Open Source im professionellen Einsatz

19 Projekte gewinnen Trophées du Libre 2007

04.12.2007

Die ersten Plätze in den sechs Kategorien des internationalen Free-Software-Wettbewerbs Trophées du Libre erhielten je 3000 Euro. Das erste Mal vergab die Jury auch einen Sonderpreis.

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Zu denen, die sich unter anderem über Geldpreise zwischen 500 und 3000 Euro freuen können, zählen die synchronisationsgeeignete Dateienverschlüsselung Rsyncrypto im Bereich Sicherheit. Die Kategorie Firmen-Management entschied Limesurvey für sich: Mit der Software, die sich "erfrischend einfach" findet und deswegen eine Zitrone als Logo wählte, kann man Online-Umfragen erstellen.

Den diesjährigen Vorsitz führte Georg Greve, der Vorsitzende der Free Software Foundation Europe (FSFE). Dem Wettbewerb steht in jedem Jahr eine andere "Symbolfigur" vor, heißt es in einer Infobroschüre des Wettbewerbs (PDF, 108 KByte). Den Anfang machte demnach Richard Stallman im Jahr 2003, gefolgt von David Axmark, der Mysql mitgründete. Letztes Jahr war der Ubuntu-Vater Mark Shuttleworth Chairman der Trophéess du Libre.

In den sechs Kategorien Sicherheit, Firmenmanagement, Öffentlicher Sektor, Bildung, Multimedia und Spiele sowie Wissenschaft kandidierten rund 150 Projekte. Darunter sind kleine spezialisierte Projekte (zum Beispiel Ktoon für Comiczeichner) genauso vertreten wie allgemein nützliche (das Programm Fet zum Erstellen von Stundenplänen) oder fachlich ambitionierte (zum Beispiel die Echtzeit-3D-Simulation Sofa).

Sinn des erstmals 2003 durchgeführten Wettbewerbs ist, unbekannten Projekten Geld und Öffentlichkeit zukommen zu lassen. Bereits weithin bekannte Projekte hätten explizit wenig Gewinnchancen, heißt es in den Teilnahme-Erklärungen. Trotzdem haben auch KDE, Amarok und Marble, ja sogar Joomla teilgenommen, wie aus den angemeldeten Projekten ersichtlich ist.

Anmelden kann sich jedes Projekt immer selbst. Die 30-köpfige Jury, die komplett aus mehr oder weniger exponierten Vertretern und Programmierern freier Software besteht, verteilte sich auf die Kategorien, so dass es in jeder Kategorie zwischen drei und sechs Juroren gab. Aus den angemeldeten Projekten suchte die Jury für jede Kategorie drei Finalisten aus, die nach Frankreich reisen sollten, um ihr Projekt selbst vorzustellen. Anschließend riefen die Jurymitglieder noch vor Ort die Reihenfolge der Gewinner aus. Der Sonderpreis wurde dieses Jahr zum ersten Mal verliehen. Mit ihm wollte die Jury die besondere Innovationskraft des Projekts ehren. Die Gewinner sowie alle anderen Projekte sind auf der Webseite des Wettbewerbs gelistet.

Carsten Schmitz ist der Projektleiter von Limesurvey. Er verlieh im Forum der Trophées-Webseite ungezwungen seiner Anerkennung sowie seiner Freude Ausdruck. "Ich glaube diese Veranstaltung trägt sehr viel dazu bei, das Verständnis und das Verhalten in Bezug auf Software zu ändern", heißt es da. Weiter sinniert er: "Ich bin ernsthaft der Meinung, dass Open-Source-Software die Volkswirtschaften verändern kann, zum Beispiel wenn sie einen kommerziellen Gegenspieler hat oder wenn sie innovativ ist."

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