Im Test: Firefox 3 Prebeta 4
Auf der Überholspur
von Christoph Langner
Erschienen im Linux-Magazin
2008/05
Nach fast anderthalb Jahren Firefox 2 schicken die Mozilla-Entwickler die dritte Generation des Browsers ins Rennen. Eine Nightly Build zwischen Beta 3 und Beta 4 musste sich einer Leistungsprüfung stellen.
Einige wichtige Neuerungen vorweg: Firefox 3 nutzt native GTK-Widgets zur Anpassung an die Desktopumgebung und elementare GTK-Funktionen wie den Datei- und Druckdialog. Dank Cairo und verbessertem Speichermanagement geht Firefox 3 flotter und Ressourcen-schonender zu Werke. Der Browser arbeitet zudem mit einer verbesserten Adresszeile. Er zeigt zum Beispiel von Webseiten, die er über HTTPS anspricht, Informationen zum Zertifikatsinhaber. Klickt der Benutzer auf die Adresszeile, verrät Firefox 3 Zusatzinformationen wie die Zertifizierungsstelle.
GTK statt QT
Die nativen GTK-Widgets sind die augenfälligste Neuerung. Schaltflächen, Scrollbalken und Buttons zeichnet der Browser nun passend zu allen GTK-basierten Umgebungen wie Gnome oder XFCE. Es gibt leider anscheinend einige Animositäten zwischen den Entwicklern von Mozilla und KDE [1], sodass nach wie vor keine QT-Variante von Firefox existiert. KDE-Anwendern entgeht daher die grafische Integration des Browsers in ihre Desktopumgebung.
Beim Drucksystem haben die Entwickler die bisher brachliegenden Funktionen von GTK und Cups komplett neu implementiert. Dem Benutzer stehen mit den Druckfunktionen von GTK - wie bei allen anderen Gnome-Programmen - die gewohnten Optionen zur Verfügung, zum Beispiel die Anzahl von Seiten pro Druckblatt zu bestimmen, Duplexdruck oder die Beschränkung auf gerade und ungerade Seiten. Ein Umweg etwa über Gtklp entfällt.
W3C-Standards
Als allgemeine Verifikation für eingehaltene Webstandards dient die Webseite des Acid2-Tests [2]. Sie überprüft die Kompatibilität eines Browsers zu den Standards des World Wide Web Consortium (W3C) hinsichtlich HTML 4, CSS 1 und 2 sowie des PNG-Formats und der Daten-URLs. Stellt der Browser Smiley und Text sauber dar, ist der Test bestanden. Firefox 2 hat die Seite bislang nicht korrekt rendern können. Firefox 3 hingegen hält sich nach Maßgabe des optischen Tests offensichtlich an die Standards (Abbildung 1). In diesem Punkt schließt der Feuervogel endlich zu Konqueror und Opera auf.

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Abbildung 1: Beim Firefox 2 im Vordergrund sind noch deutlich Fehler im Acid2-Test zu erkennen. Im Hintergrund sind die nativen GTK-Widgets zu sehen.
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Unter der Haube hat sich ebenfalls viel getan. Firefox 3 nutzt die freie 2D-Grafikbibliothek Cairo [3] zum Darstellen aller Seiteninhalte sowie zum Zeichnen der Programmoberfläche. Da Cairo die Funktionen moderner Grafikprozessoren zur Hardwarebeschleunigung von Zeichenoperationen direkt nutzt, geht Firefox 3 bei aufwändigen Webseiten deutlich flotter zu Werke [4].
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