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IBM-Performance-Studie sieht Docker-Container vor KVM-Virtualisierung

06.08.2014

Sowohl Docker-Container wie auch KVM-Virtualisierung seien ausgereifte Technologien, die sich wenig Blöße geben. Das ist das Fazit einer IBM-Studie, die sich der Performance der beiden Virtualisierungsstrategien widmet.

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Vernachlässigbar sei der Overhead, den KVM und Docker auf Workloads drauf satteln, sowohl bei CPU- wie auch bei der Speichernutzung - außer in extremen Fällen. Aber wer I/O-lastige Aufgaben zu bewältigen habe, der solle dennoch vorsichtig sein, raten die Autoren der IBM-Studie in ihrer Zusammenfassung.

Zwar haben die nur einzelne VMs oder Container pro Serverhardware getestet, und auf modernen Clouds liefen zwar immer mehrere, gar viele virtuelle Gäste gleichzeitig, doch das sei Thema von weiteren Studien, kündigen die IBM-Forscher Wes Felter, Alexandre Ferreira, Ram Rajamony und Juan Rubio an.

KVM verbessert, Docker ohne Overhead

KVM habe sich in letzter Zeit deutlich verbessert, um etwa ein 10-Gbit-Netzwerk auszulastten brauche es nur einen für das Jahr 2013 typischen Prozessorkern. Alerdings mache eine erhöhte Latenz so manchen I/O-lastigen Aufgaben zu schaffen, so etwa manchen der Server-Dienste im Vergleich. Aber auch Docker-Container, die ja eigentlich fast keinen Overhead haben sollten, sind da nicht gefeit: Gerade das NAT, das Docker für die Netzwerke einsetzt, verursache Leistungseinbußen.

Setzen sich Container durch?

Die Autoren der Studie sehen die Entwicklung zwiegespalten: Während KVM seine Performance stetig verbessert habe, sei der Overhead bei den Containern eher größer geworden. Aber weil sich die klassischen Einsatzgebiete verändern (IaaS für VM, PaaS für Container), werden Container wohl weiter auf dem Vormarsch sein, weil sie "die Vorteile von Virtualisierung mit der Performance von Bare-Metal kombinieren". Die Skripte für die Tests der Autore gibt es auf Github.

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