Microsoft patentiert "sudo"
12.11.2009
Ein neues Patent von Microsoft heizt die Softwarepatentdiskussion an: Der Softwaregigant erhebt urheberrechtliche Ansprüche auf „sudo“.
In regelmäßigen Abständen bringt Microsoft ins Gespräch, dass Linux und andere freie Software angeblich gegen 235 Patente verstößt - nun könnte der sudo-Befehl die Nummer 236 auf der Liste werden. Die Abkürzung für „super user do“ ist jedem Linux-Nutzer und Anwendern Unix-ähnlicher Betriebssysteme bestens vertraut, hiermit werden Prozesse beispielsweise mit Root-Rechten gestartet. Verpackt in eine grafische Oberfläche ist die Funktion nun unter der US-Patentnummer 79617530 registriert. Microsoft beschreibt hier in mehreren Absätzen in verschwurbelter Patentanwaltssprache, worauf sich der Anspruch gründen soll. Pamela Jones, die Betreiberin der Juristenplattform Groklaw, fasst die juristischen Formulierungen in ihrer Analyse in einfache Worte: „Sudo für Dummies“.
Als erstes Entstehungsdatum der Technologie nennt Microsoft gegenüber der Behörde das Jahr 1997. Tatsächlich wurde der Befehl „sudo“ von Bob Coggeshall und Cliff Spencer wohl im Jahr 1980 an der University of New York in Buffalo erfunden und zum ersten Mal in einem 4.1BSD eingesetzt. Aktuell wird sudo von Todd Miller betreut. Auf Groklaw kommentiert Jones trocken: „Ich vermute, Microsoft vergaß dies [im Patentantrag] zu erwähnen.“ Die Schlussformulierung der Patentschrift ist weit reichend: „(...) die Erfindung, die in den Ansprüchen definiert ist, ist nicht notwendigerweise auf die spezifischen Funktionen oder beschriebenen Einzelschritte begrenzt“, heißt es hier.
Nun setzen Open-Source-Juristen große Hoffnungen auf den Prozess, der unter dem Namen „Re Bilski“ bekannt geworden ist. Im Oktober 2008 hatte ein US-amerikanisches Berufungsgericht entschieden, dass eine Geschäftsidee nicht als Patentgrundlage taugt. Zum Thema gehört wurden auch zahlreiche Softwareunternehmen, darunter IBM, Microsoft und Red Hat. Aktuell wird der Fall vom Obersten Gerichtshof neu verhandelt, Experten gehen davon aus, dass das Urteil grundlegende Auswirkungen auf die Patentierbarkeit von Software haben wird.
(Britta Wülfing)
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sim,
18.11.2009 20:03
KervyN,
12.11.2009 15:27
"sudo (kurz für substitute user do[1])"
[1]http://linux.die.net/man/1/su
nur mal so am rande
Wrobel,
12.11.2009 14:49
Stefan Gebhardt,
12.11.2009 13:08
selbst erfunden haben die doch laut geschichte und historie nie was.. dos war einer der wenn nicht gar der erste diebstal.
und seit dem wird geklaut und abgeguckt was das zeug hält.
ich dachte das ausscheiden von bill "langfinder" gates würde an der politk der firma was ändern, schade das steve das nun vorfürt.
ps.: sollte ein so ehrlicher und kritischer kommentar aus rechtlichen gründen nicht erwünscht sein, darf er gerne von der redaktion gelöscht werden, ich würde dieses aber als zimlich traurig ansehen, den die wahrheit muss irgendwann ja mal erwähnt werden.
Lehmi,
12.11.2009 12:20
joschi,
12.11.2009 12:16
Markus,
12.11.2009 11:49
gleich im ersten Satz lese ich: "Ein neues Patent von Microsoft heizt die Softwarepatentdiskussion an: Der Softwaregigant erhebt urheberrechtliche Ansprüche auf „sudo“."
Es sind aber keine "urheberrechtlichen Ansprüche" sondern "Patentansprüche". Ein sehr wichtiger Unterschied, da das Urheberrecht etwas ganz anderes ist als das Patentrecht!
Microsoft ist natürlich Urheber ihrer Implementierung und kann/soll darauf auch "urheberrechtliche Ansprüche" stellen. Patentrechtliche ansprüche sind deswegen aber trotzdem nicht möglich, da (1) Software wie Mathematik, Logik oder ein deutscher Satz nicht erfunden wird und (2) es diese Art der Software schon früher gab.
Martin Marcher,
12.11.2009 10:34