Markus Feilner
Mobile WLAN-Accesspoints mit Hostapd
Macht Schule
von Hans-Peter Merkel, Markus Feilner
Erschienen im Linux-Magazin
2010/06
Die Accesspoint-Software Hostapd ersetzt den WLAN-Router, wenn Bildungseinrichtungen mobile Klassenzimmer bekommen oder der Laptop des Lehrers in Afrika die OLPCs der Schüler verbindet.
Wieder ist der Strom weg, schon zum dritten Mal an diesem Tag. Die Regenzeit im tropischen Afrika stellt nicht nur die USV, sondern auch die Geduld afrikanischer Lehrer auf eine harte Probe. Besonders den Informatikunterricht trifft es hart, wenn dem WLAN-Router der Saft fehlt. Die Billig-Laptops wie der OLPC arbeiten mit ihren Akkus vorerst weiter, aber der Zugriff auf die Server-seitige Lernsoftware ist jetzt weg. Wer allerdings den Dozenten-Laptop zum WLAN-Accesspoint macht, hat dank der Akkus einige Stunden Puffer.
Der Laptop als Accesspoint
Auch dem IT-ler in der westlichen Welt hilft der mobile AP, zum Beispiel wenn der Trainer seine UMTS-Flatrate mit den Kursteilnehmern teilen möchte, weil der Konferenzraum kein Internet hat. Das Tool dafür stammt von BSD und nennt sich Hostap [1]. Es implementiert einen Treiber für WLAN-Karten mit AP-Mode. Der passende Authentifizierungsdaemon für WEP, WPA und Radius heißt Hostapd, wobei die Webseiten die Bezeichnungen als Synonyme benutzen.
Seit Reyk Floeter das Werkzeug auf dem Chaos Communication Congress 2003 zur Vernetzung der anwesenden Hacker entwickelte, hat es sich zwar in Servern auf der Basis von PCI-Karten bewährt, aber seine Hardware-Unterstützung bei Laptops und USB-Sticks ist berüchtigt. Nur wenige Kombinationen aus Hard- und Software klappen, zu wenige Geräte beherrschen den AP-Modus.
Wenn es denn läuft, taugt Hostap jedoch auch für den professionellen Einsatz: Für ein Projekt der Volkshochschulen in Südbaden haben die Verantwortlichen zehn Standardnotebooks beschafft, die Bildungseinrichtungen ausleihen können. Wo bisher ein stattlicher Linux-Server in einem Barebone-PC die notwendigen Dienste wie Accesspoint-, DHCP-, LAMP- und Samba-Server erledigte, kommt nun ein handliches Netbook mit Linux als Classroom-Server zum Einsatz. Kabel sind nicht mehr erforderlich, das fliegende Klassenzimmer ist jetzt mobil vernetzt, dank Hostapd.
Auf den Laptops lernen die Schüler dabei nicht nur mit Linux, auch bei Kursen mit proprietärer Windows-Software hilft das Modell: Hier fallen die Kosten für die zehn Lizenzen - darunter auch teure Software wie Adobes Indesign - nur einmal an und lassen sich anteilsweise auf die teilnehmenden Schulen umlegen. Die Schüler arbeiten dabei via Samba im Document-Root eines Linux-Servers.
Linux4afrika meets OLPC
Eine der seltenen zuverlässigen Konfigurationen, die auf Anhieb funktionieren, hat das Linux4afrika-Projekt [2] bei seinen Recherchen rund um die Integration der OLPC-Client-Netbooks herausgefunden: Ubuntu 9.10 mit einer Edimax PCI-WLAN-Karte EW-7128g. Das Gespann bildet die ideale Grundlage für erste Tests, auch weil die Karte im Handel für unter 15 Euro erhältlich ist.
Ubuntu 9.10 arbeitet nach den nötigen Upgrades mit einem Kernel 2.6.31-30, der die WLAN-Karte automatisch erkennt, »iwconfig« zeigt das Interface als »wlan0« an. Nach der Installation von »hostapd« aus dem Repository sollte Root diesen zunächst mit »/etc/init.d/hostapd« anhalten. Die folgende Minimal-Konfiguration in der Datei »/etc/hostapd/min.conf« startet er anschließend mit »hostapd -d /etc/hostapd/hostapd.conf«:
interface=wlan0
driver=nl80211
ssid=test
hw_mode=g
channel=1
Wenn Iwconfig jetzt zusätzlich das Monitoring-Interface »mon.wlan0« anzeigt, dann sind die restlichen Schritte schnell erledigt. Um die künftige WLAN-Kundschaft mit IP-Adressen zu versorgen, ist ein DHCP-Server auf dem System erforderlich. Dies erledigt ein einfaches »aptitude install dhcp3-server« normalerweise mit einer unbedenklichen Fehlermeldung, da »/etc/dhcp3/dhcpd.conf« noch etwas Anpassung braucht.
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OliverR.,
07.07.2010 00:00
ja ich kann mich meinem Vorredner nur anschließen. Denn ich habe jetzt auch noch mal getestet, doch leider mit demselben Ergebnis! Ich habe den Getnet GN-531U extra gekauft, doch leider ist auch mir ihn keine Funktion in Ubuntu 10.04
Hoffe, dass es noch eine Lösung gibt
Gruß
Oliver
Ein Leser,
01.07.2010 09:45
danke für den erläuternden Kommentar durch den Autor persönlich (und für den Artikel im Magazin).
Ich werde es dann bei Gelegenheit einmal mit dem Compat Wireless Kernelpatch versuchen. Ist dann natürlich nicht mehr so smart, wie es hätte sein können.
Gruß
Hans-Peter Merkel,
30.06.2010 11:40
Ein Leser,
26.06.2010 00:11
unter Debian/squeeze komme ich mit dem EW-7711UMn zwar zu dem im Artikel genannten Zustand:
wlan1 IEEE 802.11bgn Mode:Master Frequency:2.462 GHz Tx-Power=12 dBm
Retry long limit:7 RTS thr
Power Management
mon.wlan1 IEEE 802.11bgn Mode:Monitor Frequency:2.462 GHz Tx-Power=12 dBm
Retry long limit:7 RTS thr
Power Management
... und die grüne LED flackert auch munter - aber ich kriege diesen Access-Point im WLAN einfach nicht zu sehen. Kann natürlich auch sein, daß ich noch was falsch mache, aber ich habe ebenfalls schon sehr viel ausprobiert.
Kernel 2.6.32-5-686
hostapd 1:0.7.2-2
rt2870.bin
Gruß
wpoet,
04.06.2010 17:32
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Wolfgang P.