Zwei Bücher zur LPI-Vorbereitung sowie zur
Firefox-Programmierung
Tux liest
von Mathias Huber
Erschienen im Linux-Magazin
2007/08
Das Linux-Magazin hat sich zwei englischsprachige Bücher aus dem O'Reilly-Verlag angesehen. Das eine behandelt ein Trendthema und programmiert die Web-Surf-Anwendungen der Zukunft auf Firefox-Basis. Das andere hilft dabei, bewährtes Linux-Grundwissen für die LPI-Prüfungen zu pauken.
Für die meisten Anwender ist Firefox lediglich ein praktischer und erweiterbarer Browser. Kenneth Feldt, der Autor des englischsprachigen Buchs "Programming Firefox", betrachtet das Programm jedoch in erster Linie als technische Basis für eigene, maßgeschneiderte Anwendungen.
Feldt nimmt den Leser gleich zu Beginn an die Hand und zeigt ihm an einfachen Beispielen, wie sich Mozilla-Oberflächen im XML-Format XUL beschreiben lassen. Die erzeugten und platzierten Formularfelder, Buttons und Menüs verknüpft das nächste Kapitel mit Hilfe der XML Bindings Language (XBL) mit der Skriptsprache Javascript.
Nun zeigt sich, dass es sich hier um ein ernsthaftes Entwicklerbuch handelt, denn der Verfasser leitet zu sauberer handwerklicher Arbeit an: Er erweitert den Code schrittweise, drängt auf Trennung von Oberfläche (XUL, CSS) und Logik (Javascript) und zeigt, wie sich Debugging-Informationen per Javascript-Befehl »dump()« auf der Konsole des Betriebssystems ausgeben lassen.
Client-Server-Anwendung selbst gemacht
Das Herzstück des Buchs ist eine Client-Server-Anwendung, die der Autor in verständlichen Schritten vorprogrammiert. Sie speichert Notizen des Anwenders Server-seitig mit Hilfe von PHP und MySQL. Die Firefox-Client-Seite mit Browser-Ansicht, Notizfeld, Anmeldemaske und Buttons demonstriert zahlreiche Programmiertechniken. Ein schöner Workshop, Debugging der Client-Server-Unterhaltung inklusive. Lediglich die oft langen Listings ohne Zeilennummern beeinträchtigen das Vergnügen. Die restlichen Kapitel zeigen, wozu die Mozilla-Technik noch taugt: Dank SVG-Unterstützung malt der Browser Diagramme, zum Datenaustausch mit dem Server kann er den X-Forms-Standard verwenden. Selbstverständlich erklärt Feldt auch, wie man Firefox-Extensions in die Browseroberfläche einbindet. Auch Paketierung und Installation der Erweiterungen sind Themen.
Eine Referenz rundet das anschauliche Buch ab, das richtig Lust auf niveauvolles Firefox-Hacking macht. Lediglich der Preis von fast 60 Euro scheint ein wenig übertrieben für das nicht allzu dicke, broschierte Buch.
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Kenneth C. Feldt:
Programming Firefox
O\'Reilly, Sebastopol, 2007
511 Seiten
58 Euro
ISBN 978-0-596-10243-2
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Schwarte zum Büffeln
Fast doppelt so viel Papier fürs Geld bekommt, wer sich für "LPI Linux Certification in a Nutshell" entscheidet. Seit der ersten Auflage im Jahr 2001 hat der O\'Reilly-Verlag kein Buch mehr angeboten, das sich an die Prüflinge des Linux Professional Institute wendet.
Die erweiterte Neuauflage scheint die vernachlässigte Zielgruppe entschädigen zu wollen: Die über 900 Seiten behandeln nicht nur wie die Erstauflage LPIC-1, sondern auch die Prüfung der Stufe 2. Das Konzept ist gleich geblieben: Die Lernhilfe fasst den kompletten Prüfungsstoff in knappen Textabsätzen zusammen, Kommandozeilen und kurze Beispiel-Listings ergänzen die Fibel. Dazu kommen zahlreiche Lektüre-Hinweise, die Manpages, Systemdokumentation und Webseiten empfehlen, denn der Band versteht sich eher als Führer durch den umfangreichen Lernstoff, weniger als vollständiges Lehrbuch.
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