Fedora-Projektboard startet ins Jahr 2010
Der Projektleiter hat den Red-Hat-Angestellten Colin Walters zum Boardmitglied ernannt. John Poelstra beginnt das Jahr mit öffentlichem Feedback der Arbeit im Board.
Mit dem Red-Hat-Entwickler Colin Walters ist nun der letzte offene Vorstandssitz für die nächste Fedora-Release besetzt. John Poelstra, der im Juni 2009 von Frields in den Vorstand geholt wurde, zeigt sich in seinem Blogeintrag allerdings enttäuscht über die mangelnde Beteiligung des Boards. Zur Halbzeit seiner Amtsschaft, schreibt er, wolle er die Tätigkeit des Boards bis dahin auswerten. Die zwei großen Themen seien der Markenname Fedora (wir berichteten) sowie die Frage gewesen, wer und für wen Fedora als Projekt und Distribution eigentlich sei. Poelstra hatte im Oktober 2009 auf der öffentlichen Vorstandsliste die Diskussion gestartet, die offenbar auf einer kürzlich zuvor stattgefundenen Vorstands-Telko erstmal aufkam.
Auf die Frage "Was ist das Fedoraprojekt?" hatte es etliche Antworten gegeben - allerdings beklagt Poelstra, dass sich das Board selbst nur zur Hälfte beteiligt habe und auch in den vorstandsinternen Telefonkonferenzen nur mangelndes Interesse für das Thema an den Tag lege. Er wünscht sich hier eine stärkere Führerschaft des Vorstands: "Das bedeutet nicht, dass Ideen und Führung auch von anderen kommen kann. Es ist toll, wenn das so ist. Letztendlich allerdings ist der Vorstand verantwortlich dafür, eine Vision für die Zukunft bereit zu stellen. Das ist, wofür seine Mitglieder ernannt oder gewählt wurden."
Der Projektvorstand von Fedora besteht aus fünf gewählten und vier von Red Hat vorgeschlagenen Mitgliedern, die der Projektleiter ernennt. Der Projektleiter hat außerdem Vetorecht. Die Länge der Amtsträgerschaft ist offenbar nicht begrenzt. Im Dezember 2009 fanden die letzten Wahlen statt, bei denen Chris Tyler und Matt Domsch wiedergewählt wurden. Das ernannte Mitglied Christopher Aillon wurde Anfang Dezember außerdem um ein Jahr verlängert.
Interessanterweise hat das Projekt zum Beispiel für die Dezemberwahl einen relativ großen Aufwand in Form eines umfassenden Fragenkatalogs getrieben, der den Wahlberechtigten zur Entscheidungsfindung dient. Andererseits macht die Vorstandshistorie den Eindruck, dass Red Hat für sein freies Projekt weitgehend im eigenen Saft rührt: So war das jetzt wiedergewählte Mitglied Chris Tyler auch schon ernanntes Mitglied, und das jetzt wieder ernannte Mitglied Christopher Aillon war auch schon einmal gewähltes Vorstandsmitglied. Insgesamt sind acht der neun Vorstandsmitglieder Red-Hat-Mitarbeiter. Lediglich Chris Tyler, als kanadischer Professor ausgewiesen, scheint derzeit nicht-Red-Hatler zu sein.
Update: Wie der Fedora-Projektleiter anmerkt, stehen derzeit nicht acht, sondern nur sechs der Board-Mitglieder auf der Gehaltsliste von Red Hat.





