Die Bluetooth Special Interest Group hat Kabeln den Kampf angesagt, externe Geräte sollen in Zukunft nur noch per Funk angesprochen werden. Die passenden Bluetooth-Adapter kommen von Anycom.
Bluetooth statt Kabel, so kann die Mission der Bluetooth-SIG[1] zusammengefasst werden: Alle externen Geräte vom Drucker bis zum PDA sollen statt spezieller Schnittstellenkabel künftig nur noch Bluetooth für die Kommunikation sowohl mit dem PC als auch untereinander verwenden.
Störungen
Bluetooth-Geräte senden genau wie die WLAN-Karten nach IEEE 802.11b im 2,4-GHz-Bereich. Während WLAN auf 13 Kanälen im 5-MHz-Kanalraster von 2412 MHz bis 2472 MHz arbeitet, stehen Bluetooth 78 Kanäle zwischen 2402 und 2480 MHz im 1-MHz-Raster zur Verfügung. Beim Betrieb im selben Raum gibt es nur geringe Interferenzen zwischen Bluetooth- und WLAN-Geräten: Mit Bluetooth wechseln sie bis zu 1600-mal pro Sekunde den Kanal, WLAN bleibt auf dem konfigurierten Kanal.
Um zusätzliche Probleme mit direkter Einstrahlung zwischen den beiden Gerätetypen zu verhindern, empfiehlt sich ein möglichst großer Abstand zwischen ihnen, keinesfalls sollten etwa eine Bluetooth- und eine WLAN-PC-Card in den Schacht des Notebooks direkt übereinander eingesteckt werden.
Der Bluetooth-Standard in der Version 1.1 sieht drei Geräteklassen mit unterschiedlicher Sendeleistung vor. Die Class-1-Geräte arbeiten mit 100 Milliwatt und sollen nominell 100 Meter überbrücken können. Class-2-Geräte senden mit 2,5 Milliwatt, die Reichweite beträgt hier nominell 20 Meter, während die dritte Geräteklasse nur mit 1 Milliwatt sendet und nominell 10 Meter überbrückt.
USB-Adapter USB-220
Im Gegensatz zu den verbreiteten Class-2-Geräten mit 2,5 Milliwatt handelt es sich beim Bluetooth-USB-Adapter USB-220 von Anycom (siehe Abbildung 1) um ein Class-1-Gerät. Die 100 Milliwatt Sendeleistung machen sich besonders in Gebäuden bemerkbar, Entfernungen von 20 bis 25 Metern waren im Test kein Problem. Der USB-1.1-Adapter besitzt ein Scharnier unmittelbar hinter dem USB-Stecker, mit dem sich die Antenne besser ausrichten lassen soll.
Für die stationäre Montage empfiehlt es sich, den Adapter an einem Holzregal oder etwas Ähnlichem aufzuhängen und mit einem langen USB-Verlängerungskabel anzuschließen. Die Inbetriebnahme unter Linux ist mit Kerneln ab Version 2.4.18 völlig problemlos, das Modul »hci_usb.o« funktioniert mit nahezu allen am Markt erhältlichen Bluetooth-USB-Adaptern.

Abbildung 1: Der Bluetooth-USB-Adapter USB-220 von Anycom hat mit 100 Milliwatt Sendeleistung eine große Reichweite. Das Scharnier erlaubt eine bessere Ausrichtung der Antenne.
Anycom Bluetooth-Adapter |
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USB-Adapter USB-220: Class-1-Gerät (100 mW), 60 Euro PC-Card PC-2002: Class-3-Gerät (1 mW), 125 Euro CF-2001 Compactflash: Class-3-Gerät (1 mW), 160 Euro, inklusive PC-Card-Adapter Bezugsquellen: RFI Mobile Technologies: [http://www.rfi.de]; Computeruniverse: [http://www.computeruniverse.net] |
PC-Card PC-2002
Die PC-Card Anycom Bluetooth PC-2003 PC-Card (Abbildung 2) ist eine PCMCIA-Typ-II-Karte. Damit passt sie in den unteren Schacht für PC-Cards der meisten Notebooks. Die Karte hat eine Sendeleistung von 1 Milliwatt und ist in der Reichweite entsprechend eingeschränkt: Das Handy im Rucksack oder Koffer sollte noch kein Problem sein, der Drucker im Nachbarbüro ist aber vielleicht schon zu weit entfernt.
Für die bessere Abstrahlung ragt die Antenne an der Oberkante der PC-Card gut einen Zentimeter aus dem PC-Card-Schacht heraus. Zudem wölbt sie sich: Ragt auch die PC-Card im oberen Kartenschacht heraus, verklemmen sich beide Karten leicht an der Bluetooth-Antenne. Für den Transport des Notebooks sollte die Bluetooth-Karte herausgenommen werden, damit die Antenne nicht anstößt und Schaden nimmt.
Der Bluetooth-Chipsatz der PC-Card ist der gleiche wie der des Compactflash-Moduls CF-2001, die Einrichtung erfolgt genauso wie im nachfolgenden Abschnitt beschrieben.
Compactflash-Modul CF-2001
Das Compactflash-Modul CF-2001 von Anycom eignet sich für PDAs wie für Notebooks gleichermaßen: Dem Gerät liegt ein passender PC-Card-Adapter (Abbildung 3) bei. Die Antenne des Compactflash-Moduls steht wegen der besseren Abstrahlung an der Oberkante ebenfalls über, was bei Wallets oder PDA-Taschen für Probleme sorgt.
Anycoms PC-Card und CF-Modul verwenden den gleichen Bluetooth-Chipsatz, sodass es für Notebookbesitzer letztlich egal ist, ob sie das Compactflash-Modul oder die PC-Card verwenden – wer sowieso mit der Anschaffung eines PDA liebäugelt, kann auch das Modul kaufen.
Linux unterstützt Anycoms CF-Modul und PC-Card-Adapter erst ab Version 2.4.22. Die Kernel 2.4.18 bis einschließlich Kernel 2.4.21 verlangen zunächst das Patch von Marcel Holtmann[2]. In der Kernel-Konfiguration taucht der Treiber unter »Bluetooth support | Bluetooth device drivers | HCI BlueCard (PC Card) driver« auf und muss unbedingt als Modul übersetzt werden, denn fest eingebunden gab es während der Tests Probleme beim Einstecken und Herausnehmen der Karten.

Abbildung 3: … ebenso wie der Compactflash-Adapter CF-2001, der mit einem PC-Card-Adapter für den Betrieb in Notebooks ausgeliefert wird.
Bluetooth im Verbund
Anders als WLAN oder Ethernet können Bluetooth-Geräte verschiedene Geräteklassen emulieren. Ein Bluetooth-fähiges Handy zum Beispiel lässt sich einmal als serielles Modem, aber auch als Audiogerät ansprechen, der Nokia Communicator meldet sich zusätzlich auch noch als Netzwerkgerät.
Außerdem lassen sich zwei Rechner per Pan (Private Area Network) koppeln, dazu ermittelt Root nach dem Laden des Kernelmoduls und Starten der Daemons »hcid« und »sdpd« mit dem Befehl »hciconfig« die Bluetooth Device Address (BD-Address) des eigenen Bluetooth-Adapters. Dann scannt er per »hcitool inq« nach anderen Bluetooth-Geräten. Das Programm gibt die BD-Adressen der gefundenen Geräte aus.
Im zweiten Schritt wird der Pan-Daemon auf dem ersten Rechner gestartet: »pand -s -r NAP -M«. Im einfachsten Fall ruft man nun auf dem zweiten Rechner »pand -d NAP -Q« auf und stellt damit eine Verbindung zum ersten gefundenen Bluetooth-Gerät her. Funktioniert das nicht, wird »pand« mit der entsprechenden BD-Adresse gestartet: »pand -d NAP -b BD-Adresse«. Ist die Bluetooth-Verbindung dann etabliert, gibt es auf beiden Rechnern das Netzwerkdevice »bnep0«, das sich wie üblich per »ifconfig« leicht konfigurieren lässt.
Infos |
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[1] RFI Mobile Technologies: [http://www.rfi.de] [2] Kernelpatch von Marcel Holtmann für Anycoms PC-Card und CF-Modul: [http://www.holtmann.org] |







