Gerade hat München einen extrem teuren Rückwärtssalto in Sachen Open Source angekündigt, da will die nächste deutsche Großstadt prüfen, ob sich nicht Alternativen zu den Monopolisten lohnen können: Dortmund.
Dortmund erweitert dabei seinen “Masterplan Digitale Stadtverwaltung” um das Projekt “Freie Software und Offene Standards”, wie unter anderen Pro Linux berichtet.
In den kommenden beiden Jahren wolle die Stadt die “Potenziale von Freier Software und Offenen Standards für die Verwaltung untersuchen”. Open Source soll dabei für neue Handlungsspielräume sorgen und die Kommunikation mit den Bürgern durch offene Standards erleichtern. Das sind qualitative Vorteile, die die jüngste Münchner Entscheidung komplett ignoriert. Aber natürlich bietet Open Spurce auch in Dortmund obendrein die Gelegenheit, in Größenordnungen Lizenzkosten zu sparen. Diese Kosten halst man sich in München nicht nur erneut auf, sondern vervielfacht sie sogar durch die Notwendigkeit, für bereits eingesetzte Linux-Software erneut Ersatz entwickeln zu müssen.
Die Prüfungen werden freilich einige Zeit in Anspruch nehmen und das Ergebnis steht heute noch nicht fest. Aber immerhin unterstreicht schon die Absicht, nach Alternativen zu suchen statt sich in alte Abhängigkeiten zu flüchten, dass man in Dortmund eine deutlich modernere und offenere Einstellung zu freier Software pflegt, als an der Isar.
Rück-Sichts-voll
Jens-Christoph Brendel



