Zwingend frei: Berner Stadtrat setzt ein Open-Source-Zeichen

Voll auf Open-Source-Kurs: Das Wappen der Stadt Bern mit dem namensgebenden Bären.

“Wegweisend” nennt Mathias Stürmer in seinem Blog “Digitale Nachhaltigkeit” die mehr als deutliche Entscheidung der Stadt Bern, alle Informatikdienste künftig auf Plattform- und Hersteller-Neutralität zu setzen und bei gleicher Eignung Open-Source-Software zu bevorzugen.

Was Politikern, aber auch Open-Source-Firmen in Deutschland noch nicht gelingt, entwickelt sich in immer mehr Ländern zum digitalen Alltag. Nach Italien und diversen europäischen Regionen hat jetzt auch die Hauptstadt der Schweiz eine wegweisende Entscheidung pro Open Source getroffen. Parlamentarier von fünf Fraktionen im Stadtrat hatten bereits vor einem Jahr eine so genannte Motion (PDF-Dokument) eingereicht, die den Berner Informatikdiensten eine klare Open-Source-Strategie verordnen sollte. Gestern fand die endgültige Abstimmung dazu statt, die Motion erhielt 36 Stimmen, 20 Stadträte stimmten gegen sie (vorwiegend aus den Fraktionen der FDP, BDP, CVP und SVP).

Voll auf Open-Source-Kurs: Das Wappen der Stadt Bern mit dem namensgebenden Bären.

Voll auf Open-Source-Kurs: Das Wappen der Stadt Bern mit dem namensgebenden Bären.

Vier Kernpunkte mit Vorbildcharakter

Stürmer nennt in seinem Blogpost vier Kernpunkte der Motion: Erstens eine Open-Source-Förderstrategie, die Produkt- und Herstellerneutrale Ausschreibungen verlange und bei gleichwertigen Kandidaten die Open-Source-Varianten bevorzuge. Zweitens solle diese Strategie aktiv umgesetzt, eine Kompetenzstelle aufgebaut und Pilotprojekte durchgeführt und mit Finanzmitteln ausgestattet werden. Dritter Eckpunkt sei die nationale und internationale Vernetzung der beteiligten Informatikdienste und Gremien, um so richtig von der Offenheit der verwendeten Software zu profitieren. Viertens sollen Lehrer wie auch der gesamte Bildungsbereich gezielt unterstützt und so Open-Source-Know-how bereits an den Schulen gezielt gefördert werden.

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bostaurus
8 Jahre her

Glückwunsch an die OpenSource-Gemeinde! Endlich gibt es Chancen, überhaupt zum Start zugelassen zu werden. Ab jetzt läuft das Rennen um die bessere und angemessenere Software.Die Erfahrungen damit in Freiburg/Breisgau machen deutlich, dass es unumgänglich ist, die Beschäftigten mit ins Boot zu holen. Das bedeutet zweierlei: Erstklassige Schulung und permanente Rückmeldung an die Programmierer. Und OpenSource-Software muss besser zu händeln sein als ClosedSourceProdukte, denn warum sonst sollte sich jemand in neue Software einarbeiten wollen. Dass die Kommune Geld spart, geht als Argument in dem Augenblick nach hinten los, in dem die Arbeitnehmer das Gefühl bekommen, ihre Stadt spare auf Kosten der… Mehr »

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