Mehr Open Source in Schleswig Holstein

Gerade noch liest man, dass Schleswig-Holsteins Haushalt seit 50 Jahren erstmals Geld einnimmt, statt welches auszugeben, da kommt auch schon ein Verdacht auf, warum das so sein könnte: Liegt es an der Open-Source-Strategie?

Wohl eher nicht, denn die IT-Ausgaben sind ja verhältnismäßig gering. Eine richtige Strategie gab es bisher ohnehin nicht. Immerhin schreibt das OSOR nun auf Joinup, dass mehr und mehr freie Software auf Servern (Apache für Webserver, Tomcat und Jboss für Application Server) des nördlichsten Bundeslandes laufe. Im neuen Koalitionsvertrag zwischen SPD, Grünen und SSW verankert sind unter anderem eine Unterstützung für die Creative-Commons-Lizenzen und OER (Open Educational Ressources), auch vom verstärkten Einsatz “freier und quelloffener Software” ist die Rede.

Gegenüber OSOR bestätigte ein namentlich ungenannt bleibender Sprecher der Landesregierung Pläne für einen zunehmenden Einsatz von freier Software. Das Land habe seine ICT-Dienste an Dataport ausgelagert, ein länderfinanziertes IT-Unternehmen mit Sitz in Altenholz bei Kiel, das nun zum Beispiel den Einsatz eines quelloffenen Managementsystems für relationale Datenbanken prüfe – bislang allerdings ohne Ergebnis.

Auch auf den Desktops der Angestellten des Landes könnte es Bewegung geben: Da der Vertrag mit dem bisherigen Anbieter auslaufe, überlege der CIO des Bundeslandes, Ende 2014 und Anfang 2015 einen Wechsel zu Open-Source-Software anzugehen. Er stimme seine Überlegungen mit politischen Entscheidungen ab, das Münchener Projekt habe man dabei im Blick. Bei einer Befragung vor der Wahl 2012 äußerten sich die Angehörigen der Koalition eher ausweichend bis oberflächlich, insofern wird man abwarten müssen, ob die Pläne nicht einmal mehr verpuffen.

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