Kernel 3.12 verbessert Radeon- und Nouveau-Support

Seit einiger Zeit gibt es Zoff zwischen Linus Torvalds und dem Entwickler von Bcachefs, Kent Overstreet.

Kernel-Chef Linus Torvalds veröffentlichte gestern die neue Version 3.12 des Linux-Kernstücks und denkt über eine reine Bugfix-Release nach.

Weil er in der nächsten Woche mit einer absehbar schlechten Internetverbindung unterwegs sei, habe er die neue Version des Kernels veröffentlicht, gab Torvalds auf der Mailingliste bekannt. Aus diesem Grund werde er auch das Merge-Window für 3.13 in der nächsten Woche nicht öffnen.

Nach der Ankündigung schnitt Torvalds noch zwei andere Themen an. Zum einen lehne er hohe Versionsnummern ab und würde gern von Version 3.19 direkt auf die 4.0 wechseln. Zum anderen habe er über eine Linuxcon-Idee von Dirk Hohndel nachgedacht, der gefragt hatte, ob es möglich sei, eine reine Bugfix- und Stabilitäts-Release zu veröffentlichen (wir berichteten). Ihn selbst interessiere das weniger, aber wenn es Entwickler gebe, die das für eine gute Idee hielten, könne man die 4.0 zu einer solchen erklären, schlug er vor und bat um Kommentare.

Neu im Kernel 3.12

Schlagzeilen machte bisher vor allem die Performance der quelloffenen Grafikkartentreiber für ATI- und Nvidia-Karten: Der freie Nouveau- aber vor allem auch der Radeon-Treiber arbeiten dank Kernel 3.12 schneller, stellte die Webseite Phoronix in Benchmarks fest. Verantwortlich für die Verbesserungen, die mit Energieeinsparungen einhergehen, seien demnach hauptsächlich die Änderungen am CPU-Freq-Governor, der die CPU-Frequenz reguliert. Manche Linux-Spiele liefen mit dem Radeon-Treiber laut Phoronix bis zu 90 Prozent schneller. Letzterer bringt außerdem zudem Support für Dynamic Power Management mit, das voraussichtlich in Kernel 3.13 standardmäßig aktiviert wird. Dabei schalten die Grafikkarten zwischen verschiedenen Performance-Leveln innerhalb der Power-Zustände hin und her, die das V-Bios verwaltet.

Für Intels Haswell-Architektur hat Paul Zanoni PC8+-Support integriert. Dabei handelt es sich um einen tieferen Schlafzustand für das System, aus dem es aber zugleich schneller aufwacht, was for allem für Tablets interessant sei. Daneben unterstütze man nun den riesigen ELLC-Cache und einen “write-through scanout buffer caching mode” für die Iris-Grafikkomponente von Intel.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Sicherheitsdebatten sind wohl auch Ted T’sos Änderungen an “/dev/random” interessant: Sie sollen während der Bootsequenz des  Kernels das Initialisieren des Entropiepools verbessern. Eine neue und noch experimentelle Rendernode-Infrastruktur für DRM wurde integriert, die das Rechnen und Rendern zukünftig beschleunigen soll und es erlaubt, KMS und DRM getrennt anzusteuern. Das Ext-3-Dateisystem kann neuerdings auf ein externes Journal zugreifen, das über die Option “journal_path=” definiert wird, das XFS-Dateisystem unterstützt User Namespaces. Nach einigen Reparaturen ist nun auch das Lustre-Dateisystem im Build-System aktiviert, während das überkommene “/proc/acpi/event”-Interface entfernt wurde.

Wer den neuen Kernel 3.12 herunterladen und selbst kompilieren möchte, wird auf Kernel.org fündig, Ubuntu- und Debian-Anwender finden ihn in Form von Debian-Paketen im Kernel-PPA.

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