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Kernel: Kritik an WLAN-Code im Staging-Bereich

Dan Williams, Red-Hat-Mitarbeiter und Entwickler des NetworkManager, frisst Ärger nicht in sich hinein. Auf dem Gnome-Blog rechnet der Entwickler mit den WLAN-Staging-Treibern im Kernel ab und schlägt Änderungen vor.

Grund der Erregung: Offensichtlich erkennt keiner der WLAN-Treiber Access Points mit versteckten SSIDs. Das liege zum Teil daran, dass das "IW_SCAN_CAPA_ESSID"-Bit nicht gesetzt ist. Die populären Ralink-Treiber, die oft in Netbooks zum Einsatz kommen, besitzen gar überhaupt keine Möglichkeit, nach SSIDs zu scannen.

Zur Erinnerung: Der Staging-Tree wurde ursprünglich geschaffen, um Treiber in einer sehr frühen Entwicklungsphase unterzubringen, an denen Entwickler und Unternehmer in Ruhe arbeiten sollen. Mittlerweile liefern viele Distributoren die Treiber mit aus.

Williams moniert nun, dass er für das besagte "IW_SCAN_CAPA_ESSID"-Bit bereits vor zwei Jahren einen Patch eingereicht hätte, dass die Entwickler den Code aber offenbar nicht anfassen bzw. Hersteller nicht mit der Community an den Treibern arbeiten.

Sehr anschaulich beschreibt er in dem Blog die zwei Arten von Staging-Treibern: "a) old dried gum from under the cafeteria table (drivers with a future), and (b) fresh vomit from the hung-over kid in your math class (those without a future)." Zu den Treibern ohne Zukunft zählt er etwa die Ralink-Treiber (rt2860, rt2870, rt3070, rt3090, wlan-ng, vt665x), da diese noch auf dem veralteten ieee80211-Stack basieren.

Er schlägt vor, sich lieber um die Treiber mit Zukunft zu kümmern, die den mac80211-Stack des Kernels verwenden (er nennt die rt2x00-Treiber) und die alten Treiber sein zu lassen. Es gebe einfach zu wenig Entwickler, man müsse daher Prioritäten setzen. Im ersten Fall hätten die Anwender vielleicht erst einmal sechs Monate keine Treiber für ihr WLAN, aber danach großartige Software, die die Energiespar-Features, Hintergrund-Scans und weitere aktuelle Funktionen nutzt.

(Kristian Kißling )
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