Open Source im professionellen Einsatz

Unter Dampf: Steam OS und Steam Machines

26.09.2013

Drei wichtige Ankündigungen in Folge versprach Valve, der Hersteller von Steam, für diese Woche. Gestern wurden eigene Konsolen angekündigt, am Montag das passende Linux-basierte Betriebssystem dazu: Steam OS.

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Mit den Steam Machines will Valve 2014 nicht nur eine, sondern gleich mehrere Rechner auf den Markt bringen, auf denen Steam OS, eine angepasste Linux-Version laufen soll. Zunächst will man aber in diesem Jahr einen Prototypen entwickeln, der sich an den großen TV-Screen im Wohnzimmer hängen lässt. Fragen zu den Plänen beantwortet eine FAQ in der Ankündigung.

Testen will man die Geräte nicht nur in der eigenen Firma, sondern auch in Kooperation mit den Usern: Erfüllen sie bestimmte Bedingungen, erhalten 300 Nutzer vorab kostenlose Exemplare der Steam Machine zugeschickt und müssen mit diesen dann verschiedene Aufgaben erfüllen. Die Bewerbung ist an fünf Bedingungen geknüpft: Der Bewerber muss bis zum 25. Oktober Teil der Steam-Universe-Community werden, Valves Bedingungen für die Beta-Teilnahme absegnen, zehn Freunde auf Steam besitzen, ein öffentliches Profil erstellen und ein Spiel im Big-Picture-Modus spielen.

Quelle: store.steampowered.com

Das Testsystem des Prototypen soll für Steam OS optimiert werden, Valves Linux-basierten und quelloffenen Betriebssystem. Zugleich soll der User die Kontrolle über die Hardware erhalten und diese erweitern dürfen - ein Seitenhieb gegen die geschlossenen Modelle der Konkurrenz. Er darf die Hardware austauschen, eigene Software installieren und das System hacken. Zu den Eingabegeräten will man sich noch extra äußern, neben dem Gamepad lassen sich auch Maus und Tastatur verwenden. Die anderen Modelle sollen jeweils auf Größe, Preis, Geräuschlosigkeit und andere Faktoren optimiert werden.

Steam OS

Wer sich fragt, welche Spiele Valve anbieten wird: Man habe bereits hunderte der 3000 verfügbaren Spiele auf Linux portiert, reine Windows- und Mac-Spiele wolle man per Netzwerk-Streaming verfügbar machen. Sie alle laufen dann auf Steam OS, das Valve für den Einsatz auf Fernsehgeräten optimieren möchte. Einige noch nicht genannte Spiele-Entwickler arbeiten laut Valve bereits an Titeln für Steam OS. Bis 2014 will man zudem weitere AAA-Titel, also besonders große und beliebte Spiele, auf Steam OS konvertieren.

Quelle: store.steampowered.com

Steam erhält zudem Streaming-Funktionen: Während der leistungsfähige Windows- oder Apple-Computer im Arbeitszimmer die Spiele antreibt, nimmt der Wohnzimmer-Rechner mit Steam OS die Bilder über das Netzwerk entgegen und zeigt sie auf dem Fernseher an. Darüber hinaus möchte Valve über die Steam-Plattform zukünftig auch Musik und Videos anbieten. Zusammen mit der angekündigten Verleihfunktion kopiert Valve damit sichtlich die App-Stores der anderen Hersteller.

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