Qt Developer Days: Neue Qt-IDE namens Greenhouse
14.10.2008
Matthias Ettrich von Qt Software, ehemals Trolltech, hat heute auf den Qt Developer Days in München eine neue Entwicklungsumgebung für Qt-Software namens Greenhouse angekündigt. Die Qt Developer Days finden am 14. und 15. Oktober 2008 in München statt.
In ein paar Wochen soll es eine erste Alpha-Version der Qt-IDE geben, die in rund drei Jahren in den Trolltech-Büros von Oslo und Berlin herangereift ist. In seiner Keynote erklärte Matthias Ettrich, Forschungs-und-Entwicklungschef für Trolltech alias Qt Software in Deutschland, verschmitzt den Hintergrund der Idee: "Wir sehen eine Chance, dass Emacs- oder Vi-Nutzer über den Tellerrand schauen." Die Entwicklungsumgebung kommt nämlich weitesgehend wie ein Editor daher, weil Puristen sich ganz zu Hause fühlen sollen. Die Qt-Ideenschmiede hat die Editor-Oberfläche um ausgewählte Features und das Gesamtpaket um Debugger, Compiler und natürlich Qt ergänzt.
Die IDE baut auf einem Fenster-Konzept auf: Alles, was der Entwickler nicht sehen will, blendet er aus. Das Editierfenster kann er auch als Vollbild setzen. Das puristische Designkriterium war bei der Optik sowie der Funktionen offensichtlich leitend. Aus dem Editorfenster heraus ist für den Anwender aber zum Beispiel schnelles Aufrufen der Dokumentation möglich, die sich etwa zu einem markierten Klassennamen in einem zweiten, benachbarten Frame öffnet. Die gerade editierten Zeilen markiert die Qt-Entwicklungsumgebung mit einem roten vertikalen Strich, speichert man die Änderung, wird der Positionsanzeiger grün. Syntaxfehler werden rot unterstrichen. Beim Drüberfahren mit dem Cursor erscheint eine Nachricht, die den Anwender auf mögliche Fehlerquellen hinweist.
Im Gespräch mit Linux-Magazin Online hoben Thomas Strehl und Eike Ziller, beides Greenhouse-Entwickler, unter anderem die mächtige Suchfunktion hervor. Strehl ist einer der zwei Ideengeber für die Entwicklungsumgebung. Ein Suchfeld, wie es zum Beispiel für die Mailsuche im Thunderbird-Mailclient rechts oben zu finden ist, holt als "Quickopener" Codebausteine in das aktuelle Projekt oder gewährt Zugriff auf parallel geöffnete Dateien. Auch innerhalb des aktuellen Programmtexts kann man über den Quickfinder zu bestimmten Textpassagen springen, nach Wunsch auch im Vi-Stil mit Angabe der Zeilenzahl. Der Quickfinder ist per Tastendruck zu erreichen, so wie sich die ganze IDE mit Shortcuts bedienen lässt: Ein Tribut an die Tastatur-Fans.
"Wir wollten die Entwicklungsumgebung schlicht und übersichtlich machen", sagte Thomas Strehl weiter zu Linux-Magazin Online. Mit Entwicklungsumgebungen wie Eclipse wolle die IDE auf keinen Fall konkurrieren, allerdings ergeben sich ihre Eigenschaften zum Teil ex negativo aus der Java-IDE. So dauere es allein fünf Minuten, bis Eclipse einssatzbereit ist. Außerdem wirke das freie IDE-Framework Eclipse komplex und kompliziert, was den einen oder anderen abschrecke. Greenhouse hingegen sollte auf keinen Fall überladen werden, sondern ein Editor sein, "dessen Feature ist dass er keine Features hat", wie Eike Ziller pointiert. Die Qt-IDE soll außerdem nichts vor dem Entwickler verstecken, etwa indem sie Buildsteps ausführt, ohne dass ohne weiteres klar ist wie sie zu ändern sind. Die Arbeitszentrale von Qt Greenhouse ist der Idee nach deswegen ein kleiner schlanker Texteditor, den der Entwickler ganz unter Kontrolle hat.
Entstanden ist die Idee vor drei Jahren als Projekt eines "kreativen Freitags", wie Thomas Strehl erzählt. Er erläutert: Bei Qt Software, ehemals Trolltech, haben angestammte Mitarbeiter nur eine 4-Tage-Woche von Montag bis Donnerstag. Am Freitag sollen sie neue Ideen und Projekte ersinnen. Vor rund drei Jahren stellten Thomas Strehl und ein Kollege ihrem Vorgesetzten die IDE-Idee vor, die sie seitdem als Freitags-Forschungsprojekt vorangetrieben haben. In ein paar Wochen soll es nun die erste Alpha-Version zum Download geben.
Das Qt Greenhouse IDE läuft auf Linux, Mac OS X und Windows. Ob es quelloffen sein wird, können die Entwickler allerdings noch nicht mit Bestimmtheit sagen. Sie halten es für wahrscheinlich. Auf der Greenhouse-Webseite ist zur Zeit noch die Ankündigung zu finden.
(Anika Kehrer)
| Whitepaper |
|
Daten Migration - Eine Publikation von Bloor Research
Datenmigrationsprojekte überschreiten häufig das Budget, neigen zu Verzögerung und werden unter Umständen komplett abgebrochen. Bloor Research ist eines der weltweit führenden IT-Forschungs-, Analyse- und Beratungsunternehmen und wird in dem vorliegenden White Paper die wichtigsten Aspekte dieser Problematik näher beleuchten. Ferner werden praktische Empfehlungen für erfolgreiche Migrationsprojekte gegeben, die Sie auf Ihr nächstes Projekt übertragen können.
Download PDF (Registrierung erforderlich)
|
|
Open Source Datenintegration in der Praxis: Fallstudien und Anwendungsbeispiele
Über die letzten Jahre hinweg haben sich Open Source Lösungen als fester Bestandteil des gesamten Datenintegrationsmarktes etabliert. Viele Unternehmen haben bereits das Open Source Modell für Ihre Datenintegrationsprojekte aufgegriffen. Das vorliegende White Paper illustriert anhand ausgewählter Fallstudien und Anwendungsbeispiele die Implementierung von Open Source Datenintegration in der Praxis und benennt die daraus resultierenden Vorteile.
Download PDF (Registrierung erforderlich)
|
|