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Aufwärmübung

Die Swap-Partition und das Verzeichnis »/tmp« sind geeignete Kandidaten für erste Gehversuche mit »cryptsetup-luks«: Diese Dateisysteme enthalten temporäre Daten, die - falls sie verloren gehen - keinen Verlust bedeuten.

Listing 1 zeigt für den Swap und »/tmp« die erforderlichen Befehlssequenzen zum manuellen Aktivieren und Deaktivieren der Verschlüsselung: Für den Swap legen Sie mit »cryptsetup-luks« ein virtuelles Blockdevice »/dev/mapper/swap« an, das Sie mit »mkswap« initialisieren und mit »swapon« aktivieren. Analog erzeugen Sie ein weiteres virtuelles Blockdevice »/dev/mapper/tmp«, das Sie mit »mkfs.ext2« als Ext-2-Dateisystem formatieren und nach »/tmp« mounten. Bei Debian ersetzen Sie in den Programmaufrufen den Eintrag »cryptsetup-luks« durch »cryptsetup« oder legen einen passenden Link an.

Listing 1: Swap und
»/tmp« anlegen

01 # swapoff -a
02 # cryptsetup-luks -s 256 -d /dev/urandom create swap /dev/hda1
03 # ls -l /dev/mapper/
04 total 124
05 crw-------   1 root root  10, 63 Apr  3  2006 control
06 brw-r-----   1 root root 253,  0 Apr  2 23:53 swap
07 # mkswap /dev/mapper/swap
08 Setting up swapspace version 1, size = 1019895 kB
09 # swapon /dev/mapper/swap
10 # cat /proc/swaps
11 Filename           Type        Size    Used   Priority
12 /dev/mapper/swap   partition   995988  0      -3
13 # swapoff /dev/mapper/swap
14 # cryptsetup-luks remove swap
15 # cat /proc/swaps
16 #
17 # cryptsetup-luks -s 256 -d /dev/urandom create tmp /dev/hda2
18 # mkfs.ext2 /dev/mapper/tmp
19 mke2fs 1.36 (05-Feb-2005)
20 [...]
21 # mount /dev/mapper/tmp /tmp
22 # ls -l /tmp/
23 total 17
24 drwx------   2 root root 12288 Apr  2 23:55 lost+found
25 # umount /tmp
26 # cryptsetup-luks remove tmp
27 # ls -l /dev/mapper/
28 total 124
29 crw-------   1 root root 10, 63 Apr  3  2006 control

In beiden Fällen verwendet »cryptsetup-luks« zufällige Passphrasen aus »/dev/urandom«; diese befinden sich im Hauptspeicher des Notebooks und gehen spätestens mit dem Ausschalten verloren. Da sonst niemand die Passphrasen kennt, sind auch die im Swap und in »/tmp« gespeicherten Daten damit unwiederbringlich verloren. Das ist aber erwünscht:

  • Der Swap enthält Auszüge aus dem Hauptspeicher und
    wird bei jedem Rechnerstart neu initialisiert. Ihn lesbar erhalten
    bringt keinen Vorteil, stellt aber ein Sicherheitsrisiko dar.
  • Temporäre Dateien behandelt jede Distribution anders.
    Allgemein dürfen Programme sich nicht darauf verlassen, dass
    Daten in »/tmp« Reboots oder längere Lagerung
    überleben.


Abbildung 3: Ein Dateizugriff läuft über mehrere Schichten. Durch die LUKS-Verschlüsselung kommt noch eine weitere hinzu, die sich zwischen logischem Dateisystem und (Hardware-)Plattenzugriff einordnet.

Richtig temporär

Es bietet sich an, diese beiden Dateisysteme bei jedem Neustart automatisch anzulegen. Debian Linux macht es Ihnen besonders leicht: Hier setzen Sie in der Datei »/etc/defaults/cryptdisks« den Parameter »CRYPTDISKS_ENABLE=Yes« (falls das nicht bereits der Fall ist) und tragen in die Datei »/etc/crypttab« die folgenden Zeilen ein (mit Ziel- und Quell-Device, Schlüssel und Optionen):

swap  /dev/hda1  /dev/urandom  swap
tmp   /dev/hda2  /dev/urandom  tmp

Auch »/etc/fstab« passen Sie an; einen vorhandenen Eintrag für die Swap-Partition löschen Sie oder ändern ihn ab:

/dev/mapper/swap  none  swap  sw,pri=1  0 0
/dev/mapper/tmp   /tmp  ext2  defaults  0 0

Bei Suse Linux gibt es zwar auch eine Datei »/etc/cryptotab«, sie arbeitet aber mit Loopdevices. Hier bietet es sich an, »/tmp« und den Swap mit einem »init.d«-Skript zu aktivieren. Ein passendes Shellskript (»cryptfs«), das auf [9] basiert, finden Sie auf der Linux-Magazin-Homepage [10]. Nach dem Herunterladen (nach »/etc/init.d/«) legen Sie symbolische Links in »/etc/rcX.d« an, um es in den gewünschten Runlevels aufzurufen. Dann löschen Sie in »/etc/fstab« die Zeile für die bisher unverschlüsselte Swap-Partition.

Mit einem Neustart testen Sie, ob Linux die Dateisysteme anlegt und korrekt aktiviert. Ist alles in Ordnung, widmen Sie sich der Kernaufgabe: der Verschlüsselung des Root-Dateisystems.

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