Aus Linux-Magazin 12/2016

Neuerungen in Ubuntu 16.10 "Yakkety Yak"

© NejroN, 123RF

Pünktlich wie geplant hat Canonical am 13. Oktober 2016 die neue Version 16.10 seiner Distribution Ubuntu veröffentlicht. Gegenüber Ubuntu 16.04 gibt es allerdings nur wenige Änderungen. Anwender dürfen sich immerhin über aktualisierte Gnome-Programme und eine Vorschau auf Unity 8 freuen.

Ubuntu 16.10 trägt den Codenamen Yakkety Yak und nutzt weiterhin die von Canonical entwickelte Desktop-Umgebung Unity 7. Als Basis dienen jetzt aber Programme aus Gnome 3.20, von dem Unity etwa den Dateimanager Nautilus erbt. Ausgewählte Gnome-Programme liegen sogar in Version 3.22 bei, etwa der Texteditor Gedit. Durch den Umstieg auf GTK+ 3.20 müssen Theme-Entwickler aber bestehende Themes anpassen.

Neue Nummern

Der Anmeldebildschirm von Ubuntu 16.10 bietet Usern die Option, eine Vorabversion der Desktopumgebung Unity 8 zu testen. Anders als Unity 7 benötigt sie den von Canonical entwickelten Displayserver Mir. Der soll X11 in Ubuntu langfristig ablösen, läuft aber derzeit nur auf einigen Grafikkarten.

Nach dem Start zeigt Unity 8 ein Fenster »Scopes« an, aus dem heraus lediglich zwei rudimentäre Unity-8-Apps starten (Abbildung 1). Auf Wunsch fügt der User weitere Scopes genannte Seiten hinzu, die etwa schnellen Zugriff auf Amazon oder Wikipedia erlauben. Stößt er mit der Maus an den linken Bildschirmrand, zeigt sich der bekannte Starter. X11-Anwendungen wie Libre Office verweigern unter Unity 8 noch den Dienst.

Abbildung 1: Auf Ubuntu-Smartphones erscheinen Scopes nicht in einem Fenster, sondern bildschirmfüllend.

Abbildung 1: Auf Ubuntu-Smartphones erscheinen Scopes nicht in einem Fenster, sondern bildschirmfüllend.

Im Inneren des “Quasselnden Yak” werkelt der Linux-Kernel 4.8. Systemd kümmert sich neben System- auch um User-Sessions. Libre Office liegt in der Version 5.2 bei. Die Aktualisierungsverwaltung zeigt jetzt auch Changelogs für PPAs an, also die Paketquellen von Drittanbietern. Zudem steckt das Verschlüsselungstool »gpg« nun im Paket »gnupg2« .

Ubuntu Server enthält Open Stack Newton, Maas 2.0, Qemu in Version 2.6.1 sowie Libvirt in Version 2.1. Um die Differenz zu Debian zu verkleinern, heißt der Libvirt-Dienst ab sofort »libvirtd.service« . Das Alias »libvirt-bin.service« stellt die Abwärtskompatibilität sicher. Des Weiteren klettert das Data Plane Development Kit (DPDK) auf die Version 16.07, Open Vswitch liegt in Version 2.6 bei.

Gleiche Brüder

Auch bei den offiziellen Ubuntu-Derivaten halten sich die Neuerungen in Grenzen: Kubuntu 16.10 setzt auf Plasma 5 und die KDE Applications 15.12, während Lubuntu weiterhin LXDE nutzt. Ubuntu Mate bringt den Mate-Desktop in Version 1.16 mit, der jetzt auf GTK+ 3.20 basiert. Ubuntu Gnome vermischt Gnome 3.20 mit Anwendungen aus der neueren Version 3.22. Zu ihnen zählen etwa die Apps Videos und Photos (Abbildung 2). Zusätzlich dürfen Nutzer über den Anmeldebildschirm eine experimentelle Wayland-Session starten. Standardmäßig installiert Ubuntu Gnome jetzt keine Qt-Bibliotheken mehr.

Abbildung 2: Die meisten Gnome-Programme (wie hier Videos) bieten mittlerweile auch eine praktische und kompakte Übersicht aller möglichen Tastenkürzel.

Abbildung 2: Die meisten Gnome-Programme (wie hier Videos) bieten mittlerweile auch eine praktische und kompakte Übersicht aller möglichen Tastenkürzel.

Während Ubuntu 16.04 als LTS-Version bis 2021 Aktualisierungen erhält, unterstützt Canonical die Zwischenversion nur neun Monate lang bis zum Juli 2017.

Fazit

Mit Ubuntu 16.10 Yakkety Yak betreibt Canonical Produktpflege. Obwohl die Zwischenversionen eigentlich für Experimente gedacht sind, bleiben größere Neuerungen aus. Selbst das mehrfach verschobene Unity 8 gibt es weiterhin nur in einer unbenutzbaren Vorabversion, die X11-Alternative Mir zeigt auf vielen Systemen nur einen schwarzen Bildschirm an. Wer bereits Ubuntu 16.04 LTS auf seinen Rechnern einsetzt und die aktualisierten Versionen der Programme nicht unbedingt benötigt, kann das Update auslassen.

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