Open Source im professionellen Einsatz

Jolla verkauft sein Linux-Smartphone in Europa

20.12.2013

Abtrünnige, mehrheitlich finnische, Ex-Mitarbeiter aus Nokias N9-Team verkaufen ihr Linux-basiertes Mobilsystem Sailfish OS mitsamt Hardware nun auch in Europa.
Der Shop von Jolla, so der Name der finnischen Firma, ist seit kurzem online.

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Jollas Online-Store bietet ein Handy mit dem Linux-basiertem Betriebssystem an, auf dem auch Android-Apps nativ laufen. Drei bis vier Wochen soll die Lieferung dauern, für 400 Euro plus Versand holen sich die Interessenten eines der Linux-Geräte ins Haus.

Die Hardwaredaten lassen sich auf der Webseite nachlesen, außergewöhnlich ist eher die Softwareseite. Sailfish OS basiert auf Meego, das wiederum aus einer Zusammenarbeit zwischen Intel (Moblin) und Nokia (Maemo) entstanden war. Als Nokia zum Windows Phone wechselte, arbeitete Intel an Tizen weiter. Meego strandete im Open-Source-Projekt Mer. Auf dem Code dieses Projekts basiert nun Sailfish, das auf eine Initiative von entlassenen Nokia-Mitarbeitern zurückgeht, die im Rahmen eines Programms namens Bridge zur Eröffnung eigener Firmen ermutigt wurden.

Jollas Smartphone mit Sailfish OS (Quelle: jolla.com)

Sailfish OS besteht aus drei Layern: einem Linux-Kernel, dem Mer-Kern sowie der von Jolla entwickelten Oberfläche. RPM kommt als Paketformat zum Einsatz, Anwendungen lassen sich wie bei Ubuntus Touch OS in HTML 5 und Qt schreiben. Doch auch Android-Anwendungen laufen unter Sailfish-OS laut Webseite ohne Anpassungen, was ein starkes Verkaufsargument sein dürfte.

Das Handy ist in verschiedenen Farben erhältlich (Quelle: jolla.com)

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