Fedora 27: Modularer und mit besseren Chiffren

“Tausende von Verbesserungen” verspricht Matthew Miller, Projektleiter der Distribution Fedora für die heute erschienene Version 27. Unter anderem warten ein neues Gnome und ein 32-Bit-UEFI.

Fedora 27 Workstation punktet unter anderem mit dem neuen Gnome 3.26, das seinerseits einige Veränderungen auf Lager hat. So erlaubt es die eingebaute Virtualisierungslösung Boxes neuerdings, Ordner zu tauschen. Die Fedora-Entwickler haben an die Konfigurationsbereiche für den Bildschirm und das Netzwerk überarbeitet, die Systemsuche zeigt mehr Ergebnisse an. Nicht zuletzt kommt das Multimedia-Framework Pipewire zum Einsatz, das sich zur Zeit allerdings nur um Video kümmert.

Der Fedora 27 Server ist modularer gestaltet, was es künftig vereinfachen soll, die Lebenszyklen von Anwendungen und Betriebssystemkomponenten zu entkoppeln. Neuere Versionen von Software setzen dann nicht mehr zwingend ein neues Betriebssystem oder auch nur bestimmte Betriebssystemkomponenten voraus. Webserver lassen sich zum Beispiel in unterschiedlichen Versionen ausliefern, jeweils gebündelt mit den zugehörigen Bibliotheken. Begonnen haben die Atomisierungsbemühungen bereits mit Fedora 26 Boltron. Auch neu ist der Support für 32-Bit-UEFI für x86-Systeme, die einen 64-Bit-Prozessor verwenden. Ein spezielles Setup, das Fedora bislang nicht unterstützt hat.

Fedora hat seinem modularen System eine eigene Webseite gewidmet: https://docs.pagure.org/modularity/.

Natürlich gehören zu den zahlreichen Verbesserungen neben Bugfixes auch neue Versionen von Software. Libre Office ist bei der Ausgabe 5.4 angekommen, die EMF+-Vektorbilder importiert, Writer und Calc verbessert und es erlaubt, ODF-Dokumente mit Open-PGP-Keys zu signieren. Das Paketverwaltungssystem RPM liefern die Entwickler in Version 4.14 aus, die unter anderem den Support für reproduzierbare Builds und den Umgang mit SSDs verbessert. Für SSDs gibt es nun übrigens auch die Option, die Kernel-Voreinstellungen für “discard” in den “dm-crypt”-Mappings für mit Luks1 verschlüsselte Volumes über ein Flag in “/etc/crypttab” zu ignorieren.

Mit Version 1.64 ist die jüngste Release von Boost mit an Bord, die GNU C Library in Version 2.26. Node.js haben die Entwickler auf Version 8.x gehoben, die letzte Version mit Langzeitsupport. Ruby on Rails ist in Version 5.1 mit von der Partie, Golang erreicht die Version 1.9. Das unbeliebte Perl haben die Fedora-Entwickler als Version 5.26 im Gepäck, von Java 9 gibt es eine so genannte Tech Preview auf Open JDK 9.

Im Kryptobereich warten auch einige Updates. Kerberos erhält ein besseres Caching-System für Zugangsdaten, Libcurl macht eine Rolle rückwärts und nutzt wieder Open SSL anstelle von NSS (Network Security Services). Weil mit der Entdeckung von Sweet32 Chiffren mit Chiffrenblöcken von weniger als 128 Bit als verwundbar gelten, springt Open VPN von Blowfish (BF-128-CBC) auf AES-256-GCM. Nicht zuletzt richten sich nach den Clients in Fedora 26 nun auch die Open-SSH-Server an die systemweite Security-Policy. SSH-1-Support wurde aus den Clients entfernt.

Alle neuen Features im Überblick liefert das Fedora-Wiki. Auf die verschiedenen Varianten von von Fedora 27, seien es Labs, Spins, ARM oder alternative Architekturen, verlinkt das offizielle Release Announcement.

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