Open Source im professionellen Einsatz

Curl-Entwickler Stenberg darf nicht in die USA fliegen

27.06.2017

Eigentlich wollte der bekannte schwedische Curl-Entwickler Daniel Stenberg gestern zu einer Mozilla-Konferenz nach San Francisco aufbrechen, doch das ging diesmal gründlich schief. Ob es am Visum oder den involvierten Fluggesellschaften liegt, ist noch unklar.

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Der Mozilla-Angestellte und Curl-Erfinder war nicht das erste Mal in den USA und brach am 26. Juni für einen Trip zu einem Mozilla-Treffen in San Francisco auf. Der Flug sollte mit British Airways über London Heathrow nach San Francisco führen. Dort kam er allerdings nicht an, denn bereits am Schalter im schwedischen Arlanda teilte ihm eine Mitarbeiterin der Fluggesellschaft mit, dass sein ESTA-Visum nicht mehr gültig sei und er solle eines in der US-Botschaft beantragen. Gegenüber dem Linux-Magazin erklärte Stenberg, dass er mit dem Visum bereits in den USA gereist und dieses noch eine Weile gültig sei, ebenso wie sein Reisepass.

Bürger aus Ländern, die zum Visa-Waiver-Programm gehören - dazu zählen auch die europäischen Länder - brauchen vor ihrer Einreise in die USA eine ESTA-Genehmigung. Diese sei bis zu zwei Jahren oder bis zum Ablauf des Reisepasses gültig, je nachdem was als erstes passiere. Die amerikanischen Behörden gleichen diese Informationen dann mit ihren Strafverfolgungsbehörden ab. Das Innenministerium sichert sie nach Ablauf für ein weiteres Jahr, dann landen sie zwecks nachträglicher Strafverfolgung für 12 Jahre in einem Archiv.

Ob die Visa-Behörde oder die Fluggesellschaft an der Weigerung Schuld sei, wisse Stenberg bislang nicht, für beides gebe es Theorien. Er hofft jedoch, dass es sich um einen Fehler der Airline handelt und er künftig wieder in die USA einreisen könne. Insbesondere störe ihn, dass er nicht im Vorfeld von der Einreise-Ablehnung erfahren habe, denn sowohl die Fluggesellschaft als auch die Visa-Behörde wären im Besitz seiner E-Mail-Adresse. Pläne, sich an die US-Einreisebehörde zu wenden, habe er vorerst nicht, zunächst solle die Rechtsabteilung seiner Firma die Ursachen der Reise-Ablehnung prüfen.

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