Groupware im Praxistest
Teamarbeit nach Mozilla-Art
von Markus Feilner
27.11.2007
Linux-Magazin Online hat sich die aktuellen Version 0.7 der Mozilla-Kalenderanwendung Sunbird angeschaut und die Groupware-Usability der Thunderbird-Suite genauer unter die Lupe genommen. Was Thunderbird, Sunbird und Lightning derzeit wirklich leisten, zeigt der folgende Artikel.
Mozilla bietet neben dem Firefox weitere Programme, die gute Chancen haben, sich auf dem Standard-Desktop durchzusetzen. Nach Firefox und Open Office gilt Thunderbird, das E-Mail-Programm aus dem Hause Mozilla, heute schon als dritte Open-Source-Anwendung auf vielen Windows-Arbeitsplätzen vorinstalliert, und das Kalenderprogramm Sunbird zeichnet sich als nächster Kandidat ab. Kürzlich in Version 0.7 veröffentlicht, scheint die erste massentaugliche Version 1.0 nicht mehr weit.
Thunderbird und die Bordmittel
Der Mailer Thunderbird hat das ausgefeilte Erweiterungskonzept vom schlanken Browser geerbt, und kommt zunächst mit einem vergleichsweise geringen Funktionsumfang auf die Platte. Für den einzelnen Arbeitsplatz, den Benutzer, der im wesentlichen sicher E-Mails lesen und versenden will, passt Thunderbird damit perfekt. Adressbücher, Filter und vieles mehr sind bereits an Bord, und im Vergleich zu Outlook ist Thunderbird sicherer gegenüber Viren, Spam und Exploits. Allerdings gibt es an einigen Ecken noch Aufholbedarf für die Entwickler.
Gemeinsame Mailfolder und IMAP-Rechte
Eine der wichtigsten Groupware-Funktionen ist die gemeinsame Nutzung von E-Mail-Foldern im IMAP. Vollständige IMAP-Clients lesen die Berechtigungen, binden freigegebene Ordner anderer Benutzer automatisch oder nach Aufforderung durch den Benutzer ein und geben dem User die Möglichkeit, eigene Ordner mit detaillierten Rechten freizugeben. Thunderbird bleibt hier deutlich hinter der Konkurrenz zurück und zeigt Berechtigungen auf dem Server nur an. Benutzer, die Ordner freigeben möchten, müssen dafür auf einen anderen Client oder ein Administrationsprogramm wie "cyradm" zurückgreifen.
Fortschrittliche Groupware-Funktionen wie Stellvertretung oder gemeinsame Ordner, zum Beispiel für Projekte, gibt es mit dem Mozilla Mailer immer noch nicht. Mailfolder der Kollegen werden allerdings automatisch beim Start eingebunden, im Betrieb braucht es eine Aktualisierung über den "Abonnieren"-Dialog im Hauptmenü. Besonders unschön ist das Verhalten, wenn ein Benutzer die Rechte an einem Ordner wieder entfernt: Der ehemals freigegebene Ordner bleibt in der Liste, bis er im "Abonnieren"-Dialog manuell wieder entfernt wird. Will der Mitarbeiter dort auf Nachrichten zugreifen, erhält er die wenig aussagekräftige Fehlermeldung "Der aktuelle Befehl war nicht erfolgreich. Der Mail-Server antwortete: Mailbox does not exist." Vollkommen korrekt, aber nicht zielführend.

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Thunderbird 2.0 zeigt die Freigaben im IMAP zwar korrekt an, ändern kann der Benutzer hier allerdings nichts.
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