach Papiersorte und -feuchtigkeit passen keine 500 Blatt hinein, sondern nur 490 oder gar 480 Seiten. Das führt im Büroalltag dazu, dass bis zu fünf Prozent des Papiers bei jedem Nachfüllen erst neben dem Drucker und später unbenutzt im Papierkorb landen.

Wie groß der verbleibende Papiervorrat im Drucker ist, bekommt der Anwender weder am Drucker noch über das unbeleuchtete und schlecht ablesbare Display mitgeteilt. Es fehlt schlicht an einer Füllstandanzeige, was zusammen mit dem zu kleinen Papierfach eine glatte Note 4,0 bei der Handhabung zur Folge hat. Da hilft es auch nichts, dass der Tonerwechsel besonders einfach und sauber ist.

Lexmark gehört zu den wenigen Herstellern, die auf ihrer Homepage eigene Linux-Treiber zum Download anbieten. Der Lexmark-Treiber besteht aus einem Java-Frontend und verschiedenen Zusatzprogrammen. Die Treiber ließen sich zwar unter Suse Linux 10.0 installieren, das Setup-Programm konnte jedoch partout keine Drucker hinzufügen oder einrichten - selbst die Linux-versierte Lexmark-Telefon-Hotline war ratlos und konnte nicht mal ersatzweise eine PPD-Datei anbieten.

Die Druckqualität des Lexmark C762n ist gerade noch gut, das Gerät zeigt bei heller Schrift auf weißem Grund sowie bei grauen Flächen deutliche Schwächen und landet in dieser Disziplin auf dem letzten Platz. Die Stärken des C762n liegen eindeutig in der Druckgeschwindigkeit, mit über 21 Seiten bei Briefen und 15 Seiten bei Office-Dokumenten ist der Lexmark-Drucker das schnellste Gerät im Testfeld. Auch bei den Verbrauchskosten kann der Lexmark-Drucker punkten, mit 1,11 Cent pro Seite im Schwarz-Weiß- und 2,26 Cent pro Seite im Vierfarb-Druck unterbietet er sogar den Testsieger, obwohl kein Lexmark-Toner die vom Hersteller angegebene Seitenzahl erreichte. Durch die schlechte Handhabung und geringe Ausstattung landete der Lexmark C762n aber nur auf Platz 3.

Oki C5450n


Der Oki C5450n ist für kleinere Arbeitsgruppen gedacht, mit rund 800 Euro ist er das günstigste Gerät im Vergleichstest. Der Aufbau des Druckers ähnelt dem des Kyocera FS-C5020: Er besitzt ebenfalls Tonerkartuschen, die auf die jeweilige Bildtrommel aufgesteckt werden - doch halten die Oki-Trommeln laut Hersteller durchschnittlich nur 17000 Seiten, wer häufig kleinere Dokumente oder nur Briefe druckt, muss sie bereits bei unter 10000 Seiten wechseln.

Zudem sind etwa alle 50000 Seiten ein neues Transportband und eine Fixiereinheit fällig. Das erhöht die Verbrauchskosten ganz beträchtlich: Im Schwarz-Weiß-Betrieb entfällt fast ein Cent der Druckkosten von 2,6 Cent pro Seite auf die Bildtrommel, Transportband und Fixierer, im Vierfarb-Druck sind es sogar 2,6 Cent bei einem Seitenpreis von insgesamt 3,47 Cent. Damit hat der Oki C5450n die mit Abstand höchsten Verbrauchskosten im Testfeld.

Die Handhabung der Tonerkartuschen des Oki-Druckers ist ähnlich problematisch wie beim Kyocera: Bei jedem Wechsel verschmutzt herunterrieselnder Toner den Drucker, zudem sind die Kartuschen nicht kodiert - der schwarze Toner lässt sich ohne Probleme auf die gelbe Bildtrommel stecken und umgekehrt.

Allerdings sind die Folgen bei einer Falschbestückung längst nicht so tragisch bei beim Kyocera-Drucker: Im schlimmsten Fall werden einfach Tonerkartusche und Bildtrommel vorzeitig ersetzt. Einen weitereren Minuspunkt brachten die lauten Betriebsgeräusche, sie reichten fast an die des Laserjet 4700 heran.

Mit über 17 Seiten pro Minuten bei Briefen liegt der Oki C5450n auf Platz 3 im Testfeld - diesen Seitenausstoß erreicht das Gerät jedoch nur bei Druckaufträgen mit mehreren Seiten oder mehreren Kopien derselben Seite. Schickt man jedoch 40 einzelne Grauert-Briefe, benötigt der Oki-Drucker fast eine halbe Minute, bis er nach Ende der vorherigen Seite mit der nächsten beginnt. Offenbar hat der Hersteller eine Reinigungsfunktion eingebaut, die bei besonders kurzen Druckaufträgen zum Engpass wird.

Der Lärm, den der Oki C5450n im Betrieb verursacht, die hohen Verbrauchskosten und die geringe Seitenleistung bei Einzelausdrucken sind die Gründe für den letzten Platz im Vergleichstest, da kann selbst der niedrige Anschaffungspreis nicht helfen.

Xerox Phaser 8550 DP


Der Xerox Phaser 8500 DP wurde außer Konkurrenz getestet, da es sich hier um einen Ganzzeilen-Tintenstrahldrucker mit festen Tintenklötzen und nicht um einen Farblaserdrucker handelt. Die Technologie ist dennoch ähnlich: Wo beim Oki C5450n tausende nebeneinander angeordnete Laserdioden die einzelnen Pixel auf die Bildtrommeln schreiben, damit dort Toner haften bleibt, spritzen tausende nebeneinander sitzende Düsen die aufgeschmolzene Tinte direkt aufs Papier. Im Gegensatz zu herkömmlichen Tintenstrahldruckern beherrscht der Phaser allerdings weder additive Farbmischung noch kann er die Tintentröpfchen verkleinern.

Die Tinte wird in Form von Wachsklötzchen geliefert: Zum Nachfüllen klappt man einfach die Papierablage nach oben und wirft die Klötzchen nach Farben getrennt in die Vorratsschächte. Die Herstellerangabe von 1000 Blatt pro Klötzchen bei jeder Farbe und Schwarz übertraf der Drucker im Test bei weitem, die Tinte reichte für 1200 Farb- und fast 2000 Schwarz-Seiten - was einen Seitenpreis von 2,89 Cent bei Vierfarb- und 0,88 Cent bei Schwarz-Weiß-Ausdrucken bedeutet. Dies wird nur vom äußerst sparsamen Kyocera FS-C5020n mit 0,82 Cent pro Seite im Schwarz-Weiß-Druck unterboten.

Bei den Betriebskosten will beim Phaser der Stromverbrauch berücksichtigt sein: Bleibt der Drucker eingeschaltet, hält er die Tinte im Power-Save-Mode flüssig - doch andernfalls spült er bei der nächsten Inbetriebnahme erst Tinte für mehrere hundert Seiten durch den Druckkopf. Mit 11 Watt im Power-Save-Modus betragen die Stromkosten rund 20 bis 25 Euro pro Jahr.

Die Ausdrucke des Phaser schimmern matt und sind mit einem Wachsfilm überzogen, der sich nicht herunterkratzen lässt. Die Druckqualität ist besser als die des Testsiegers, bei der Druckgeschwindigkeit liegt der Phaser im Mittelfeld - aber nur, wenn nicht viele kleine Druckaufträge hintereinander eingehen. 40 Grauert-Briefe benötigen die vierfache Zeit eines 40 Seiten langen Dokuments.

Durch die leichte Handhabung, geringen Druckkosten im Schwarz-Weiß-Betrieb und die hohe Druckgeschwindigkeit ist der Xerox Phaser 8550 DP durchaus eine Alternative zu Farblaserdruckern, zumal er vergleichsweise klein und leise ist.

Fazit: HP gewinnt, Kyocera hilft
sparen und Xerox ist einfach anders

Bei der Auswahl des richtigen Farblaserdruckers gilt es, die Prioritäten richtig zu setzen: Gibt es etwa bereits einen monochromen Laser, der weiterhin benutzt werden soll, reicht der Oki C5450n als Ergänzung völlig aus und der geringere Kaufpreis wiegt den höheren Seitenpreis auf. Die übrigen drei Modelle von HP, Kyocera und Lexmark ersetzen vorhandene Schwarz-Weiß-Laser, entsprechend liegt auch der Seitenpreis im Schwarz-Weiß-Druck auf dem Niveau herkömmlicher Monochrom-Laserdrucker.

Der Lexmark C762n druckt zwar am schnellsten und liegt als Zweiter bei den Kosten gut im Rennen, hat jedoch Probleme mit der Qualität: Streifen und zu helle Textpassagen sind hier normal. Das zu kleine Papierfach und die fehlende Füllstandanzeige sind im Büroalltag zudem hinderlich.

Beim Kyocera Ecosys FS-C5020n ist die Druckqualität sehr viel besser als bei der Konkurrenz von Lexmark, auch hat er die mit Abstand niedrigsten Druckkosten im Test - dafür ist der Durchsatz mit maximal 14 Seiten pro Minute fast nicht mehr zeitgemäß. Aufgrund der Druckkosten von nur 0,8 Cent pro Schwarz-Weiß-Seite und 1,8 Cent im Farbdruck empfiehlt sich der Ecosys FS-C5020n dennoch für Büros, in denen viel gedruckt wird.

Testsieger ist der Color Laserjet 4700ph+ von HP: Mit über 20 Seiten pro Minute ist er schnell, die Druckqualität sehr gut, auch die Druckkosten halten sich mit 1,5 Cent für eine monochrome und 2,4 Cent für eine Farbseite in Grenzen. Wegen seiner Größe und des Kaufpreises von knapp 5000 Euro eignet sich der Laserjet 4700ph+ aber eher für Großbüros - das Modell 4700N hingegen hat nur ein Papierfach und eine normale Ablage, kostet dafür aber auch nur rund 1800 Euro. Die Druckleistung dürfte sich nicht von der des Laserjet 4700ph+ unterscheiden, da beide Geräte sonst baugleich sind.

Eine Alternative zum herkömmlichen Farblaserdrucker ist der Festtinten-Drucker Xerox Paser 8550 DP: Statt mit Feinstaub-Toner und umweltbelastenden Bildtrommeln arbeitet der Phaser mit Wachsklötzchen - damit ist der Tintenstrahler im Schwarz-Weiß-Druck billiger als die Laser von HP und Lexmark und bleibt selbst bei Farbseiten unter den Druckkosten des Oki. Einen blauen Engel dürfte der Xerox Phaser 8550 DP aber kaum bekommen, da er das ganze Jahr über in Betrieb bleiben muss, damit er nicht beim nächsten Einschalten Tinte für hunderte Seiten weggespült.

Infos

[1] Testdokumente für Druckertest: [http://www.linux-magazin.de/Service/Listings/2005/11/druckertest/]

[2] Versteckte Markierungen auf Ausdrucken: [http://www.eff.org/news/archives/2005_10.php#004063]

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