Open Source im professionellen Einsatz

Zurück zu KDE - Ein Wunsch der Opensuse-User

04.08.2009

Bis zur Übernahme der Suse Linux AG durch Novell war KDE unumstritten der Standard-Desktop der Nürnberger Distribution. Jetzt fordern Opensuse-Nutzer vermehrt, zu diesem Zustand zurückzukehren.

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Über das Opensuse-Feature-Tracking-System (openFATE) können Mitglieder der OpenSuse-Community und alle Opensuse-Nutzer Ihre Wünsche bezüglich der kommenden OpenSuse-Version angeben. Das am meisten gewünschte Feature ist zurzeit, KDE wieder als Standarddesktop einzusetzen. Den entsprechenden Feature Request reichte das neu gewählte KDE-Vorstandsmitglied Frank Karlitscheck ein.

 

Die Gründe für KDE als Standarddesktop liegen auf der Hand: Laut einer Umfrage des OpenSuse-Projekts arbeiten rund zwei Drittel aller OpenSuse-Nutzer mit KDE als Desktop. Zudem sind die OpenSuse-Entwickler traditionell stark mit KDE verknüpft und Suse hatte immer den Ruf, die beste KDE-Distribution zu sein. Als Novell begann, Gnome für die Enterprise-Produkte als Standard vorzuschlagen, war das negative Echo in der Community groß und so blieb es bis heute bei einem schlechten Kompromiss, der Gnome zwar an erster Stelle auflistet, aber keinen Desktop vorauswählt.

 

Da dieser Kompromiss gerade für Neueinsteiger aber ein unnötiges Hindernis darstelle und zudem andere Distributionen während der Installation auf eine ähnliche Auswahl verzichten würden, solle auch Opensuse wieder zu KDE als Standard zurückkehren und Gnome als Option beibehalten, fordert Karlitscheck.

 

In die Diskussion um den Standarddesktop, der sich zu einem heiklen Streit zwischen Novell (Gnome-Verfechter) und der Community (KDE-Fans) ausweiten könnte, hat sich nun auch der KDE-Entwickler Sebastian Kügler eingemischt. In seinem Blog fordert er Novell auf, Stellung zu beziehen und die unberechtigte Bevorteiligung von Gnome (die Erklärung dazu stammt vom KDE-Entwickler Lubos Lunak) zu beenden. Er schließt seinen Blog-Eintag mit den Sätzen:

 

"Die Zahlen sind eindeutig, KDE ist der bevorzugte Desktop der openSUSE-Community. Es gibt nun eine formelle Anfrage, diesem Umstand in der installation Rechnung zu tragen. Novell und alle, die im openSUSE-Team über Entscheidungsmacht verfügen haben nun die Gelegenheit zu beweisen, dass features.opensuse.org nicht nur ein Schein-Service ist, sondern die Community die Richtung von openSUSE vorgibt."

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