Btrfs will in den Kernel
Chris Mason, der Hauptentwickler des Copy-on-Write-Dateisystems Btrfs, hat auf der Kernel-Mailingliste um dessen Aufnahme gebeten.
In seiner Mail begründet Mason den Wunsch um Aufnahme in den Kernel damit, dass er die aktuelle Version von Btrfs für genug stabil für ein breiteres Testfeld halte und er am Code seit Anfang Dezember keine wesentlichen Änderungen mehr durchgeführt habe. Chris Mason arbeitet bei Oracle an Btrfs, durch die Aufnahme in den Kernel sollen auch andere Entwickler am sehr schnellen und modernen Dateisystem arbeiten.
Die Reaktionen auf die Anfrage fielen wie auf der Kernel-Mailingliste üblich teils sehr positiv und teils sehr skeptisch aus. Der aktuelle Kernel-Hauptmaintainer Andrew Morton antwortete lässig: "Was ist Btrfs? Ich glaube ich habe schon einmal davon gehört, aber noch nie einen Patch gesehen." Mason versprach denn auch, in Kürze einen Patch zum aktuellen Kernel einzusenden und verwies gleichzeitg auf den kompletten Btrfs-Code aus dem Git-Repository, bis er soweit sei.
Kritik hagelte es wie gewohnt von Entwicklern, die gerne möglichst viel Code zur gemeinsamen Nutzung in separaten Bibliotheken hätten. Einige Teilnehmer auf der Kernel-Liste empfahlen zudem, das Dateisystem analog zur Entwicklung von Ext4 zunächst als btrfs-dev aufzunehmen und es so als in Entwicklung befindlich zu kennzeichnen. Mason hält diesen Schritt aber für überflüssig, da Btrfs als komplett neues Dateisystem von sich aus noch den Entwicklungsstatus besitze und wohl kaum ein Nutzer auf die Idee käme, es gleich als Standarddateisystem zu benutzen.
Die Diskussionen auf der Kernel-Liste dauern noch an. Es ist somit noch ungewiss, ob und mit welcher Version Btrfs in den offiziellen Kernel einzieht.





