Virtuelle Disk dank NBD
Mit Kvm-nbd aus dem KVM-Paket ist es möglich, über das NBD-Protokoll direkt auf den Inhalt von Qemu-Images jeder Couleur zuzugreifen. Damit das Linux-System aber dieses Protokoll nutzen kann, ist zuerst das entsprechende Kernelmodul zu laden. Der Parameter »max_part« ist hier notwendig, um auch Partitionen innerhalb der Devices oder Images zu unterstützen:
modprobe nbd max_part=8
Die Verbindung zu dem Image stellt jetzt das folgende Kommando her:
kvm-nbd --connect=/dev/nbd0 Festplatte.img
Das Image ist nun unter »/dev/nbd0« wie eine Festplatte ansprechbar. So zeigt beispielsweise Fdisk die Partitionsstruktur an und mit Mount bindet der Admin diese einfach in das System ein:
mount /dev/nbd0p1 /media/suspect/ -o ro
Der Parameter »-o ro« sorgt dafür, dass Mount das Image schreibgeschützt einbindet. Jetzt lässt sich der Inhalt mit den üblichen Mitteln untersuchen, bevor
kvm-nbd -d /dev/nbd0
die Verbindung wieder löst, wenn der Admin »umount« nicht vergessen hat.
NBD zu Qcow
Da sich NBDs wie lokale Festplatten verhalten, liegt es manchmal nahe, diesen Weg zu nutzen, um ein Qemu-Image zu erstellen. Im ersten Schritt ermittelt der Admin mit »fdisk -l Festplatte« die Größe der zu untersuchenden Disk. Dann braucht er eine Qemu-Imagedatei in der entsprechenden Größe, auch dabei hilft Qemu-img. Als Parameter erwartet das Programm das Imageformat, einen Dateinamen sowie die Größe in Kilobytes. Da Fdisk die Größe in Bytes ausgibt, überlässt es der Admin der Shell, den richtigen Wert noch auszurechnen:
forensic@TuxBox: qemu-img create -f qcow2 newImage.img $[1024966656 / 1024]
Formatting 'NewImage.img', fmt=qcow2, size=1000944 kB
Jetzt soll KVM die NBD-Verbindung zum soeben erzeugten Image aufnehmen:
kvm-nbd connect=/dev/nbd0 newImage.img
Und schon lassen sich die Daten bequem mit »dcfldd if=/dev/sda of=/dev/nbd0« von der zu untersuchenden Festplatte in das Image kopieren.
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