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Aktueller Überblick über freie Software und ihre Macher

Projekteküche

von Carsten Schnober
Erschienen im Linux-Magazin 2009/03

Mit Songbird betritt eine neue Softwaregattung namens Webplayer in finaler Version die dicht gedrängte Bühne der Musikabspielprogramme. Außerdem soll Gnome Format eine kleine, aber lästige Lücke im Desktop schließen und setzt dabei auf die innovative Sprache Vala.

Webbrowser und Musikplayer gehören zu den am häufigsten genutzten Anwendungen eines Desktop-PC. Oberflächlich betrachtet besteht zwischen beiden Softwaregattungen kein Zusammenhang. Mit dem Projekt Songbird ([1], Abbildung 1) gibt es jedoch eine Anwendung, die beide Welten verbindet.


Abbildung 1: Songbird basiert wie der Webbrowser Firefox und andere Mozilla-Produkte auf der XULrunner-Plattform. Damit wird es zum plattformunabhängigen Webplayer, der Browser-Funktionalität integriert.

Grenzgänger

Die nach zweieinhalb Jahren Entwicklung fertiggestellte Version 1.0 von Songbird stufen ihre Schöpfer als "Webplayer" ein. Auf den ersten Blick wirkt die Software wie ein normales Musikabspielprogramm. Außergewöhnlich ist aber bereits, dass sie auf XULrunner aufsetzt. Diese Laufzeitumgebung nutzen praktisch alle Anwendungen aus dem Hause Mozilla. Dabei handelt es sich bekanntlich vor allem um Internetprogramme wie Browser oder Mailclients. Dieses Fundament bringt einen großen Vorteil mit sich: Wie Firefox, Thunderbird & Co. funktioniert auch Songbird nativ unter Linux, Windows, Mac OS und Solaris.

Auf den zweiten Blick

Die Basisfunktionalität von Songbird gleicht der anderer Musikwiedergabeprogramme. Beim ersten Start fragt es nach einem Verzeichnis, das die digitale Musiksammlung enthält, und liest die darin enthaltenen Stücke in die Programm-eigene Mediathek ein. Aus ihr lassen sich Songs einzeln über die direkte Anwahl oder über Genres, Interpreten und Alben zur Wiedergabe auswählen.

Wie andere Player kennt das Programm statische und intelligente dynamische Wiedergabelisten. Ersteren fügt der Benutzer Lieder manuell hinzu, um dieselbe Zusammenstellung danach immer wieder abzurufen. Intelligente Playlists spielen dagegen Musikstücke ab, die bestimmte Kriterien erfüllen. Das können Interpreten oder Alben sein, aber auch Daten wie die letzte Wiedergabe, die Herkunft der Datei oder das Datum, an dem der Anwender ein Lied zur Sammlung hinzugefügt hat.

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