Bücher über Ubuntu Server und über die Sprache Clojure
Tux liest
von Michael Müller, Rainer Grimm
Erschienen im Linux-Magazin
2011/01
Das Linux-Magazin nimmt ein englischsprachiges Buch unter die Lupe, das sich mit Ubuntu Server beschäftigt und das Etikett "offizielles Handbuch" trägt. Der zweite Titel ist in Deutsch abgefasst und widmet sich der funktionalen Programmiersprache Clojure.
Mochte man im Frühjahr noch denken, 2010 werde ein Jahr der Bücher zu Microsoft-Themen, zeigten sich die Verlage übers Jahr Linux-interessiert. Allein Prentice Hall hat vier Bücher zu Linux auf den Markt gebracht, darunter die zweite Auflage des "The Official Ubuntu Server Book". Sie bezieht sich auf Version 10.04 LTS dieser Linux-Distribution.
Ubuntu Server
Ein ungewöhnlich dicker, römisch nummerierter Teil bildet die Einführung und bietet einen lesenswerten Abriss der Geschichte und Philosophie von Ubuntu.Erst ab Kapitel eins wird es technisch: Wie viele andere Bücher beginnt dieser englischsprachige Band mit dem Thema Installation, gefolgt von essenziellen administrativen Aufgaben. Doch erst am Ende des Buchs gibt es ein Kapitel zur allgemeinen, grundlegenden Administration eines Linux-Servers.
Auf den vielen Seiten dazwischen findet der Leser Informationen zu Paketmanagement, automatisierter Installation, zum Einrichten von Diensten wie DNS, Web und Mail, zu Sicherheit, Virtualisierung, Fehlertoleranz, Fehlersuche und vielem mehr. Die Autoren Kyle Rankin und Benjamin Mako Hill behandeln diese Administrationsaufgaben aber nicht allgemein, sondern arbeiten jeweils die Ubuntu-spezifischen Besonderheiten aus.
Die Anleitungen sind informativ und gut zu lesen, allzu großen Tiefgang bieten sie aber nicht. Listings, Abbildungen und Screenshots ergänzen den Text. Im Vergleich etwa zum "Unix and Linux System Administration Handbook" aus dem selben Verlagshaus ist das Ubuntu-Buch kaum halb so dick und geht bei vielen Arbeiten weniger ins Detail.
Der altgediente Admin kann in diesem Buch nachsehen, wenn er etwa den Apache-HTTP-Server erstmals unter Ubuntu einrichten möchte. Will er das passende »LoadModule« eintragen, wird er es nämlich nicht an gewohnter Stelle finden. Und so lassen sich zwei Lesergruppen ausmachen: Einsteiger in das Thema Linux-Server sowie erfahrene Administratoren, die nun Ubuntu in ihrer Servervariante einsetzen möchten.
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Kyle Rankin, Benjamin Mako Hill
The Official Ubuntu Server Book
Prentice Hall 2010
530 Seiten
31 Euro
ISBN 978-0-13-708133-2
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Clojure-Programmierung
Clojure, die dynamische funktionale Programmiersprache für die Java Virtual Machine, ist Thema des gleichnamigen Buchs von Stefan Kamphausen und Tim Oliver Kaiser.
Die Autoren führen auf über 300 Seiten kompakt und fesselnd in den sehr jungen Lisp-Dialekt ein, der sich immer größerer Beliebtheit erfreut - und das zu Recht, wie sie eindrucksvoll belegen.
Das Buch ist dreigeteilt: Zuerst stellt es die Grundlagen, aber auch besondere Eigenschaften von Clojure vor. Ein paar Beispiele: REPL-Interpreter-Shell für die einfache Interaktion mit Clojure, Metadaten, mit denen eigene Daten versehen werden können, oder auch die Abstraktionssequenz, die es erlaubt, eine einheitliche Schnittstelle über zusammengesetzte Datentypen anzubieten.
Daneben ist Clojure insbesondere dafür bekannt, dass es neue Antworten auf die Anforderungen des Concurrent Programming gibt. Als funktionale Sprache kennt es nur unveränderliche Daten, indirekte Referenzen erlauben aber das definierte Verändern von Daten. Hier kennt Clojure vier Referenztypen: Atome für den Thread-übergreifenden Zugriff, Refs, die nur in Transaktionen manipuliert werden können, Agenten, die für die asynchrone Kommunikation ausgelegt sind, und schließlich Vars, deren Manipulation Thread-lokal sichtbar ist.
Die einfache Nutzung von Java-Bibliotheken aus Clojure, aber auch von Clojure-Funktionalität aus Java, beschreibt der dritte Teil. Unterm Strich ist das Buch angenehm zu lesen, Randnoten erleichtern die Orientierung. Daneben helfen die zahlreichen Codebeispiele, die Theorie mit der Praxis zu verbinden.
Clojure umfasst viele Techniken, die für Mainstream-Programmierer ungewohnt sind. Das fängt bei der Lisp-Syntax an, setzt sich mit der funktionalen Programmierung fort und endet im neuartigen Umgang mit Concurrency. Genau das ist es aber, was die Sprache Clojure und dieses Buch so wertvoll macht: Programmieren auf höherer Ebene. (mhu)
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Stefan Kamphausen, Tim Oliver Kaiser
Clojure
Dpunkt 2010
340 Seiten
37 Euro
ISBN 978-3-89864-684-0
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| Whitepaper |
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