Aus Linux-Magazin 10/2009

News 10/2024

Das in Coolix verwendete automatisierte Twitter-Konsolentool Ttytter-fies übermittelt die kleinen und großen Vergehen an die Allgemeinheit.

Emacs 42.1 ist ganz
Ohr
Das freie Betriebssystem Emacs ist in Version 42.1 erhältlich. Die neue Release kann als Hardwaretreiber sowohl Winlux ab Version Viva als auch GNEW-Hurd, BSD-Open, Netnux oder Linux im Binär- und Ternär-Format verwenden. Erstmals unterstützt Emacs nun auch die in Californium gegossene Lispmachine on Chip (LOC) des Herstellers Berzerkeley.

Fast 30 Jahre nach der Erstveröffentlichung von Emacsspeak, das Texte per Sprachsynthesizer vorlas, gibt es jetzt auch Speakemacs. Mit dem Speech-to-Text-System kann der Benutzer dem Editor nicht nur Texte diktieren, sondern auch Funktionen aufrufen. Den im RC 3 noch bei der Phrase “Escape-Meta-Alt-Control-Shift” aufgetretenen Pufferüberlauf haben die Emacs-Entwickler behoben.

Neu sind Bearbeitungsmodi für Pragmatic-D, Imperative Haskell, Whitespace-3G sowie Google Googol ab Release Nicolai. Mit Emacs 42.1 wird C# zwar noch unterstützt, trägt aber den Deprecated-Stempel. Die Sondertasten von Burroughs-Tastaturen sind nun von Haus aus in allen Major-Modi mit praktischen Lambda-Funktionen belegt.

Der Emacs-Erfinder Richard Stallman gab von seinem Alterssitz auf dem Berg Sinai aus der neuen Veröffentlichung seinen Segen.

Emacs 42.1 beherrscht unter anderem auch die Ikosa-Notation.

Emacs 42.1 beherrscht unter anderem auch die Ikosa-Notation.

Rechtsnachfolger für
».tv«
Der Rechtsstreit um die Verwaltung der Toplevel-Domain ».tv« ist beigelegt. 2019 war die letzte Erhebung des namengebenden Inselstaates Tuvalu im Pazifik versunken. Seither gab es zwischen der in Hawaii ansässigen Exilregierung und dem australischen Staat Auseinandersetzungen um die Registry für die begehrten Domains.

Der UN-Gerichtshof in Den Haag entschied nun zu Gunsten der ehemaligen Einwohner. Diese möchten auf Hawaii eine neue Domain-Registry aufbauen. Tuvalu zählte in den 2010er Jahren dank des Webhosting-Geschäfts die meisten Linux-Installationen pro Einwohner weltweit. Das gab auch Anlass zur Entwicklung der landeseigenen Distribution Tuvalinux.

Opfer des Klimawandels: Das Inselreich Tuvalu ging 2019 unter. Nun dürfen die ehemaligen Einwohner wenigstens ihre Toplevel-Domain wieder verwalten. (© Lore05, Fotolia.com)

Opfer des Klimawandels: Das Inselreich Tuvalu ging 2019 unter. Nun dürfen die ehemaligen Einwohner wenigstens ihre Toplevel-Domain wieder verwalten. (© Lore05, Fotolia.com)

Back on Stage
Der zwischenzeitlich mit seiner Bühnenkarriere beschäftigte Linux-Magazin-Chefredakteur Jan Kleinert hat wieder den Kommandostand des Magazins erklommen. Wie berichtet hatte Kleinert versucht seine verblüffende Ähnlichkeit mit Altrocker Ozzy Osbourne zu monetarisieren und sich mit den Worten “Ihr könnt jederzeit Freikarten haben” und umgarnt von Groupies in Richtung Musikbühnen dieser Welt verabschiedet.

Nachdem allerdings nicht nur die Nachfrage nach Freikarten eher schleppend verlief, hat Kleinert nun wieder den ungeregelten Arbeitsalltag eines Rockmusikers gegen den ebenso ungeregelten eines Chefredakteurs eingetauscht. Für die Redaktionskonferenzen verspricht der 56-Jährige akustische Häppchen. Die damals für neidische Blicke sorgenden Groupies, so gestand er, habe er über eine Agentur angemietet.

Seine verblüffende Ähnlichkeit mit Ozzy brachte Jan Kleinert auf eine verwegene Idee.

Seine verblüffende Ähnlichkeit mit Ozzy brachte Jan Kleinert auf eine verwegene Idee.

Linux in der
Mütze
Red Hat betritt in Zusammenarbeit mit Sony neue Einsatzgebiete. Das Linux-Unternehmen wird das Betriebssystem für Sonys nächsten wearable Computer beisteuern. Es handelt sich um den auf der Computex in Taiwan angekündigten Walkhat, eine Kopfbedeckung mit integrierter 4G-Telefonie, Routenplaner sowie Video-Entertainment.

Der US-amerikanische Linux-Distributor gründet eigens für die neue Sparte die Tochter Little Red Riding Hood, die das gleichnamige Embedded-Betriebssystem entwickeln soll. Als Standort ist der Redwood Forest in Kalifornien geplant, den Gouvernout Schwarzenegger jr. vor zwei Jahren als Gewerbegebiet ausgewiesen hat.

Singing Parrot
freigelassen
Das Programm Singing Parrot, Gewinner des Eurasia-Vision Song Contest 2023, wird Open Source. Der Erfinder Michael Schilli setzte sich in letzter Instanz vor dem US-Patentgericht im kalifornischen Sacramento durch. Seine Software, so der Richter, verletze keine Patentansprüche des amerikanisch-japanischen Konzerns Media-San. Die Grundlagen der verwendeten Algorithmen habe bereits im Jahr 1928 ein Münchner namens Ludwig Fey entdeckt. Der Software-Papagei nahm seinen Anfang als Perl-Spielerei, die Schilli im Jahr 2012 im Linux-Magazin arglos vorstellte.
Linux auf dem
Nanoputer
Ein chinesisches Entwicklerteam der Universität Shanghai hat einen rudimentären Linux-Kernel auf den Nanoputer portiert. Die Strukturbreiten des Teutonium-basierten Rechners messen 10-42 Meter. Das Betriebssystem findet im angegliederten Vandalium-Massenspeicher mit 64 TByte Kapazität Platz.

Teamleiterin Pan Lan Jai bezeichnet im Gespräch mit dem chinesischen Linux-Magazin die kosmische Hintergrundstrahlung als größtes Problem der Nanoputer-Architektur: “Hätten uns die Kollegen vom CERN nicht in ihren stillgelegten Tunnel eingeladen, wären wir mit dem Debuggen nie fertig geworden.”

IBM vereinfacht
Spintronik-Migration
Der IBM-Konzern bietet Firmenkunden ein neues Komplettpaket zur Migration auf Spintronik-Systeme an. Dabei werden bestehende Anwendungen von traditioneller Halbleiter-Hardware auf die System-F-Rechner des Herstellers übertragen. Laut IBM soll das Vorgehen auch für nicht deterministische Verfahren geeignet sein.

Was in der zur Migration eingesetzten Appliance namens Monolith genau passiert, möchte der Anbieter nicht näher erklären. Die Produktbroschüre erwähnt lediglich generative Transformationsgrammatik und Quanten-Elektrodynamik als eingesetzte Verfahren.

Als Betriebssystem dient ein gehärteter Linux-Flux-Port. Auf Anfrage des Linux-Magazins erklärte der zuständige Produktmanager Seamus Android: “Stellen Sie sich einfach vor, es gäbe eine magische Box.”

Kritiker bezeichnen IBMs undurchschaubare Spintronik-Appliance Monolith als Black Box (© IBM)

Kritiker bezeichnen IBMs undurchschaubare Spintronik-Appliance Monolith als Black Box (© IBM)

CSBF vergibt Preis
Für den Payware-Award der Closed Source Business Foundation (CSBF) läuft die Bewerbungsfrist noch bis zum 30. November 2024.

Der zum zweiten Mal ausgelobte Preis zeichnet Unternehmen aus, die historische Herstellungsmethoden proprietärer Software vor dem Vergessen bewahren. Im vergangenen Jahr ging der erste Preis an die Firma Adobe, die zudem noch den Sonderpreis der Jury erhielt. Wie in der Urteilsbegründung zu lesen ist, entstand das prämierte Programm E-Paper-Shredder nicht nur komplett hinter geschlossenen Türen – auch die Preisgestaltung und das Einsatzszenario überzeugten.

Ubuntu Robust
Rhinoceros
Die Firma Canonical hat für die Release 2024.10 ihrer Linux-Distribution Ubuntu ein besonderes Produktkonzept vorgestellt: Bei der Ausgabe mit dem Codenamen “Robust Rhinoceros” soll es sich um gehärtetes Linux handeln. Dazu kommt der Kernelfork Coconut 2.6.2361.5 zum Einsatz, der zudem harte Echtzeit bietet. Ein Patch von Greg Kroah-Hartman gibt harte Disk-Quotas vor. Das Dateisystem wird ausschließlich Hardlinks verwenden, weshalb es auf eine einzige Partition beschränkt ist.

Damit der harte Kern eine ebensolche Schale enthält, kommt als Kommandozeilen-Interpreter die Hard Shell zum Einsatz, die allerdings nicht Bourne-kompatibel ist.

Der Hersteller widmet dem Rhino-Ubuntu ein eigenes Entwicklerteam. Unter der Leitung des als hartnäckig bekannten Eric S. Raymond soll eine verschworene Gruppe von Hardcore-Entwicklern an dem System arbeiten.

Laut Pressemitteilung richtet sich das gehärtete Betriebssystem vor allem an OEMs, die damit ihre Hardware ausstatten sollen. Das Handbuch wird in Kooperation mit dem Verlag O\’Reilly in dessen Nutshell-Reihe erscheinen.

Intosh Linux 2.0
mehrkernfähig
Intosh Linux, eine junge Distribution für das Bio-Computing auf Apple-Computern, ist in Version 2.0 erhältlich. Als größte Neuerung nennt der Entwickler R. Otto Tothecore die erweiterte Hardware-Unterstützung: Auf den Modellen Cox Orange, Golden Delicious und Royal Gala ist Intosh nun mehrkernfähig. Auf älterer Hardware wie etwa Granny Smith läuft die Distribution ebenfalls, jedoch mit emulationsbedingten Performance-Einschränkungen.

Zum Installationsumfang gehört nun standardmäßig der Fructose-Server auf Chloroplasten-Basis. Als zentraler Dienst versorgt er Clients wie Most und Ethanol mit Ressourcen. Ein Konnektor ermöglicht auch das Zusammenspiel mit Käpplewoi. Multimedia-Freunde werden sich über den Soft-Synthesizer Photosynthese in Version 1.9 freuen, als motivierendes Spiel ist Worms 3.0 an Bord.

Intosh Linux macht's möglich: Die Besitzer von Apples schickem Desktop-Modell Cox Orange können nun auf Mac OS XXIII verzichten.

Intosh Linux macht’s möglich: Die Besitzer von Apples schickem Desktop-Modell Cox Orange können nun auf Mac OS XXIII verzichten.

Green IT ist
Zukunftsthema
Die IT-Messe “No Discussion” hat umweltbewusst ausgelegte Informationstechnologie zum Motto gemacht. Bei der zum Launch abgehaltenen Pressekonferenz gab es einzelne Stimmen betagter Journalisten, der Slogan komme ihnen irgendwie bekannt vor. “Sind Sie Befürworter der Klimakatastrophe?!”, antwortete die Messeleitung.
Debian erneut mit
Punktlandung
“Es ist fast schon unheimlich”, kommentiert die Debian-Projektleiterin Ana Ang die Serie der pünktlichen Releases der freien Linux-Distribution Debian. Schon zwei Tage vor der angekündigten Veröffentlichung seien die Mirrors bestückt gewesen. Debian hat damit schon zum dritten Mal hintereinander den Fahrplan eingehalten. Seit das Projekt sich nach anhaltender Debatte auf eine Gleichstellungs-Policy bei der Besetzung der Projektleitung geeinigt hatte, ist keine Verzögerung mehr eingetreten. Im kommenden Jahr wechselt die DPL wieder ins männliche Lager.
In eigener Sache

QR-Code für die Digi-Glasses.

QR-Code für die Digi-Glasses.

SOS angenommen
Das Standardisierungsgremium MISO hat Service-orientierte Services (SOS) als internationale Norm anerkannt. Der Nachfolger der SOA dient dazu, auf hoher Abstraktionsebene Dienste zu orchestrieren. Dazu kommen die Protokolle REST und RAST zur Anwendung. Über die angebotenen Dienste informiert ein Verzeichnisdienst im ROST-Format.

Der SOS-Einsatz ist vor allem bei der Unternehmensintegration und in der Finanzwirtschaft üblich. Zu den größten Anwendern gehört die Ozeanische Börse in Shanghai.

Jagd auf falsche
Doktoranden
Die von der Max-Planck-Gesellschaft als Open-Source-Projekt entwickelte Benford-Maschine darf Anfang 2025 in den Produktiveinsatz gehen. Der Ethikrat der Geschwister-Scholl-Universität München erteilte dem Vorhaben nun die Genehmigung.

Die Software verwendet das Benfordsche Gesetz über die Verteilung von Ziffern in empirischen Datensätzen, um gefälschte Forschungsdaten aufzuspüren. Nun soll die Maschine in Form eines dissozierten Daemon auf die seit 2005 im Universitätsarchiv eingelagerten digitalen Doktorarbeiten losgehen.

Das Projekt Benford-Maschine führte zu kontroversen Diskussionen: Zum einen handelt es sich um den ersten großen Einsatz eines dissozierten Daemon in einer öffentlichen Einrichtung, zum anderen wirft sie neue Fragen der Wissenschaftsethik auf.

Die beteiligten Max-Planck-Wissenschaftler verwiesen in der Auseinandersetzung stets auf den Quellcode und die Dokumentation, die beide öffentlich zugänglich seien. Auch habe nie eine Zusammenarbeit mit der seit Anfang 2010 auf den Antillen angesiedelten Anwaltsfirma SCO bestanden.

Leichter abnehmen dank
Coolix-API
Erfolglosen Diät-Anwendern macht der Design-Kühlschrank L-2025 von LG einen Strich unter die Kalorienrechnung. Befindet sich ein aus ihm entnommenes Objekt auf einer Blacklist, twittert das Gerät das Vergehen in einem eigenen Tweet, um sozialen Druck aufzubauen.

Technisch sorgt dafür der von dem Kühlgeräte-Linux Coolix bereitgestellte EIBD (Europäischer Installationsbus-Daemon, [http://www.auto.tuwien.ac.at/~mkoegler/index.php/eibd]). Er bindet das im Haus installierte Überwachungssystem ein und sorgt dafür, dass Coolix mittels einer Subjekt- und Objekt-Erkennungssoftware sowohl definierte Übeltäter als auch vorher festgelegte sanktionierte Elemente automatisch erkennt. Dann stößt er das Programm Ttytter-fies 0.4 an, das die Nahrungsmittel samt Kalorienwert per Twitter publiziert. (ake/mhu/uba)

Das in Coolix verwendete automatisierte Twitter-Konsolentool Ttytter-fies übermittelt die kleinen und großen Vergehen an die Allgemeinheit.

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