Der Anwender hat dabei die Wahl, entweder auf dem eigenen Rechner oder auf dem Server zu suchen. Als große Neuerung integriert Thunderbird 3.0 eine Datenbank-gestützte Suche, die grafisch aufbereitet einen Überblick über die eigenen Nachrichten verschafft (siehe Abbildung 3). Schön ist auch der eingebaute Spamfilter, der neben seiner lokalen, trainierbaren Datenbank auch die Kennzeichnungen von anderen Filterprogram- men wie etwa Spamassassin berücksichtigt. Server-seitige Sieve-Filter beherrschtThunderbird nicht von Haus aus. Diese rüstet der Anwender aber schnell über eine Erweiterung nach [7].

Abbildung 3: Die neu integrierte Suchfunktion von Thunderbird 3.0 ist äußerst vielseitig und mächtig. Verschiedene Filter helfen bei der Fahndung.
Größere Kopier- oder Verschiebe-Opera- tionen führt Thunderbird mitunter etwas schwerfällig aus. Erfreulich hingegen ist, dass die Indizierungs- und Wartungsar- beiten im Hintergrund ablaufen und der Benutzer lediglich einen dezenten Hin- weis in der Statuszeile erhält.
Kmail
Der KDE-Standardclient offeriert beim ersten Start ebenfalls einen Assistenten, der jedoch nicht so komfortabel wie das Hilfswerkzeug der Mozilla-Variante ist. Sämtliche Angaben muss der Anwender von Hand eintragen. Dafür zeigt Kmail in der Voreinstellung alle Ordner an. In der erweiterten Konfiguration für die Postfächer nimmt der Benutzer das Feintuning vor (siehe Abbildung 4).

Abbildung 4: Über diesen Dialog stellt der Anwender ein, welche Ordner Kmail im jeweiligen Postfach anzeigt.
Auf den ersten Blick ungewohnt ist die Unterscheidung zwischen IMAP und Disconnected IMAP. Ersteres arbeitet ausschließlich online und speichert nicht einmal die Kopfzeilen lokal, während die zweite Variante einen lokalen Zwischenspeicher aller Mails und Anhänge einrichtet. Als einziger Client im Test patzte Kmail bei einem gültigen SSL-Zertifikat – ein Verhalten, das auch bei anderen CAs auftrat. Anscheinend sind nicht alle verbreiteten Stammzertifikate in KDE/ Konqueror enthalten.
Bricht im Disconnected-Mode die Internetverbindung zusammen, wartet Kmail einfach so lange, bis es den Mailserver wieder erreichen kann. Ein Offline-Modus ist enthalten, um Nachrichten lokal zu speichern. Auch Kmail beherrscht den Serverabgleich und erlaubt es, Nachrichten im Offline-Modus zu löschen und zu verschieben. Laut Aussagen der Entwickler soll es auch möglich sein, Ordner offline zu bearbeiten – im Test klappte das allerdings nicht problemlos. Der Mailabgleich ging hingegen reibungslos vonstatten.
Kmail überzeugt bei der Fehlerbehandlung. Kann das Programm eine Offline-Aktion nachträglich nicht mehr auf dem Server durchführen, fragt es den Benutzer, wie er weiter verfahren möchte. Mit der Unterstützung von Markierungen oder Kennzeichnungen hapert es allerdings, denn diese speichert der Server offensichtlich nicht. Andere Clients erkannten die Kmail-Kennzeichner nicht und Kmail konnte mit den Markierungen der anderen Programme auch nichts anfangen. Schön hingegen ist die optionale Integration von Spamassassin direkt in der Mailanzeige.
Auch der Abruf vieler Mails bereitete Kmail im Test keine Probleme. Der aktuelle Downloadstatus ist stets sichtbar. Die Ordnereinstellungen sind mit denen von Thunderbird vergleichbar. In puncto Filter gibt es ebenfalls nichts auszusetzen: Der Mailer unterstützt reguläre Ausdrücke ebenso wie kontenabhängige Filterung, selbst lokale Skripte stehen als Aktion zur Verfügung. Die komfortable Suchfunktion greift im Disconnected Mode auf den lokalen Nachrichtenbestand zu.
Punkten kann das Programm auch durch Server-seitiger Sieve-Filter ohne zusätzli- ches Plugin. Anders als Thunderbird will Kmail jedoch Entwürfe und versandte Nachrichten nur lokal speichern, was der Anwender über die Optionen schnellstens ändern sollte.
Etwas ungewohnt ist die Unterscheidung in lokale und Server-seitige Abonnements. Dafür überzeugt der Ordnerdialog, denn Kmail bietet zusätzlich zur Suchfunktion eine vorbildliche Anzeige der geplanten Änderungen. Der KDE-Mailer punktet ebenfalls in Bezug auf Geschwindigkeit und Stabilität – im Test brachten selbst große Nachrichtenoperationen das Pro- gramm nicht aus dem Tritt.





