Ausgepackt: Nokias Linux-Handy N900 mit Maemo 5
26.11.2009
Das N900 ist in der Redaktion eingetrudelt und hat dort für neugierige Blicke gesorgt. Ein kurzer erster Eindruck.
Nokia bedient mit dem Smartphone N900 eine etwas andere Gefolgschaft als die ebenfalls Linux-basierten Smartphones mit Android oder Palm Web OS. Das Handy, das als eine Art Nachfolger der Web-Tablets N800 und Co gelten kann, hat etwa als einziges bereits ein Terminal installiert. Zudem verfügt es schon im Vorfeld über eine Linux-affine Anhängerschaft aus den mobilfunklosen Vorgängerserien. Wer mit dem ebenfalls GPS-fähigen N800 bereits Openstreetmap bediente, oder - per WLAN - die vielfältigen Fähigkeiten des kleinen Geräts als Admin nutzte, hat vermutlich auf das N900 gewartet.
Die beiden markantesten Unterschiede im Vergleich zur N8xx-Serie: Das N900 bringt Mobilfunkfunktion mit (Quadband, GSM/UMTS/EDGE) und ist deutlich kleiner. Die Hemdtasche ist dennoch nicht der bevorzugte Aufenthaltsort des Geräts mit Abmessungen von 111 x 60 x 18 mm und einem Gewicht von 181 Gramm. Mit der gerne als mobile "Telefonzelle" titulierten klobigen Communicator-Serie hat das Neue aber nichts gemein, allenfalls die solide Verarbeitung und die Tastatur mit gutem Druckpunkt. Kein Klappern und Knarzen ist beim Tippen zu hören, die horizontal angebrachte vollwertige QWERTZ-Tastatur gefällt auf Anhieb. Ein Tpp für Terminal-Benutzer: Die Tab-Taste verbirgt sich hinter der blauen Sondertaste "Sym".
Der resistive Touchscreen lässt sich mit Stift und Finger bedienen, bietet mit 3,5 Zoll eine Auflösung von 800 x 480 Pixeln (WVGA), dreht seine Inhalte flott in die Horizontzale und Vertikale und liefert ein scharfes Bild. 3D-Grafikbeschleunigung mit Unterstützung für OpenGL ES 2.0 verspricht das Datenblatt ebenfalls, ob sich das spürbar auswirkt, müssen spätere Tests noch zeigen. Ein Umgebungslichtsensor passt die Beleuchtung des Displays an. Bis zu vier Desktops kann der Benutzer mit Programmen bestücken. Ob die fehlende Multitouch-Funktion ein Mangel ist, muss der Nutzer selbst entscheiden. Diejenigen, die ohnehin lieber mit dem Stift arbeiten als mit den Fingern, wird es nicht stören.
Dafür ist das Smartphone Multitasking-fähig und bringt auf der Anwendungsseite den Maemo Browser, die üblichen PIM-Bestandteile, Media-Player, Adobe-Reader, Dateimanager und die Unterstützung für Widgets mit. Mit den Documents-to-go ist ein proprietäres Office-Programm vorgesehen, das nach dem Download zum Kauf oder zu einer Registrierung als Testversion auffordert. Zu den unterstützten Mail-Protokollen zählen IMAP4, POP3 und SMTP. Zudem kann das N900 VoIP.
Nokia hat hierzulande Karten für Deutschland, Österreich und die Schweiz vorinstalliert. Das GPS-Modul ist A-GPS fähig. Das Objektiv der 5-Megapixel-Autofokuskamera ist durch einen Schiebeverschluss geschützt. Ganz so flott wie die des Palm Pre reagiert die Kamera nicht, wer aber die eher peinlichen Kameraausrutscher von Nokia beim Modell 5800 XM kennt, wird die Fotos des N900 schätzen. Tagging und Geotagging sowie die Bearbeitung der Bilder sollen ebenfalls möglich sein, was wir aber nicht ausprobiert haben. Außerdem lassen sich Videos mit bis zu 800 x 480 Pixeln und 25 Frames/s aufzeichnen (Codecs: H.264, MPEG-4, Xvid, WMV, H.263). Wir werden uns Handy und Betriebssystem noch genauer ansehen und testen.
(Ulrich Bantle)
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RiVa,
28.11.2009 12:17
Danke, ich habe schon sehnsüchtig auf den Artikel gewartet und freue mich schon auf den Ausführlichen Test. Was mich besonders interessiert ist zum einen die Kompatibilität zu Android Anwendungen und zum anderen das GPS, aus dem Artikel geht nicht klar hervor ob eine Nvisoftware dabei ist und wenn ja welche???
Danke, und macht weiter so, RiVa.
Chagatai,
27.11.2009 19:33
Danke für den Artikel zum Nokia N900, den ich schon erwartet habe. Es freut mich auch zu hören, dass Sie noch näher testen werden, was sicher sinnvoll ist. Mich würde noch besonders interessieren, ob und inwieweit nun genau auch die Sync-Fähigkeiten des N900 mit anderen X-Pims reichen.
Selbst bei einigen Zaurusmodellen, die unter einem Linux liefen, war das nicht trivial. Und ich wüsste gern, ob ich hier endlich eine Lösung finde, bei der ich eben die PIM-Daten aller Linux-Maschinen abgleichen kann, ohne dafür enormen Aufwand zu betreiben.
Werde Euren Testbericht also mit Spannung erwarten.
Schönen Gruss,
Chagatai.