Mutt lädt die Kopfzeilen in Windeseile, und zwar jeweils für den aktuellen Ordner. Da fällt es nicht einmal ins Gewicht, dass der Client in der Voreinstellung nichts zwischenspeichert. Anwender, die nicht auf den Cache der Mailheader verzichten möchten, halten Mutt per Kon- figurationsdirektive »set header_cache« zur lokalen Zwischenlagerung an (siehe Abbildung 7).

Abbildung 7: Eine Mutt-Konfigurationsdatei erstellt der Anwender am besten vor dem ersten Start des Clients. Viele Tutorials und die Manpage zu Muttrc erleichtern diese Aufgabe.
Im Gegensatz zu den grafischen Clients bietet der Konsolenmailer keinen Offline-Modus an, sondern geht davon aus, dass der Anwender permanent online ist. Ein lokaler IMAP-Cache ist nicht vorgesehen. Ein möglicher Ausweg ist der Einsatz von Offlineimap ([10], [11]), das in beide Richtungen synchronisiert, sobald der Rechner online ist.
Mutts integrierte Suchfunktion ist äußerst mächtig, durchforstet jedoch immer nur den aktuellen Ordner. Auch bei Filtern ist Mutt auf ein lokal installiertes Tool wie etwa Procmail und Spamassassin angewiesen. Der Client unterstützt Kennzeichnungen, zeigt Labels aber zumindest in der Standardkonfiguration nicht an.
Fazit
Die drei grafischen Mailprogramme unterscheiden sich nicht wesentlich voneinander im Hinblick auf Funktionsumfang und Komfort. Der neue Thunderbird und Kmail taten sich beim IMAP-Offline-Betrieb am leichtesten. Puristisch und in jeder Hinsicht anders präsentiert sich Mutt: Das Programm beschränkt sich auf seine Aufgaben als MUA und verlangt nicht nur nach externen Helfern, sondern erfordert auch eine größere Einarbeitungszeit. Wer einen Client sucht, der alle wesentlichen Funktionen unter einer Haube anbietet, ist bei Thunderbird, Kmail und Evolution sicher besser aufgehoben.
Außer den vier Testkandidaten empfehlen sich viele weitere IMAP-Clients, beispielsweise der Nachfolger der Mozilla Application Suite Seamonkey [12] sowie Sylpheed [13] und dessen Fork Claws Mail [14]. Vor allem das schon etwas betagte Programm Mulberry [15] gilt als Profi im Umgang mit IMAP. Webmail-Freunden sei schlussendlich noch Roundcube [16] ans Herz gelegt. (hej)
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Infos |
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[1] Dovecot: [http://www.dovecot.org ] [2] Mozilla Thunderbird: [http://de.www.mozillamessaging.com/de ] [3] Evolution: [http://projects.gnome.org/evolution] [4] Kmail: [http://kontact.kde.org ] [5] Mutt: [http://www.mutt.org ] [6] Hans-Georg Eßer, “Vogelflug im Winter, Vierte Betaversion von Thunderbird 3 im Test”: Linux-Magazin 12/09, S. 78; [https://www.linux-magazin.de/Heft-Abo/Ausgaben/2009/12/Vogelflug-im-Winter] [7] Sieve-Extension für Thunderbird:[https://addons.mozilla.org/de/thunderbird/addon/2548] [8] Mutt-Wiki: [http://wiki.mutt.org ] [9] Muttrc Builder:[http://www.muttrcbuilder.org ] [10] Patrick Ben Koetter, Markus Feilner, ” Weg vom alten Eisen”, Linux-Magazin 01/08, S. 70;[https://www.linux-magazin.de/Heft-Abo/Ausgaben/2008/01/Weg-vom-alten-Eisen] [11] Aron Griffis “Anleitung zu Offlineimap und Mutt”: [http://agriffis.n01se.net/mutt] [12] Seamonkey: [http://www.seamonkey-project.org] [13] Sylpheed: [http://sylpheed.sraoss.jp/en] [14] Claws Mail: [http://www.claws-mail.org ] [15] Mulberry: [http://www.mulberrymail.com ] [16] Roundcube: [http://roundcube.net |





