Open Source im professionellen Einsatz

Bug legt Samsung-Laptops lahm

30.01.2013

Ein Kernel-Bug im EFI-Code verwandelt bestimmte Samsung-Laptops in teure Briefbeschwerer.

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Das Booten einer aktuellen Version von Ubuntu (12.04, 12.10) bei aktivierter UEFI-Einstellung im BIOS kann bestimmte Notebooks von Samsung in bessere Briefbeschwerer verwandeln. Beim ersten Booten hängt sich der Rechner auf und lässt sich - nach einem harten Reset - nicht mehr hochfahren. Das jedenfalls berichtet Heise Open und beruft sich dabei auf Bug-Reports einiger Ubuntu-Nutzer .

Betroffen sind demnach zumindest die Modelle NP530U3C, 300E5C, NP700Z3C, NP700Z5C, NP700Z7C sowie NP900X4C. Das Problem dürfte nicht nur Ubuntu 12.04 und 12.10 betreffen, sondern auch andere Linux-Distributionen, die Samsungs Kernel-Treiber (samsung-laptop) verwenden. Diese Treiber aktivieren ihrerseits einen Bug im EFI-Code des Kernels , der das Memory Mapping scheitern lässt.
Es gibt inzwischen nicht nur einen Fix, sondern auch einen Workaround, der darin besteht, im BIOS den UEFI-Boot-Support zu deaktivieren und/oder an dessen Stelle das Compatibility Support Module (CSM) oder den Legacy Modus zu laden. In diesem Fall lassen sich aber Windows 8 und Ubuntu nicht mehr parallel installieren. Behoben ist das Problem in den Daily Images von Ubuntu 12.04 und Ubuntu 13.04 .

Besitzer eines nicht mehr benutzbaren Laptops können versuchen, den Akku zu entfernen, das Gerät aufzuschrauben und die CMOS-NVRAM-Batterie ebenfalls eine Weile zu entnehmen. Das setzt das Gerät eventuell auf die Fabrikeinstellungen zurück, berichtet ein Entwickler . Andernfalls hilft auch der offizielle Samsung-Support, denn laut FSFE erlischt beim Aufspielen eines fremden Images nicht die Garantie eines Gerätes.

Update: Greg-Kroah-Hartman, Maintainer der stabilen Kernelversionen, empfiehlt , das Samsung-Laptop-Modul zu blacklisten.

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