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Navigationsdaten am Linux-Desktop bearbeiten
Freier navigieren
von Tim Schürmann, Markus Feilner
Erschienen im Linux-Magazin
2009/12
Wer mit dem Handy oder einem GPS-Navi seine Tracks und Waypoints aufzeichnen und bearbeiten will, findet unter Linux eine ganze Handvoll anspruchsvoller Tools.
Neben Gpsd (siehe den Artikel "Genau verortet") stecken in den Repositories der meisten Distributionen einige weitere Pakete für alle, die mit GPS-Daten auf dem Linux-Desktop arbeiten wollen. Die drei wichtigsten sind die Gpsd-Clients, Gpsdrive und Qlandkarte. Benutzer von Ubuntu und Suse installieren sie bequem übers Paketmanagement.
Gpsd-Clients
Die Clients für den Gpsd bestehen aus mehreren kleineren Hilfsprogramme, die zunächst nur die Funktionsfähigkeit des Daemon testen sollten, mittlerweile aber voll alltagstaugliche GPS-Dienste erledigen [1]. Den Anfang macht »xgps« (Abbildung 1), nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen I-Phone-Applikation.
Xgps liefert nur eine grafische Darstellung der aktuellen GPS-Informationen wie Position, Zeit, Geschwindigkeit und Position der angepeilten Satelliten. Im Test funktionierte das mit allen GPS-Empfängern problemlos. In der »Skyview« getauften Standardansicht erscheint für jeden GPS-Satelliten ein Kreis, WAAS/EGNOS-Signale zeichnet »xgps« wie Diamanten. Verschiedene Farben repräsentieren die Empfangsstärke, bei einem ausgefüllten Kreis wurde der zugehörige Satellit in die letzte Positionsberechnung, einen so genanten Fix, einbezogen. Die genauen Positionen der erkannten Satelliten verzeichnet die Liste zur Linken, wobei die erste Spalte der Nummer aus der »Skyview« entspricht.
Das Kommandozeilenprogramm »cgps« (Abbildung 2) leistet das Gleiche wie »xgps«, liefert die entsprechenden Informationen jedoch in reiner Textform auf der Konsole.
Wer mit Zug, Auto oder Flugzeug unterwegs ist, stellt mit »xgpsspeed« seine aktuelle Reisegeschwindigkeit fest. Den entsprechenden Wert berechnet das kleine Werkzeug fortlaufend aus der Veränderung der Laufzeiten der Signale der GPS-Satelliten. Die eingeblendete Tachonadel zeigt die Geschwindigkeit in Zehnerschritten an, die dafür gewählte Einheit km/h übergibt »xgpsspeed -speedunits kph« an der Kommandozeile.
Das dritte nützliche Werkzeug im Bunde heißt »gpxlogger«. Wie die gleichnamige Geräteklasse zeichnet es den zurückgelegten Weg auf. Dazu schreibt es alle 5 Sekunden die von »gpsd« gelieferten Positionsangaben im GPX-Format auf die Standardausgabe, von wo sie der Anwender am besten in eine Datei umleitet, zum Beispiel mit »gpxlogger > meintrack.gpx«.
Mit [Strg]+[C] beendet der Reisende die Aufzeichnung. Das Ergebnis verarbeitet jede Anwendung, die das GPS Exchange Format versteht, unter anderem auch das weiter unten vorgestellte Qlandkarte.

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Abbildung 1: Positionsbestimmung in der Skyview von Xgps. Im Konsolenfenster im Hintergrund werkelt Gpsd im Debug-Modus und gibt die Positionsdaten aus.
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Abbildung 2: Das schlanke Cgps gibt die Positionsdaten im Ascii-Modus aus.
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Gpsdrive
Das GTK-Programm Gpsdrive (Abbildung 3, [2]) dagegen ersetzt den Finger des Beifahrers auf der Landkarte. Es zeigt einen Kartenausschnitt mit dem aktuellen Aufenthaltsort und protokolliert den zurückgelegten Weg als Track. Das Ergebnis speichert Gpsdrive wahlweise in einer Textdatei oder gleich in einer MySQL-Datenbank.
Auch wenn die Software damit ähnlich wie ein Navigationssystem funktioniert, kommt es nicht an dessen typischen Funktionsumfang heran. Gpsdrive kann weder Routen planen, noch die demnächst einzuschlagende Richtung ausgeben oder gar ansagen.
Für an Social Networks Interessierte bietet es sich an, dem Friends-Dienst beizutreten. Ist dies unter »Options | Preferences« aktiviert, übermittelt Gpsdrive die aktuelle Position an einen Server mit »friendsd«-Daemon, der sie wiederum an alle anderen angeschlossenen Teilnehmer beziehungsweise Freunde weiterleitet. Diese sehen dann, wo man sich gerade auf der Welt befindet, umgekehrt erscheinen auf der eigenen Karte die Aufenthaltsorte der übrigen Teilnehmer als kleine Autosymbole. Wer diese Funktion ausprobieren möchte, findet unter der voreingestellten Adresse »friends.gpsdrive.de« einen offenen Testserver.

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Abbildung 3: Die mit Gpsdrive mitgelieferte Karte zeichnet sich zwar nicht durch Qualität aus, dafür gibt es eine umfangreiche Karten-Importfunktion.
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activityworkshop,
18.11.2009 18:43